The Moids – Demos

Ausgesprochen ansprechender Scheiß, dieses Demo von The Molds aus Sydney. Was mit ziemlich standardmäßigen, elektrischen Lo-Fi beats beginnt, die einen unterschwellig eierigen Garage Punk-Sound so á la S.B.F., 3D & The Holograms und Witch Piss voranpeitschen, gewinnt die Platte ab dem darauf folgenden Track Maitland Man dann doch eher eine gewisse KBD-Qualität dazu, was mich an so jüngere Bands wie Launcher, Liquid Assets, Freakees und Mystic Inane erinnert, wohingegen Long Week mehr von einem aufs wesentliche reduzierten Art Rock-Feel nicht unähnlich zu den frühen Peace de Résistance-Veröffentlichungen hat.

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The Meccanics – Good Time Rock N Roll

Die Debüt-EP dieser Band aus Auckland, Neuseeland fühlt sich stark nach einem Flashback zu einer früheren Ära des (Proto-)Eggpunk, wie sie hier einen Sound nicht unähnlich etwa zu frühem Erik Nervous, Hobocop, Coneheads, Neo Neos, Skull Cult oder einem jungen Billiam mit einer rauhen oldschool Garage Punk-Kante verquicken, wie man es heutzutage eher selten hört aus der einfach nicht abreißen wollenden aktuellen Welle von Eggheads. Mir passt ausgesprochen gut den Kram denn irgendwie muss ich doch zugeben, die alte Schule etwas zu vermissen.

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Shrudd – No Man Is Good Three Times

Über die letzten paar Jahre haben Shrudd aus Loiseville, Kentucky zuverlässig mit jeder neuen Veröffentlichung die eigene Messlatte ein Stück höher gelegt aber ich würde mal sagen, dass ihr erster Langspieler jetzt noch mal in einer ganz anderen Liga spielt, ein bemerkenswerter Sprung vorwärts von allem was zuvor von der Band kam. Nachdem ihr bisheriges Werk sich durch eine Reihe verschiedener Subgenres plünderte, aber dabei fast immer eine gewisse Eggpunk-Qualität beinhaltete, bewegt sich die Band hier deutlich davon weg und der Opener M.M.I.T.L. hat da noch die größte Ähnlichkeit mit diesem gewissen Ghoulies-Vibe, bevor Stagnant als erster Vorbote einer dunkleren, stark psychedelischen Richtung mit Spuren etwa von Useless Eaters, Pow!, Electric Prawns 2 und Mononegatives fungiert. So richtig kommen jene Tendenzen dann aber in Fahrt mit den leicht Powerplant-mäßigen vibes von Bodies. EMT hingegen hat einen klassisch bluesigen, subtil Cowpunk-mäßigen Einschlag, gefolgt von Gift, welcher in den vollen abgespaceten Acid Punk-Overdrive geht. Und so ähnlich geht es weiter, wie die Band hier mit fast jedem Song ihren Klanghorizont ein Stück erweitert – ein weiteres Beispiel einer Band die aufwächst und von ihren bescheidenen Eggpunk-Wurzeln zu neuen Horizonten aufbricht, was Ex-Lumpy Martin Meyer mit Sicherheit stolz und glücklich machen wird. Und mich auch, denn der Scheiß ist einfach verdammt gut.

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Maximucho2 – Maximucho2

Die Dungeon Punk-Ära ist noch immer in voller Fahrt, die aktuellste Evidenz dafür ist dieses Tape von einem Typen aus Santa Fe, Argentinien – ursprünglich diesen Sommer auf Bandcamp selbstveröffentlicht und nun auf dem unermüdlichen Nischenlabel Grime Stone Records wiederveröffentlicht – das sich nahtlos in dessen Katalog einreiht mit einem Sound, der nur die einfachsten und grundlegendsten True- und Black Metal-Versatzstücke auf etwas Mitt- bis Spätachtziger Punk-Gemoshe und tonnenweise von schnuckelig-schrägem Eggpunk-Spaß und -Melodiesinn treffen lässt. Desweiteren gibt es auf der Bandcamp-Seite von dem Kerl auch schon mehr von dem guten Scheiß in Form einer neuen Split EP mit Corazón Sombrío, bei dem es sich, dem Artwork nach zu urteilen, wohl um eine invertierte, extra-kaltherzige Spiegelversion des gleichen Typen handelt? Wie auch immer, das ist Pflichtprogramm für jeden ernsthaften Dungeon-Afficinado.

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Baby Muffler – Baby Muffler

Neues Futter für warmherzige Eierköpfe kommt zu uns von einem (vermutlich) in Providence, Rhode Island ansässigen Typen oder vielleicht auch einem Duo, das hier eine Handvoll fluffiger und zuckersüßer Power Pop-Hymnen erster Güte abliefert in einem unprätentiösen Eggpunk-Kostüm, nicht unähnlich zu so Vertretern wie Gonk, Power Pants, Gee Tee, Music For Microwaves, 1-800 Mikey oder Rude Television. Die Hauptattraktion ist hier aber nicht so sehr der Sound sondern viel mehr das starke Songmaterial selbst in all seinem tadel- und schnörkellosen Pop-Glanz.

