Gerber and the Babies – Gerber and the Babies

Erneut eine absolut arschtretende Kassette auf Painters Tapes von noch so einer Detroiter Garagenband, die hier mit einer ausgesprochen feinen Variante des kontemporären Garage- und Synth Punk brilliert, welche - hat man erstmal durch das ultra-käsige Intro überlebt - gar nicht mal so niedlich klingt und viel düsterer als erwartet mit einer ausgeprägten Post Punk-Kante in so Songs wie Paranoia und dabei aber dennoch einem ordentlichen Maß an stilistischer Flexibilität, was an verschiedenen Stellen mal nach so unterschiedlichen Bands klingen mag wie etwa S.B.F., Ghoulies, Spits, Stalins Of Sound, Kid Chrome, Lost Sounds, Mind Spiders, Sex Mex, Exit Mould, The Gobs, Broken Prayer und Kerozine.

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Snooper – Unknown Caller

Für mich kann es niemals genug Snooper auf der Welt geben und entsprechend ist auch diese neue Tour-EP eine willkommene Erscheinung, auch wenn die sich ein bisschen nach einer Mogelpackung anfühlt, die nur zu grob 60% aus neuen Songs besteht und der Rest lässt sich eher als verzichtbare Experimente und Interludes klassifizieren. Die zwei "richtigen" neuen Songs sind jedoch mal wieder 'ne Bombe, angetrieben von elektrischen Beats ein bisschen so, wie wir es schon mal im Song "Subdivision" von ihrer 2022er EP Town Topic gehört haben, allerdings ist der Energielevel hier ungleich höher und fast schon brutal im direkten Vergleich, verschiebt ihren Sound näher an ein ausgesprochenes Elektropunk-Territorium, wobei die Songs aber erneut ziemlich klassisches und ausgezeichnetes Snooper-Material sind. Wenn die Chaot*innen sich jetzt noch dazu aufraffen könnten, auf ihrer übernächsten EU-Tour auch mal hier im Westen zu spielen, würde mich das durchaus glücklich machen. Es leben nämlich auch Eggpunks in anderen Städten als Berlin.

Beer – Beer III

Die eierigen Bierpunks aus Charleston, South Carolina haben schon wieder eine essenzielle neue Veröffentlichung am Start für Genre-Aficinados und ich hab dazu überhaupt nichts neues zu sagen. Wie schon die Vorgänger ist das einfach verdammt guter - wenn auch nicht zwangsläufig origineller - Scheiß, den Freunde von so Bands im Fahrwasser von Prison Affair, Set-Top Box and Winky Frown, Raya, Möney und Goblin Daycare sich auf keinen Fall entgehen lassen dürfen.

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Nylon – Inflatable World

Nach einer kurzen, auf ihrer ersten EP dokumentierten Experimentierphase kam diese Band aus New Jersey mal so richtig in die Gänge auf einer Split-EP mit Operants und nachfolgend einer weiteren starken 2-Track Single. Ihr neuester Kurzspieler erhöht die Messlatte ein weiteres mal für ihren Mix aus Garage Punk und verwinkeltem Post Punk mit Egg-Zusatz, der hier so selbstbewusst und mühelos rüberkommt wie nie zuvor und an solche Boten des verspulten Chaos erinnert wie etwa Skull Cult, Pressure Pin, Trashdog, Checkpoint, Patti, Titanium Exposé, Reality Group, Big Bopper oder Belly Jelly.

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Beta Máximo – Último asalto

Das Artwork scheint subtil auf etwas Dungeon-mäßiges hinzuweisen und zumindest im rifflastigen ersten Song erscheint das fast schon plausibel. Im weiteren Verlauf spielt sich die neueste EP der Spanier aber auf ihren vertrauten Sound aus verträumt-eierigem Noise Pop und Synth Punk ein, wie wir es von ihnen kennen und lieben, wenngleich auch mit ein paar unerwarteten Nuancen wie dem bereits erwähnten Opener, vereinzelt Emo-mäßigen Sprengseln, Spuren von geradlinigem, klassischem Indie Rock und Momenten, die eine Ästhetik zwischen der C86-Ära und frühem Shoegaze channeln wie etwa in El Valle De La Muerte und dem abschließenden Sesos En Bandeja.

