Witch Piss – Tape 2

Okay, hier ist also die zweite Kassette dieser nassen Hexen, die genüsslich an jede moderige Kerker- und Schlossmauer pissen, die ihre Heimat Simi Valley, Kalifornien so hergibt. Wie alles von denen bisher haben wir es mit einem vorzüglich brennenden Müllcontainer aus maximal fuzzigem Garage Punk-Chaos zu tun, knalldicht beladen mit belastungsfähigen Hooks und geschmeidigen Melodien, die absolutes Pflichtprogramm sind für Freunde von ähnlich besorgniserregenden Entwicklungen á la The Gobs, Slimex, frühe Exwhite, Exit Mould, Geoduck Diodes und 3D & The Holograms.

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Piss Wizard / Lackey / Body World

Hier sind drei neue Releases des erfinderischen, nicht ganz regelkonformen Hardcore Punk. Gerade mal eine Woche nach der letzten EP haben Piss Wizard bereits eine neue veröfffentlicht, die erneut eine Fuzz-lastige Vision von Hardcore-Chaos abliefert, solide verschweißt mit einem ausgesprochenen KBD-Einschlag und deutlichen Garage- und Surf Punk-Vibes. Das ist ebenso catchy wie auch roh und hält reichlich an unwahrscheinlichen melodischen Details unter der dreckigen Oberfläche versteckt. Die neue EP von Lackey aus Winnipeg schlägt dann in eine ähnliche Kerbe aus Garage-getränktem Hardcore auf eine geradlinigere aber keinesfalls weniger ausgefeilte Weise. Hochentflammbare Riffs ackern sich hier vorwärts in einer Art nicht ganz unähnlich zu so Bands á la G.U.N., Crisis Man, Jug, Chain Whip oder Termite. Zu guter Letzt dann noch das hier: Man nehme die Tugenden der anderen zwei Bands in diesem Post und tauche sie in einen stärkeren ’77er Vibe plus einen Hauch von oldschooligem Westküsten-Hardcore und dabei sollte dann so ungefähr die neue EP von Body World aus Philadelphia rauskommen. Aber das ist eigentlich auch wieder etwas zu vereinfacht und würde unterschlagen, wie einfallsreich und wandlungsfähig die Band agiert – kein Song klingt hier wie ein anderer.

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Dick Hick – Evil Music !!!

Horror-/Dungeon-affiner Garage Punk aus Houston. Ausgebombt, moderig riechend und ausgesprochen grob, erinnert mich dieser Scheiß an so Größen wie frühe Strange Attractor, Neo Neos, Lumpy & The Dumpers, Stinkhole und Research Reactor Corp. Alles davon klingt wie Musik in meine Ohren, auf jeden Fall mehr als was du vermutlich gerade hörst.

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The VanCooths – A Sunny Day With Clouds

Diese schon recht lange bestehende, aber ausgesprochen langsam agierende Band aus dem niederländischen Breda habe ich bisher weitgehend (zu unrecht) ignoriert aber umso kraftvoller katapultieren sie sich dafür jetzt auf meinen Radar mit ihrer dritten und fraglos stärksten LP, auf der sie ausgesprochen potente Songwriting-Qualitäten in eine sehr wandlungsfähige Klangästhetik verfrachten, die irgendwo zwischen oldschooligem, manchmal psychedelischem Garage- und Fuzz Punk, sägendem Noise- und Power Pop sowie auch einigen pulsierenden Elektropunk-Ausbrüchen alterniert. Zugegeben, zwei mal feuern sie für meinen Geschmack daneben wenn sie sich etwas zu weit in überzuckertes oh-so-fucking-twee ASMR-Territorium begeben aber hey, zehn von zwölf ist doch mal eine durchaus respektable Trefferquote und in den besten Momenten klingt das für mich nach einer sehr garagigen Version der frühen Fastbacks.

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Piss Wizard – Piss Wizard 4

Die vierte EP von Piss Wizard aus Melbourne vereint ihre bislang am wenigsten schrottigen Produktionswerte mit ihrem stärksten Bündel neuer Tunes soweit, in ihrem patentierten und abartig rohen Mix aus Fuzz- und Hardcore Punk mit Garagengeschmack, den sie darüber hinaus noch mit reichlich Surf-Twang, Rockabilly-Gitarrenleads und Noise-verseuchten Texturen ausstatten. Der Scheiß kommt so kränklich, stinkend und hochansteckend rüber dass es ein einziger perverser Spaß ist.

