Die Debüt-EP dieser Band aus Porto, Portugal entzückt mit einer tadellos gleitenden Melange aus Synth-veredeltem Garage Punk, der sich einerseits wie eine willkommene Rückblende zu einer späten 2010er Ära des elektrifizierten, Egg-mäßigen Punk-Deliriums und so Bands der Marke Set Top Box, Research Reactor Corp. anfühlt, und mit weiteren Anklängen an Ausmuteants, S.B.F. und Kid Chrome's schwerer Riffkanone aufwartet, ohne dabei aber den Faden zu einer Reihe von jüngeren Bands zu verlieren wie etwa Beef, The Gobs, Kerozine, Factory City Children und ganz besonders 3D and The Holograms. Also klar, die erfinden hier das Rad nicht neu, aber ungeachtet dessen ist das durchweg spaßiger und mehr als kompetent durchgezogener Scheiß, den Genre-Aficinados sich keinesfalls entgehen lassen sollen.
Brillianter Garage-/Egg-/Synth Punk-Scheiß auf einer tollen Debüt-EP von 'nem Typen oder einer Band aus Montreal, die irgendwie komplett an mir vorbei ging als dieses Tape im Rahmen vom Demo Fest 2025 erstmals erschinenen ist. Nun, hier ist jetzt meine zweite Chance und verdammt, ist das mal guter Scheiß hier! Die Synth-Klänge irgendwo zwischen Kinderkeyboard und Hammond Orgel in den ersten beiden Songs erinnern mich an eine frühere Phase des Egg-Wahnsinns und insbesondere an die beiden Mark Cone-Platten aus den Jahren 2016/'17, woraufhin dann die nächsten beiden mehr von einem stärker elektrischen, Industrial-mäßigen aber dennoch absolut verspielten Feel haben irgendwo zwischen, sagen wir mal, Beef und R. Clown, bevor eine Violet Femmes-Coverversion als Rausschmeißer-Track durchaus plausibel eine primäre Inspiration für den ganzen Krempel nahelegt.
Diese Band aus Cleveland, Ohio verwebt so kompakte wie einfach gestrickte Perlen des moderat abgespaceten, eierigen Garage- und Synth Punk zu einem ausgesprochen schicken Gesamtpaket aus melodischem Delirium, das mich an einen recht farbenfrohen Strauß von Bands á la Metdog, The Gobs, SGATV, Sex Mex, Hyperdog, Beta Máximo oder Apero erinnert und der Scheiß hier muss diese Vergleiche mal ganz und gar nicht scheuen, guter Stoff.
Wenn es jemals so etwas wie einen Covid-Bonus für irgendeine Band gab, dann muss es wohl diese New Yorker "Healthpunk" Ein-Mann-Band sein, die aber auch schon vor der Pandemie unterwegs war und irgendwie auch jetzt noch seltsam relevent wirkt, wenn man sich so den aktuellen Irrsinn im US Gesundheitswesen anschaut. Nu ja wie auch immer, die neueste EP präsentiert den Typen in seiner vielleicht besten Form bislang mit vier moderat oldschooligen und Eggpunk-igen Smashern, jeder davon ein bombenfest in die Wege geleiteter Schlag aus schnörkelloser Garage Punk-Qualität.
Unsere liebste Eggpunk-Anomalie aus der Ukraine Завірюга hat hier mal klar ihren Sound ein gutes Stück aufgewühlt, dabei die Gitarren komplett über Bord geworfen und den Bass in den Mittelpunkt gerückt auf ihrer neuesten EP, komplementiert von minimalistischen Synths und Samples, was ihren Sound diesmal zunehmend in eine ungewohnt Noise Rock- und Industrial-affine Richtung verschiebt. Das Ergebnis ist nicht weniger als ihre frischeste und stärkste Platte seit einiger Zeit. Haltet die im Auge, man weiß nie auf welche Ideen die als nächstes noch kommen.
Die Kanadier werden auch auf ihrer neuesten EP ihrem ausgezeichneten Ruf gerecht als einer der herausragenden und spaßigsten Acts der aktuellen Eggpunk-Landschaft, vielleicht mit Ausnahme von Slop, das wohl in der Tat das absichtlich sloppigste stück Musik ist, mit dem uns die Band bisher angeslopt hat auf einer ansonsten gleichermaßen vertrauten und unberechenbaren Platte, die erneut allen Luxus und Nervenkitzel abliefert, den wir inzwischen von einer Winky Frown-Platte erwarten.