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Jocks – Speedbuster

Auf dieser Debüt-Kassette mit dem Qualitätssiegel der verlässlichen Detroiter Kassettenklitsche Painters Tapes zieht eine Band irgendwo aus Ohio nicht weniger ab als höchstwertige, waffenfähige Synth Punk-Exzellenz und Gitarren-freie Zone, die einen Bogen schlägt von oldschool-Acts der '70er und '80er wie Nervous Gender, Units, Visitors and Screamers einerseits, zu einer Reihe von jüngeren, variabel eiermäßigen Bands in einem Spektrum zwischen dem hyperaktivem Ansatz etwa von Checkpoint, Titanium Exposé, Pressure Pin und dem minimalistischeren Schaffen von Beef, Busted Head Racket - und nicht zuletzt auch einigen Bands zwischen diesen Welten wie Quitter, Slimex, Isotope Soap, frühen Freak Genes oder auch Billiam's Synth Punk-Project NTSC>PAL.

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Gummi – Something To Chew On

Ein irrsinniger Spaß, die Debüt-EP dieser Band aus St. Louis, Missouri, die ziemlich exakt so klingt wie... eigentlich keine andere Band, was in unseren stark genre-kodifizierten Zeiten eigentlich zu den besten Komplimenten gehört, die man machen kann. Vielmehr werden hier auf relativ freidrehende Art vertraute Bausteine des Synth-versifftem Gararage Punk von variabler Eierigkeit zu einem saumäßig catchy klingendem, kohärenten Ganzen verschweißt, das an diversen Stellen mal an so Bands wie Skull Cult, Print Head, Warm Bodies, Rearranged Face, Snooper oder Wax Minds erinnern mag.

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96 Cougar – Forklift Rodeo

Was für eine schicke kleine Anomalie, die zweite EP von Forklift Rodeo aus Chicago. Darauf verquirlen sie einige Ladungen von wunderbar kaputtem Cowpunk mit leichten Spuren von klassischen, AmRep/Touch&Go-mäßigem Noise Rock und Postcore und zeitweilig auch einer gewissen Eggpunk-Qualität, wobei ich aber eher an frühe Skull Cult denke als an die inzwischen geringfügig kodifiziertere, aktuelle Welle des gepflegten Lo-Fi-Wahnsinns. Apropos Lo-Fi... das ist diese Platte definitiv nicht und die polierten Produktionswerte bewirken einen ungewohnten Glanz und eine klangliche Tranzparenz für ihre unvorhersehbaren, verworrenen Songkonstrukte, die es tatsächlich auch gar nicht nötig hätten, sich hinter einem schützenden Schleier aus Lärm und Dreck zu verstecken.

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Garbanzo – Grub

Für unsere wöchentliche Dosis des ausgesprochen toten Eggpunks zeichnet eine Band irgendwo aus Pennsylvania verantwortlich. Jene fiel bereits positiv auf mit einem 2023er Demo sowie einer Split-EP mit RONi im letzten Jahr und liefert auf ihrem neuesten Tape ihr kräftigstes und ansprechendstes Material soweit ab mit einem durchaus vertrauten Vibe so á la Beer, Raya, Winky Frown, Midgee, Goblin Daycare oder Pringue.

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Piggy Bank – Pattern Recognition

Die Debüt-EP dieser Band aus Portland ist stilistisch eine ziemlich gemischte, aber durchweg brilliante Tüte. Die ersten zwei Songs gehen in die Richtung von verwinkeltem Garage- und Post Punk, der eine delikate Balance hält zwischen dissonanten Texturen und supereingängigen Hooks wie man es so ähnlich schon von so Bands wie Reality Group, Print Head, frühen R.M.F.C., Exit Group and Beef gehört hat. Technology Discriminates Against The Poor klingt daraufhin ein bisschen nach einer krautigen Variante von Spray Paint kombiniert mit dem spacigen Garage Punk von Mononegatives oder späten Useless Eaters. False Reality erinnert mich am stärksten an den nicht weniger abgespaceten Garagenlärm von Pow!, während Identity einen catchy-quirligen Minimalismus so á la Busted Head Racket oder Daughter Bat and The Lip Stings versprüht. Beat Struggle taucht dann ganz ein in die motorisch-krautigen Vibes bevor die EP ihren angemessen wertigen Abschluss verpasst bekommt mit einer gelungenen Coverversion der alten Niederländer Ivy Green und den walzenden Grooves des Synth Punk-Schwelbrandes Conflict Driven Entertainment.

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