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The Idgets – Demo’d

Wertiger Scheiß von einer Band aus Salt Lake City, Utah auf ihrem zweiten Tape. Ausgefuzzter Lo-Fi Hardcore Punk, dessen raubeinige Eigenheiten etwa prädestiniert erscheinen für einen Kassettenrelease auf Impotent Fetus oder Deluxe Bias mit gewissen oldschool Westküsten-Tendenzen ebenso wie einem roh polternden KBD-Vibe, ein paar Exzentrizitäten á la Flipper und Broken Talent und ansonsten auch einer gewissen Nähe zu aktuelleren Bands von mehr Garage-mäßigen Acts wie wie Launcher, Liquid Assets und Freakees bis hin zu Hardcore-Artefakten der Sorte Insane Urge, Youth Regiment, Motor Corp und Tupperware.

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Deformative – Fugue

Seit der schon durchweg schmackhaften selbstbetitelten EP im letzten Jahr hat diese Band aus Los Angeles definitiv sehr fleißig ihre Operationen konsolidiert und gestrafft, was sich hier in einer noch mal deutlich kräftigeren, konzentrierten Attacke ihres elektrifizierten Punklärms äußert, der sich irgendwo zwischen den Parametern von Garage-, Hardcore- und Eggpunk bewegt und auf mich wirkt wie ein unförmiger Frankensteinbastard, für den etwa die rohen Gewalten von Arse und 2 Stroke verschweißt werden mit dem Noise-/Fuzz-/Garage Punk von S.B.F. und was auch immer der berüchtigte Zhoop/Djinn/Brundle/RONi/etc…-Komplex gerade wieder auf dem Kerbholz hat.

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Zippo – Zippo

Die Debüt-EP dieser Band aus Denver, Colorado verfolgt eine bestechend simple Formel bestehend aus durchweg melodischen (und teilweise ganz wörtlich zu nehmenden) Ramones-Standardriffs, welche hier in dicke Schichten aus Fuzz und Distortion getaucht werden und einer Gesangsperformance, die gleichermaßen distanziert und angepisst rüberkommt. Da ist also nicht viel was daran schiefgehen kann und so eine Überraschung… das tut es auch nicht. Es ist eine Machart des ausgefuzzten Garage-Minimalismus, die mich mal mehr, mal weniger an jüngere Artefakte von so Spezis wie Robbie Thunder, Boogie Board, Corpus Earthling und Zoids erinnert.

The Gobs – Worst One Yet

Jau, es handelt sich in der Tat um eine weitere Gobs EP, die erneut alle diese Dinge tut die wir von einer neuen Gobs EP erwarten. Verschrobene Garage-, Fuzz- und Synth Punk-Ekstase eingehüllt in einen dichten Schleier aus Fuzz, Noise und perfekten LoFi-Produktionswerten, nie um eine hartnäckige Melodie verlegen. Wie ich bereits sagte, es sind halt die verfickten Gobs!

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Booji Boys – Demo Promo 2024 !​!​?​?

Schon lange kein Lebenszeichen mehr vernommen von den kanadischen Garage Punk-Überfliegern aus Halifax, Nova Scotia, deren letzte LP Tube Reducer jetzt schon fünf Jahre her ist. Nun waren Booji Boys schon immer eine Band die gerne ihren Sound mit jeder neuen Veröffentlichung ein bisschen aufschüttelte und dieses neue Dingens ist diesbezüglich keine Ausnahme. Am auffälligsten sind hier die mehrstimmigen Vocals, die ihren bewährten Mix aus Garage- und Fuzz Punk, Noise- und Power Pop stellenweise mit einem ganz neuen psychedelischen Glitzer ausstatten und einer fast schon British Invasion-artigen Aura, die im krönenden Abschluss Hotline voll zum tragen kommt. Verdammt, ich hoffe da kommt ziemlich bald mehr von auf uns zu!