Walter Ego – Smoke On The Walter

Neue Eggpunk-Ware erster Güte kommt zu uns von Ein-Mann-Band/Schlafzimmerprojekt Walter Ego aus Aschaffenburg. Wenngleich der Scheiß sich auch klar auch die eine oder andere Scheibe bei etablierten und vertrauten Klangterrorristen á la Prision Affair, Billiam, Beer, Set-Top Box oder Nuts abgeschnitten hat, trifft er dabei aber gleichsam mit jedem Versuch voll ins Schwarze mit einer fachmännisch eingepegelten Mid-Fi-Ästhetik, die geschickt Garagenknusper mit Eggpunk-Sonderlichkeiten balanciert und obendrein sind Race The Alps und insbesondere Forevermore (In The Dungeon) schon jetzt nicht weniger als zertifizierte Instant-Genreklassiker.

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Sprgrs – Poligono Industrial

In den letzten drei Jahren waren Sprgrs aus Granada, Spanien eine konstante Präsenz im oberen Mittelfeld der kontemporären Eggpunk-Szene und scheinen mit diesem Status auch weiterhin durchaus glücklich zu sein als eine Band, die grundlegende Zutaten des Genres in routiniertem Handwerk konsistent aufbereitet. Offenbar sind sie gekommen um zu bleiben und mir passt es sowas von in den Kram wenn sie uns noch länger damit beglücken, auch wenn der Tag vielleicht nie kommen mag, an dem sie die Limitierungen und Konventionen des Genres transzendieren. Kein Feinschmeckertum also sondern mehr eine Platte der Sorte Hamburger-und-Pommes und manchmal ist solches Junk Food auch einfach genau was die hungrige Seele zum überleben braucht.

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Snooper – Worldwide

Die Eggpunk-Überformation aus Nashville, Tennessee ist zurück mit einer zweiten LP. Die entpuppt sich dann als eine gar nicht so radikale Abweichung von ihrem bisherigen Schaffen, wie es die stampfenden Elektro-Beats des Preview-Tracks Worldwide zuerst suggerieren mochten. Nach dem Kulturschock der ersten LP, auf der sie sich in unnachgibiger Hardcore-Intensität durch das Material der frühen EPs schmetterten, ist ihr neustes Baby in Teilen sogar eine unerwartete Rückbesinnung auf die verspielten und abwechslungsreichen Experimente ihres frühen Schaffens. Wie schon auf dem Vorgänger hat man einige Songs zuvor schon mal in der einen oder anderen Form gehört wie etwa in Subdivision, das uns erstmals vor gut drei Jahren auf der Town Topic 7" begegnete und die Beatles-Coverversion Come Together, die sogar noch weiter zurückgeht und ursprünglich 2021 auf der G.T.R.R.C. III-Compilation erschien - beide davon haben hier aber eine gründliche Generalüberholung erfahren und das gilt auch für die meisten anderen zuvor gehörten Songs hier. Was soll ich sagen, die Platte ist erneut ein absolut glorreicher Freakout aus quirlig-eingängigem Lärm von den Tellerrändern des Garage- und Post Punk, dem scheinbar niemals die Ideen ausgehen.

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No Lines – EP 2

Nachschub an aufregendem Eggpunk der minimalistischen und Fuzz-verliebten Machart erreicht uns von dieser britischen Band, deren Songs auf den ersten Blick nicht groß mit den gängigen Mustern des Genres brechen, aber wen fucking interessiert's wenn jeder einzelne davon mit solch einer blinden Intuition präzise jeden Nagel auf den Kopf trifft in einer unfehlbaren Abfolge von zackigen, saumäßig eingängigen Fuzz Pop-Attacken, die mir eine Mischung etwa aus Elvis 2, Kid Chrome, Power Pants, S.B.F. and Satanic Togas ins Gedächtnis rufen.

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Screen Star – Cop City

Nu hier ist mal ein bisschen Nachschub an exzellentem Garage-/Synth-/Post Punk-Scheiß der nur tangential Egg-verwandten, aber dennoch ausgesprochen Devo-fizierten und nicht zuletzt auch ordentlich abwechslungsreichen, wandlungsfähigen Art, verschnürt zu einem kompakten und kurzweiligen Sprengsatz der mich an eine bunte Mischung aus Bands wie Checkpoint, Kitchen People, Ghoulies, Fungas, Cherry Cheeks, Ausmuteants, frühe Powerplant, Electric Prawns 2 und Dr. Sure's Unusual Practice denken lässt.

