Der Sound dieser Band aus Ciudad López Mateos, Mexiko bleibt auch auf ihrem dritten Demo eine ausgesprochen eigenartige Mischung, selbst im von sich aus schon durchweg farbenfrohen Kontext der gegenwärtigen Eggpunk-Szene und fühlt sich dabei ein bisschen an wie ein Flashback zu den melodischeren Auswüchsen des Punk Rock-Spektrums der mittleren bis späten ’80er – frühen Pop Punk-Artefakten, die noch nicht ihre rohe Energie aufgegeben hatten und hier jetzt eine schön angefuzzte LoFi-Spezialbehandlung verpasst bekommen, angereichert um eine maßvolle Dosis charmanter Synth-Action zu einem unwiderstehlichen, melodischen Zuckerrausch.
Das ist deutlich mehr Egg- als Cowpunk, womit diesen Band aus Posen, Polen (sagt man jetzt Posener Punk oder Poser Punk dazu?) sowohl die Vernunft als auch alle Sinne überwältigt – denn das hier ist klar eines der abgefahreneren Opfer am Altar des verspielten Irrsinns, die uns das Genre bisher dargebracht hat. Ein bodenloses Fass des unberechenbaren Spaßes, der jederzeit droht in sich zusammenzustürzen oder in Flammen aufzugehen, aber so verdammt anziehend ist so lange er existieren darf. Erinnert mich an einen vielseitiges kleines Bündel von so Bands wie den frühen Skull Cult, Goblin Daycare, Paulo Vicious, Beer, Metdog, Cool Sorcery… and natürlich dürfen auch die spanischen Genre-Overlords Prison Affair nicht unerwähnt bleiben.
Diese Band von der britischen Kanalinsel Jersey betritt die Bühne mit einer bereits voll ausgeformten Klangästhetik, die durchweg düstere Inhalte der Lyrics einem komplett gegensätzlichen Klangbild mit eher quirligen, egg-mäßigen Qualitäten gegenüberstellt und unter anderem vieles gemeinsam hat mit so Zeug wie frühen Powerplant, Tommy Cossack & The Degenerators, S.B.F., Wristwatch, Chtr oder Beer.
Es ist inzwischen über sechs Jahre her, seit wir zuletzt von dieser Band aus Bloomington, Indiana gehört haben, die man inzwischen als gigantischen Einfluss auf die heutige Garage-, Synth- und Eggpunk-Szene ansehen muss. Nachdem Mitglieder in der Zwischenzeit ihre kreativen Energien in so Acts wie Belly Jelly, QQQL, Dummy und Big Hog gesteckt haben, kann ich der nun reaktivierten Band bescheinigen dass der Scheiß besser fluppt als je zuvor und das neue Bündel an Songs zum besten gehört, was sie bisher abgeliefert haben. Zugegeben, das ist alles ein bisschen weniger weird und chaotisch als wir es von ihnen gewohnt sind, aber das wird mehr als ausgeglichen von ausgesprochen widerstandsfähigen, melodischen Songfundamenten und Echos von so Bands wie Tyvek, Marked Men und Lost Sounds in einer bemerkenswert gereiften Platte, die alle klaren Kennzeichen trägt von einer Band, die sich für ein paar Jahre an vielseitigen Projekten zu schaffen gemacht hat und jetzt wo sie wieder zusammen Krach machen, wenden sie das gelernte mit schlafwandlerischer Präzision an, zu einem Ergebnis von müheloser Sprengkraft.
Unverschämt ansprechender Garage-Scheiß von einer Band aus Detroit, mal wieder auf der zuverlässigen lokalen Kassettenschmiede Painters Tapes, welche eine beachtenswerte stilistische Bandbreite abdeckt und etwa viele Tugenden von so verschroben und schlauen Garage Punk-Bands wie Uranium Club, R.M.F.C., Erik Nervous, Satanic Togas, Exwhite und Dumb, den DIY Garage-/Post Punk-Hybriden von Schark Toys verschmilzt mit zahlreichen Momenten des kontemporären Eggpunk aus der Ecke von, sagen wir mal, Prison Affair, Clarko, Snooper, Beer, Winky Frown, Завірюга, Midgee, Gobs and Goblin Daycare. Da bleibt kein Raum für Langeweile und man ahnt nie, was hinter der nächsten Ecke lauert auf diesem freakigen kleinen Tape.