Ausgesprochen ansprechender Scheiß, dieses Demo von The Molds aus Sydney. Was mit ziemlich standardmäßigen, elektrischen Lo-Fi beats beginnt, die einen unterschwellig eierigen Garage Punk-Sound so á la S.B.F., 3D & The Holograms und Witch Piss voranpeitschen, gewinnt die Platte ab dem darauf folgenden Track Maitland Man dann doch eher eine gewisse KBD-Qualität dazu, was mich an so jüngere Bands wie Launcher, Liquid Assets, Freakees und Mystic Inane erinnert, wohingegen Long Week mehr von einem aufs wesentliche reduzierten Art Rock-Feel nicht unähnlich zu den frühen Peace de Résistance-Veröffentlichungen hat.
Die Debüt-EP dieser Band aus Auckland, Neuseeland fühlt sich stark nach einem Flashback zu einer früheren Ära des (Proto-)Eggpunk, wie sie hier einen Sound nicht unähnlich etwa zu frühem Erik Nervous, Hobocop, Coneheads, Neo Neos, Skull Cult oder einem jungen Billiam mit einer rauhen oldschool Garage Punk-Kante verquicken, wie man es heutzutage eher selten hört aus der einfach nicht abreißen wollenden aktuellen Welle von Eggheads. Mir passt ausgesprochen gut den Kram denn irgendwie muss ich doch zugeben, die alte Schule etwas zu vermissen.
Über die letzten paar Jahre haben Shrudd aus Loiseville, Kentucky zuverlässig mit jeder neuen Veröffentlichung die eigene Messlatte ein Stück höher gelegt aber ich würde mal sagen, dass ihr erster Langspieler jetzt noch mal in einer ganz anderen Liga spielt, ein bemerkenswerter Sprung vorwärts von allem was zuvor von der Band kam. Nachdem ihr bisheriges Werk sich durch eine Reihe verschiedener Subgenres plünderte, aber dabei fast immer eine gewisse Eggpunk-Qualität beinhaltete, bewegt sich die Band hier deutlich davon weg und der Opener M.M.I.T.L. hat da noch die größte Ähnlichkeit mit diesem gewissen Ghoulies-Vibe, bevor Stagnant als erster Vorbote einer dunkleren, stark psychedelischen Richtung mit Spuren etwa von Useless Eaters, Pow!, Electric Prawns 2 und Mononegatives fungiert. So richtig kommen jene Tendenzen dann aber in Fahrt mit den leicht Powerplant-mäßigen vibes von Bodies. EMT hingegen hat einen klassisch bluesigen, subtil Cowpunk-mäßigen Einschlag, gefolgt von Gift, welcher in den vollen abgespaceten Acid Punk-Overdrive geht. Und so ähnlich geht es weiter, wie die Band hier mit fast jedem Song ihren Klanghorizont ein Stück erweitert - ein weiteres Beispiel einer Band die aufwächst und von ihren bescheidenen Eggpunk-Wurzeln zu neuen Horizonten aufbricht, was Ex-Lumpy Martin Meyer mit Sicherheit stolz und glücklich machen wird. Und mich auch, denn der Scheiß ist einfach verdammt gut.
Die Dungeon Punk-Ära ist noch immer in voller Fahrt, die aktuellste Evidenz dafür ist dieses Tape von einem Typen aus Santa Fe, Argentinien - ursprünglich diesen Sommer auf Bandcamp selbstveröffentlicht und nun auf dem unermüdlichen Nischenlabel Grime Stone Records wiederveröffentlicht - das sich nahtlos in dessen Katalog einreiht mit einem Sound, der nur die einfachsten und grundlegendsten True- und Black Metal-Versatzstücke auf etwas Mitt- bis Spätachtziger Punk-Gemoshe und tonnenweise von schnuckelig-schrägem Eggpunk-Spaß und -Melodiesinn treffen lässt. Desweiteren gibt es auf der Bandcamp-Seite von dem Kerl auch schon mehr von dem guten Scheiß in Form einer neuen Split EP mit Corazón Sombrío, bei dem es sich, dem Artwork nach zu urteilen, wohl um eine invertierte, extra-kaltherzige Spiegelversion des gleichen Typen handelt? Wie auch immer, das ist Pflichtprogramm für jeden ernsthaften Dungeon-Afficinado.