The Moids – Demos

Ausgesprochen ansprechender Scheiß, dieses Demo von The Molds aus Sydney. Was mit ziemlich standardmäßigen, elektrischen Lo-Fi beats beginnt, die einen unterschwellig eierigen Garage Punk-Sound so á la S.B.F., 3D & The Holograms und Witch Piss voranpeitschen, gewinnt die Platte ab dem darauf folgenden Track Maitland Man dann doch eher eine gewisse KBD-Qualität dazu, was mich an so jüngere Bands wie Launcher, Liquid Assets, Freakees und Mystic Inane erinnert, wohingegen Long Week mehr von einem aufs wesentliche reduzierten Art Rock-Feel nicht unähnlich zu den frühen Peace de Résistance-Veröffentlichungen hat.

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Botox – Promo Tape

Dieses neue Tape der Londoner Botox versucht überhaupt nichts neues aber in dem was es sich vornimmt, trifft es absolut den Nagel auf den Kopf wenn es ein primitives aber hochprozentiges Gesöff aus '77er-, KBD- und Garage Punk destilliert, das zu so 35% aus Fuzz und 45% aus Attitüde besteht und die übrigen 20% aus einem hauchdünnen Fundament zeitbewährter oldschool Punk-Tropes und -Formeln, die ihren Job hier ganz tadellos verrichten in einem Sound, der zu den sparsam-effektivsten Detonationen gehört, die mir in letzter Zeit so begegnet sind.

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Omniwhores – Sucker Face

Omniwhores aus Chicago haben jetzt schon viele Jahre im Dunstkreis der Noise Rock-, Post- und Art Punk-Nischen rumgehämmert, aber nie zuvor haben sie für mich so genau einen Nerv getroffen wie auf ihrer neuen EP Sucker Face, auf welcher sie ihre beweglichen Teile wie die monotonen, elektrischen Beats, Kreissägen-Gitarren, scharfen Basslines und eine Batterie von abgedrehten Samples - alles davon schon bekannt von vorherigen Releases - neu arrangieren zu einer bislang ungehört organischen und nahtlosen Gesamtästhetik, eine Mischung die mich jeweils an so '80er bis '90er Krawallmaschinen wie World Domination Enterprises, Brainiac, Royal Trux und Butthole Surfers erinnert, auf die eine oder andere Art.

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Corpus Earthling – The Brood

Corpus Earthling aus Hamilton, Ontario haben zumindest in meiner Welt ein paar ordentliche Wellen erzeugt mit ihrer 2024er LP The Glove, gefolgt von einer weiteren netten EP, einer vollen LP mit Coversongs. Und jetzt ist such schon wieder eine neue EP am Start mit einem ausgesprochen starken Bündel von abgespaceten Psych Punk-Knallern, die einerseits von so alten Art Punk-Bands wie MX-80, Chrome und Métal Urbain inspiriert scheinen aber gleichermaßen auch an eine Reihe von gegenwärtigen Bands á la Pablo X, Stdees, Zoids, Silicon Heartbeat, Mateo Manic und Thee Hearses erinnern.

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Snarewaves – Alcohol Ladder

Die neuesten drei Minuten von Snarewaves-Lärm sind vielleicht das erste mal, das wir eine vorsichtige aber deutliche Modifikation ihrer Gewinner-Punkformel feststellen können insofern, als dass die ersten drei Tracks hier nicht nur das Tempo etwas zurücknehmen sondern auch ihr Klangbild ein bisschen entrümpeln so dass ich diesmal zu 90% sicher bin hier z. B. echte Gitarren zu hören und nicht, wie ich ursprünglich vermutet hatte, Bit-gequetschte LoFi-Samples. Dabei kann ich positiv berichten, dass ihr Songmaterial fähiger als je zuvor ist, ihren exzentrischen Sound auch dann zu tragen, auch wenn er weniger wild durch den Fleischwolf gejagt wird und sich weniger auf die verschleiernden und beschönigenden Effekte einer extra-knusprigen Ästhetik verlassen kann.

Greg Wheeler and the Poly Mall Cops – Slimephone Surveillance

Die Band aus Des Moines, Iowa hat bereits eine EP und eine ausgesprochen nette erste LP auf dem Konto aber ich kann mich nicht erinnern, dass sie zuvor mal so viel Wind erzeugt hätten wie jetzt auf ihrem zweiten Album, das einen seltsam vertrauten Sound präsentiert, angenehm antiquiert, als wären die Jungs in einer Zeitschleife der frühen 2010er Garage Punk-Ära steckengeblieben und was soll ich sagen, die Band hat einfach die nötige Fülle an ultra-catchy Tunes und explosiven Performances um den Scheiß immer noch frisch klingen zu lassen.

