Witch Coast - Devil Vision

Ir­gend­wie ist die­se ziem­lich gei­le EP bis­her an mir vor­bei ge­gan­gen. Fuz­z­punk und Noi­se­pop gibt's dar­auf zu hö­ren, der stark an frü­he Wav­ves oder No Age er­in­nert, ver­mischt mit ein we­nig Oh Sees-Psy­che­de­lia und der an­ge­nehm stump­fen Haudrauf-Ga­ra­ge­n­äs­the­tik des ganz frü­hen Ty Segall.


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Scupper - Some Gauls

Die bis­he­ri­gen zwei EPs der New Yor­ker Band lie­ßen mich ja schon mehr als ge­spannt auf­hor­chen, aber mit ei­nem der­art star­ken De­büt­al­bum hat­te ich dann doch nicht ge­rech­net. Me­lo­di­scher In­die­rock, Fuzz-, Jang­le- und Power­pop wie man ihn in der dunk­len Jah­res­zeit ein­fach mal braucht. Das klingt in et­wa wie ei­ne Schnitt­men­ge aus Gui­ded By Voices und The Clean; song­mä­ßig wer­den hier lau­fend Tref­fer ver­senkt.



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Melkbelly - Nothing Valley

Da hat sich die New Yor­ker Band ja ei­ni­ge Jah­re Zeit ge­las­sen mit ih­rem ers­ten Lang­spie­ler. Und wäh­rend die bis­he­ri­gen EPs in ih­rer star­ken Frag­men­tiert­heit noch den Ein­druck ei­ner Band auf der Su­che nach der ei­ge­nen Vi­si­on mach­ten, stellt sich spä­tes­tens jetzt her­aus: Ge­nau das ist ih­re Vi­si­on. Das Cha­os in den Song­struk­tu­ren ist kein Aus­druck mu­si­ka­li­scher Un­ent­schlos­sen­heit, son­dern ihr selbst ge­wähl­ter, be­vor­zug­ter Mo­dus Ope­ran­di. Un­ter den Fet­zen und Frag­men­ten fin­den sich dann aber auch ab­so­lut klas­si­sche Be­stand­tei­le aus dem In­die­rock der Bree­ders und frü­hen Pi­xies wie­der, die mit ei­nen So­nic Youth-mä­ßi­gen Schred­der­fak­tor und ger­ne auch mal aus Noi­se Rock und Doom ent­lehn­ten Riffs kol­li­die­ren.



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Monster Treasure - II

Das De­büt­al­bum der Band aus dem Ka­li­for­ni­schen Stock­ton vor drei Jah­ren war ja schon ei­ne sehr, sehr hö­rens­wer­te An­ge­le­gen­heit, aber was das Trio auf Al­bum Num­mer zwei ab­lie­fert ist pu­re Fuzz-/Noi­se­pop-Per­fek­ti­on, die sich in zehn ta­del­lo­sen Song­per­len wie Ho­nig über den Hö­rer er­gießt, da­bei aber auch or­dent­lich auf den Putz haut. Der Sound weißt Ähn­lich­kei­ten zu den auf dem glei­chen La­bel ver­öf­fent­li­chen­den Lon­do­nern Slow­coa­ches auf, wird aber noch um deut­li­che Shoe­ga­ze-Ein­flüs­se ver­fei­nert. Die me­lo­di­sche Fi­nes­se von Chap­ter­house trifft auf Swer­ve­dri­vers un­be­ding­ten Wil­len zum ro­cken­den Lärm. Wi­der­stand zweck­los.



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Gen Pop - On The Screen 7"

Bei die­ser Band aus Olym­pia, Wa­shing­ton sind Mit­glie­der von Vexx und Rik And The Pigs am Werk. Da kann ja nicht mehr viel schief ge­hen. Die De­büt-EP glänzt mit ei­nem recht viel­sei­ti­gen Sound, der im­mer auf der Schwel­le von Ga­ra­ge- und Post Punk ba­lan­ciert. Hin und wie­der füh­le ich mich da­bei an Ura­ni­um Club, Useless Ea­ters oder Par­quet Courts er­in­nert.