Die spanischen Eggpunks Huevo habe ich schon eine Weile auf meinem Radar, aber erst diese neue Compilation mit dem bisherigen Gesamtwerk der Band, neu sequenziert und in häufig massiv überlegenen, tighteren Abmischungen, komme ich dazu die wirkliche Klasse dieser Band zu erkennen, die gut etablierten Eggpunk-Konventionen ihren ganz eigenen Spin verpasst, ein gutes Stück roher und energischer als man es bei einem typischen Release dieses Genres vermuten würde. Tracks wie etwa Todo Asqueroso haben eine Antriebskraft wie man sie eher von ausgesprochen un-eierigen Acts wie Piss Test, Dollhouse und Easers erwarten würde.
Erwarte besser mal nichts bahnbrechend neues hier, denn bei Power Pants weiß man immer schon im voraus ziemlich exakt was einen erwartet und sogar die frühen Ramones hatten vermutlich mehr stilistische Bandbreite als diese Band. Und doch verfehlen diese Songs selten ihr Ziel und diese vollends unprätentiöse Formel des eingängigen Garage Punks ist und bleibt ein irrsinnig verlockendes Angebot. Und so lage wir weiterhin regelmäßig so potente Geschosse wie May I Rest oder You’re Invited vorgelegt bekommen, werde ich mir auch weiterhin dankbar jede neue Zuckerbombe in den Rachen stopfen, die Power Pants mir vor die Füße werfen. Wuff!
Punk mit Gaming-Hyperfixierung ist ja nicht so der große Indikator für Kreativität und künstlerischen Wert, aber die zweite EP dieser Band aus Fresno, Kalifornien widersetzt sich dankenswerter Weise der allgemeinen Tendenz solcher Musikware zu zahnlosen, abgedroschenen Chiptune-Sounds. Stattdessen liefern die hier ein paar ausgesprochen schmackhafte Häppchen aus fuzzigem LoFi-Elektropunk mit ordentlich Beißkraft ab, die mich abwechselnd mal an so Zeug erinnern wie S.B.F., ISIS, Exit Mould, Penance Hall, Kerozine, Giorgio Murderer oder auch die stärker elektrolastigen Projekte dieses Zhoop/Djinn/etc.-Typen: Nightman und Brundle.
Ein bezaubernd seltsames kleines Biest, die zweite EP dieser Band aus Florida, die sich in etwa so ausläuft wie eine Verquirlung früher Siouxie, B-52s und Delta Five, transformiert in so eine Art schepperiger Urinals-Ästhetik, garniert mit einer ordentlichen Menge an verspieltem Eggpunk-Hirnfick. Als weiterer Vergleich fällt mir da spontan außerdem noch der grandiose LoFi-Art Punk von den New Yorkern Exo ein.
Das neue Jahr ist noch keine Woche jung und schon hat die Erste Theke den ersten Blockbuster-Titel für 2025 draußen… digital zumindest. Die Ghoulies aus Perth, Australien sind eine dieser Bands bei denen es sich anfühlt, als wären sie schon viel länger unterwegs, nicht zuletzt weil sie sich schon lange ihren eigenen festen Platz im Garage-/Synth-/Eggpunk-Spektrum erstritten haben – und das nicht etwa weil sie besonders an dessen Fundamenten wackeln würden, sondern eigentlich eher indem sie existierende Formeln auf maximalen Feinschliff hochpolieren – mit explosiven Resultaten. Nicht zuletzt haben sie dann aber auch noch genau das verhexte Songmaterial am Start, das man so leicht nicht mehr aus dem Kopf kriegt. An vielen Stellen erinnert ihr Sound vage an halbwegs oldschoolige Artefakte aus einer Ära noch vor der Etablierung des allgegenwärtigen Eggpunk-Sammelbegriffs wie etwa von frühen Ausmuteants, Quitter oder Drug Sweat, passt aber gleichermaßen auch gut zusammen mit jüngeren Erscheinungen á la Cherry Cheeks, Satanic Togas, Research Reactor Corp., Gee Tee, Kitchen People oder Tommy Cossack & The Degenerators.