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Liquid Cross – Don’t Think

Vom ersten Moment an versprüht die Debüt-EP dieser Band aus Eugene, Oregon einen gewissen Vibe, der mich an eine Reihe von kurzlebigen Bands in Spektrum von so melodischem wie auch lärmigem Punkrock in den frühen 2010ern wie Milk Music, Fins und Darma Dogs erinnert aber auch ein paar ungleich jüngere Erscheinungen wie Jolana Star und Psychic Dogs, die neues Leben in einen zeitlosen Sound aus unterschwellig Post Punk-angehauchten eingängigen Punksongs, die der klassischen Homestead-, SST- und Touch & Go-Ära tribut zollen. Jetzt darf man also auch Liquid Cross dazu zählen, aber obendrein schwingt hier auch noch ein beachtenswerter Hauch von frühen Protomartyr, insbesondere ihrer zweiten und dritten LP mit, nicht zuletzt auch aufgrund der Stimme des Sängers, die eine ähnlich überdrüssige und melancholische Qualität channelt wie der Protomartyr-Frontmann Joe Casey.

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Orrendo Subotnik – Orrendo_3

Auf bisherigen Veröffentlichungen wurde die Musik dieser Band aus Pisa, Italien immer verschleiert von einer dicken Schicht aus Fett und Ruß, aber die dreckigen Klangparameter konnten niemals über die rohe Brillianz hinwegräuschen, die sich unter all dem Gerümpel verbarg. Auf ihrer neuesten EP haben sie zum ersten mal ihre Produktionswerte eben genug aufpoliert um ihre exzentrischen Post Punk Mikro-Epen aus den Schatten rauszuholen und bestätigen den Verdacht, dass jene keineswegs den offenbarenden Blick unter hellem Tageslicht zu fürchten brauchen. Beginnend mit Vibes nicht unähnlich zu Surf-infizierten Noise Pop und Fuzz Punk-Bands der frühen 2010er wie Male Bonding, frühen Wavves, No Age, Times Beach, Tiger! Shit! Tiger! Tiger! oder, erst kürzlich, Shooting Losers, dauert es aber auch nicht lange bevor ihre Songs dazu einen Schlag von Post Punk des vergangenen Jahrzehnts entwickeln à la Die! Die! Die! und Piles, aber auch ungleich rohere und schrägere Punk-Phänomenen wie Dumb Vision, Piss Wizard und Pink Guitars wären nicht zu weit hergeholt als Vergleiche. Abrundend ist dann noch ein unverwechselbarer Hauch von mitt-'90er bis früh-2000er Postcore mit dabei, jene Sorte die komplett schambefreite Menschen tendenziell als Screamo bezeichnen würden, aber lasst euch ein für alle mal sagen dass dieses Label für jede gute Band an Beleidigung grenzt. Also nein, das ist kein Screamo und fick dich wenn du auch nur daran dachtest, dieses Wort in den Raum zu werfen.

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Monda – The Mondas

Seit ich irgendwann im letzten Jahr zum ersten mal meine Nase in die einschüchternd massive Discografie von Monda aus New Jersey gesteckt habe hat sich die Band wiederholt als einer der nicht nur produktivsten sondern auch konsistentesten Lieferanten von catchy abgefuzzten Leckerbissen bewiesen, die sich irgendwo zwischen den Eckpunkten von Garage Punk, oldschooligem Indie Rock, Noise- und Power Pop bewegen. Auch lässt sich schwer übersehen, dass sie sehr gerne die Tapete wechseln und die Einrichtung neu arrangieren zwischen den Veröffentlichungen um die Sache frisch und spannend zu halten, was sich unter anderem auch schon mal in einem ausgeprägt psychedelisch-spacerockigen Abstecher in ihrem Schaffen rund um die 2024er Ponderous Leviathan LP niederschlug. Auf ihrem neuesten Album besinnen sie sich hingegen wieder ein gutes Stück weit auf die ihre Basics zurück und treffen wie gewohnt jederzeit den Nagel auf den Kopf, wie sie hier eine Fülle sowohl von '50er bis '60er Bubblegum Pop-Vibes als auch '80er Art-/Indie Pop-Artefakte der Flying Nun und Sarah Records-Schule und diverse Schrammelartefakte der C86-Ära channeln in einem makellosen Bündel ausgesprochen simpler und liebevoll gefertigter Songs, die niemals ihre Wirkung verfehlen.

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The Wind-Ups – Confection

Immer eine arschtretende Angelegenheit, neues Material von Jake Sprecher (of Terry Malts fame...) und seinem aktuellen Projekt The Wind-Ups, das 2021 mit einem massiven Knall begann in Form der spektakulären Try Not To Think LP und sich seitdem nicht groß verändert, aber auch noch niemals enttäuscht hat - ein zuverlässig hoher Qualitätsstandard der sich auch durch den neuen Langspieler zieht und es weiterhin unmöglich macht, nicht unmittelbar verzaubert zu werden von diesen zeitlosen Garage Rock- und Bubblegum Pop-Melodien, verpresst zu einem wunderbar rustikalen und Fuzz-getränkten Klangbild aus angemessen durchgebranntem Noise Pop und Garage Punk.

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