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Terry Malts & Kids On A Crime Spree - Our Love

Zwei Grö­ßen des zeit­ge­nös­si­schen Noi­se-, Fuzz- und Power­pops ver­sam­meln sich auf die­ser schi­cken 10" Split-EP aus dem Hau­se Emo­tio­nal Re­spon­se. Kids On A Crime Spree tra­gen da­zu zwei psy­che­de­li­sche Pop­num­mern bei, die knie­tief im Re­verb der Phil Spec­tor-Grö­ßen­ord­nung ge­tränkt sind. Ter­ry Mal­ts ma­chen das, was sie am bes­ten kön­nen und prä­sen­tie­ren zwei un­wi­der­steh­li­che Ohr­wür­mer, die wie­der deut­lich mehr Beiß­kraft zei­gen als das et­was Hand­zah­me letz­te Al­bum.


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UV-TV - Go Away

Auf ih­rer neu­es­ten EP fin­den die Ga­ra­ge-/Fuz­z­pop­per aus Gai­nes­vil­le ih­re Stär­ke in der Re­duk­ti­on auf ei­nen von jeg­li­chem Bal­last be­frei­ten Sound. Ei­nen Hauch von '77 hat das jetzt und mit ei­nem The Pri­mi­ti­ves-Co­ver­song zol­len sie ei­nem of­fen­sicht­li­chem Ein­fluss Tri­but.

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Sunshine & The Rain - In The Darkness Of My Night

Auf ih­rem ers­ten Al­bum fa­bri­zie­ren Sunshi­ne And The Rain aus Oak­land Fuz­zge­trie­be­nen Power­pop, der es sich sti­lis­tisch ziem­lich ge­nau auf der Schwel­le zwi­schen dem Pro­to-Shoe­ga­ze frü­her Je­sus And Ma­ry Chain und den Bands der ers­ten Shoe­ga­ze-Ge­nera­ti­on in den spä­ten Acht­zi­gern be­quem macht. Da­bei hal­ten sie sich ziem­lich strikt an die klas­si­schen Gen­re-Kon­ven­tio­nen, über­zeu­gen in­ner­halb der selbst ge­steck­ten Gren­zen aber mit pu­rer Qua­li­tät. Wenn ich frei­wil­lig ein ge­wis­ses Maß an Whoo-ohs er­tra­ge und be­reit­wil­lig ein ganz of­fen­si­ches Teena­ge Kicks-Ri­p­off ver­zei­he, dann hat das was zu hei­ßen. Mit da­bei ist ein Fu­ga­zi-Co­ver­song, der ur­sprüng­lich mal auf ei­ner der vie­len TBTCI Tri­bu­te-Com­pi­la­ti­ons er­schie­nen ist. Auch mit dem frem­den, Gen­re-mä­ßig eher ent­ge­gen­ge­setz­ten Song­ma­te­ri­el lie­fern sie ab­so­lu­te Per­fek­ti­on ab.