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Billiam – The Letter W & The Numeral B

...uuund hier ist die gefühlt hundertste, gewohnt arschtretende Billiam EP und weiß erneut abzuliefern im Dienste des schrullig-eierigen Garage Punk mit vier neuen Songs, die eine gute Balance halten zwischen einem angenehm vertrauten Sound und einer Reihe von schrägen Ideen und unerwarteten Abstechern. Für mich stechen hier besonders die pulsierenden Post Punk-Grooves von Planned Obsolescence heraus, aber auch New Wave ist eine echte Abrissbirne. Essential Feedstock Oils fühlt sich ein bisschen an wie ein willkommener Throwback zu dem ganz frühen Schaffen des Australiers und es ist nicht weniger vergnüglich, wenn er hier Robbie Thunders' 2023er Instant-Klassiker Houston We Have Rock mit einer angemessen rustikalen Coverversion Tribut zollt.

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No Peeling – No Peeling

Ausgezeichneter neuer Scheiß, die Debüt-EP dieser Band aus Nottingham, deren Style sich hier im ständigen Fluss befindet und sich schwer auf eine Kategorie festnageln lässt, auch wenn die einzelnen Bestandteile reichlich etabliert sind. Die offensichtlichsten davon sind so Eggpunk-relevante Exzentriker wie Snooper, frühe Skull Cult, Busted Head Racket, Clarko einerseits, aber auch die ungleich roheren Schrägheiten von Warp, Beef oder Scud und nicht zuletzt nähert sich das ganze mehr als nur einmal dem total entgleisten Eklektizismus von Pressure Pin, Checkpoint oder TY an.

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Bront – #9

Nach sechsjähriger Stille kommt jetzt wie aus dem Nichts die zweite 7" dieser Belgier über die lokale Garage Punk-Institution Belly Button Records angerollt und mein lieber Hund, ist das mal ein Knall des zeitgenössischen Lärms, der gleichermaßen von so Garage Punk-Klugscheißern wie Uranium Club und Vintage Crop inspiriert scheint wie auch dem Sprechgesang und den durchdachten Arrangements des US Post Punk/Postcore-Phänomems Straw Man Army, auch wenn es hier lyrisch, passend zur Musik, ungleich leichtfüßiger zugeht. Abrundend ist noch ein leichter Touch von Tyvek oder UV Race am Start, der sich im laufe der EP zunehmend einschleicht. Ich finde das ist eine perfekte kleine 7". Ich bin so bereit für die nächste, die nach meinen Berechnungen so etwa um 2031 landen sollte.

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Bachelor Pad – Feel The Beat From The Tambourine

Catchy Garage Punk Shit erster Güte aus Sydney, der sich in vier Songs durch recht vielfältige Styles durchplündert. POSIWID und der Opener What A Time To Be Alive kommen dabei rüber wie ein Mix aus dem fuzzigen Power Pop von Sex Mex und der quirligen Egg-/Synthpunk-Action der Ghoulies, wohingegen der Synth-/Electro Punk von The Game an alte Digital Leather-Schinken erinnert sowie jüngere Zeiterscheinungen á la Spyroids und O-D-Ex. Der Rausschmeißer-Track B-52's Tattoo könnte darauf auch der unbändigen Fantasie der texanischen Garage Punk-Exzentriker Trashdog ensprungen sein. Oh und war da nicht noch so eine Hundeband? Ja stimmt, ich denke an Melbourne's wunderbar trashige Garage-/Synth Punk-Explosion Metdog!

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Winky Frown – A Tale Of Two Frowns

Winky Frown waren von Anfang an eine gewisse Anomalie im per Definition ja schon sehr eigentümlichen Eggpunk-Umfeld, passen ihre Songs einerseits doch oft ziemlich passgenau in eine Reihe reichlich etablierter Eierpunk-Schemata aber sind dennoch immer voller Überraschungen und transzendieren mit links die Limitierungen des Genres indem sie jederzeit mehr Einsatz, Ideen und Songwriting-Rafinesse reinstecken als einem üblicherweise begegnet in dieser Nische. Die neue digitale 2-Track-Single kommt dann auch direkt mal mit einem von ihnen bislang ungehörten Trick daher in der Form von Frown Town, einer Art Slow-Jam, der auf gewisse Art ein verschollenes Artefakt von Wire der Chairs Missing-Ära zu channeln scheint, die im Gegenzug ja auch wieder viel von frühen Pink Floyd der Syd Barret-Ära heraufbeschwören und irgendwie funktioniert der Scheiß! Der zweite Song Upside Down Frown ist dann wieder näher dran an dem was wir von der Band gewohnt sind als ein weiteres fabelhaft konzipiertes High-Speed Garage Punk-Projektil, das unaufhaltsam einem explosivem Finale entgegenbrettert.