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Pink Film - Pink Film

Juhu, ein An­lass zum Klug­schei­ßen!
Pink Film (Pin­ku Ei­ga) ist ers­tens ein ja­pa­ni­sches Film­gen­re, das sei­ne An­fän­ge in den 60er Jah­ren hat­te und ei­ne für un­ser west­li­ches Ver­ständ­nis et­was un­wahr­schein­li­che Ver­schmel­zung von Arthouse-Ki­no und Soft­core-Ero­tik­film dar­stellt. Vie­le Fil­me der frü­hen Pha­se die­ses Gen­res gel­ten heu­te als klei­ne­re Klas­si­ker, ganz be­son­ders ei­ni­ge Strei­fen vom Gen­re-Pio­nier Kō­ji Wa­kamatsu. Der Er­folg die­ser un­ab­hän­gig pro­du­zier­ten Fil­me hin­ter­ließ ab den 70ern auch sei­ne Spu­ren in den Pro­duk­tio­nen der gro­ßen Stu­di­os, ins­be­son­de­re wä­re da das Pin­ky Vio­lence Sub­gen­re der To­ei-Stu­di­os zu nen­nen, au­ßer­dem pro­du­zier­ten die Nik­katsu Stu­di­os ab 1971 bis tief in die 80er hin­ein aus­schließ­lich so­ge­nann­te Ro­man Por­no Fil­me. In den letz­ten Jahr­zehn­ten hat das Gen­re sehr an Be­deu­tung ver­lo­ren, hält sich aber wa­cker mit im­mer ge­rin­ger wer­den­den Pro­duk­ti­ons­bud­gets über Was­ser.

Zwei­tens ist Pink die Far­be, die al­le vor ca. 1983 auf Ko­d­ak East­man­co­lor und ähn­li­chem Film­ma­te­ri­al (Fu­ji­co­lor, Ag­fa­co­lor, etc.) aus­be­lich­te­ten Film­po­si­ti­ve in­zwi­schen an­ge­nom­men ha­ben. Nicht nur ver­blasst al­ter East­man­co­lor sehr schnell, son­dern die Blau- und Grün-An­tei­le der Film­emul­si­on ver­blei­chen au­ßer­dem schnel­ler als das rest­li­che Farb­spek­trum. Das Re­sul­tat ist die röt­li­che bis pin­ke Fär­bung al­ter Film­ko­pien. Ne­ga­ti­ve sind eben­so be­trof­fen, be­kom­men ei­ne stark bläu­li­che Tö­nung. Das Phä­no­men ist ei­ner der Haupt­grün­de (der an­de­re ist vor al­lem die che­mi­sche In­sta­bi­li­tät der Ni­trat­fil­me, die vor den 1950ern zum Ein­satz ka­men), war­um Film­re­stau­ra­ti­on in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so ein gro­ßes The­ma ist. 1983 führ­te Ko­d­ak den LPP (Low Fa­de Po­si­ti­ve Print) Film ein, da­her sind jün­ge­re Film­ko­pien we­ni­ger stark be­trof­fen.

Drit­tens ist Pink Film der Na­me ei­ner Band aus Wa­shing­ton. Die ha­ben ge­ra­de ih­re De­büt-EP raus und ge­fal­len dar­auf mit ver­schro­be­nem, noi­sy-schram­me­li­gem In­die­rock und Fuz­z­po­p/-punk, dem man ei­nen aus­ge­präg­ten Ohr­wurm­fak­tor be­schei­ni­gen muss.



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31Ø8 - 31Ø8

31Ø8 ist ein So­lo­pro­jekt ei­nes ge­wis­sen Ty­ler Zy­p­rek­sa aus Lon­don und das hier ist sein zwei­tes - wie schon der Vor­gän­ger selbst­be­ti­tel­tes - Al­bum. Das be­grüßt ei­nen im ers­ten Song mit ei­nem Sound á la "Je­sus And Ma­ry Chain der Au­to­ma­tic-Pha­se tref­fen auf den Shoe­ga­ze von frü­hen Ri­de und ei­nen Hauch von Ma­d­ches­ter". Im wei­te­ren Ver­lauf hört sich die Plat­te durch wie ei­ne Rund­rei­se durch so ziem­lich al­les, was es im glei­chen Zeit­rah­men so an - vor­nehm­lich bri­ti­schem - al­ter­na­ti­vem Power­pop gab, an­ge­fan­gen mit dem Spek­trum an C86-Style Bands der mitt­le­ren Acht­zi­ger und dann quer durch des­sen spä­te­re Ab­kömm­lin­ge bis ca. in die mitt­le­ren Neun­zi­ger. Durch­weg ver­sier­tes Song­hand­werk mit ge­fähr­li­chem Ohr­wurm­fak­tor.



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