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Sonic Youth Of Today – SYT 3

Das neue, ganz den Synth-Sounds gewidtmete Projekt Sonic Youth Of Today des Beta Máximo-Typen hat schon wieder alle Anzeichen dafür, ein ähnlich produktives Unterfangen zu werden wie das alte Ding. EP Nummer drei tritt die Sache los mit einer netten Coverversion der größten Fake-Punk-Nummer aller Zeiten und wohl auch eines der essenziellen Eggpunk-Urtexte, Village People’s Food Fight, aber der wirkliche Speck sind hier die eigenen Songs, die schlicht und einfach Synth Punk in Bestform sind, so antriebsstark und pulsierend wie auch unwiderstehlich in ihrer catchyness und mit der unverwechselbaren Handschrift ihres Schöpfers.

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Walter Ego – Smoke On The Walter

Neue Eggpunk-Ware erster Güte kommt zu uns von Ein-Mann-Band/Schlafzimmerprojekt Walter Ego aus Aschaffenburg. Wenngleich der Scheiß sich auch klar auch die eine oder andere Scheibe bei etablierten und vertrauten Klangterrorristen á la Prision Affair, Billiam, Beer, Set-Top Box oder Nuts abgeschnitten hat, trifft er dabei aber gleichsam mit jedem Versuch voll ins Schwarze mit einer fachmännisch eingepegelten Mid-Fi-Ästhetik, die geschickt Garagenknusper mit Eggpunk-Sonderlichkeiten balanciert und obendrein sind Race The Alps und insbesondere Forevermore (In The Dungeon) schon jetzt nicht weniger als zertifizierte Instant-Genreklassiker.

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Sprgrs – Poligono Industrial

In den letzten drei Jahren waren Sprgrs aus Granada, Spanien eine konstante Präsenz im oberen Mittelfeld der kontemporären Eggpunk-Szene und scheinen mit diesem Status auch weiterhin durchaus glücklich zu sein als eine Band, die grundlegende Zutaten des Genres in routiniertem Handwerk konsistent aufbereitet. Offenbar sind sie gekommen um zu bleiben und mir passt es sowas von in den Kram wenn sie uns noch länger damit beglücken, auch wenn der Tag vielleicht nie kommen mag, an dem sie die Limitierungen und Konventionen des Genres transzendieren. Kein Feinschmeckertum also sondern mehr eine Platte der Sorte Hamburger-und-Pommes und manchmal ist solches Junk Food auch einfach genau was die hungrige Seele zum überleben braucht.

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Snooper – Worldwide

Die Eggpunk-Überformation aus Nashville, Tennessee ist zurück mit einer zweiten LP. Die entpuppt sich dann als eine gar nicht so radikale Abweichung von ihrem bisherigen Schaffen, wie es die stampfenden Elektro-Beats des Preview-Tracks Worldwide zuerst suggerieren mochten. Nach dem Kulturschock der ersten LP, auf der sie sich in unnachgibiger Hardcore-Intensität durch das Material der frühen EPs schmetterten, ist ihr neustes Baby in Teilen sogar eine unerwartete Rückbesinnung auf die verspielten und abwechslungsreichen Experimente ihres frühen Schaffens. Wie schon auf dem Vorgänger hat man einige Songs zuvor schon mal in der einen oder anderen Form gehört wie etwa in Subdivision, das uns erstmals vor gut drei Jahren auf der Town Topic 7″ begegnete und die Beatles-Coverversion Come Together, die sogar noch weiter zurückgeht und ursprünglich 2021 auf der G.T.R.R.C. III-Compilation erschien – beide davon haben hier aber eine gründliche Generalüberholung erfahren und das gilt auch für die meisten anderen zuvor gehörten Songs hier. Was soll ich sagen, die Platte ist erneut ein absolut glorreicher Freakout aus quirlig-eingängigem Lärm von den Tellerrändern des Garage- und Post Punk, dem scheinbar niemals die Ideen ausgehen.

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No Lines – EP 2

Nachschub an aufregendem Eggpunk der minimalistischen und Fuzz-verliebten Machart erreicht uns von dieser britischen Band, deren Songs auf den ersten Blick nicht groß mit den gängigen Mustern des Genres brechen, aber wen fucking interessiert’s wenn jeder einzelne davon mit solch einer blinden Intuition präzise jeden Nagel auf den Kopf trifft in einer unfehlbaren Abfolge von zackigen, saumäßig eingängigen Fuzz Pop-Attacken, die mir eine Mischung etwa aus Elvis 2, Kid Chrome, Power Pants, S.B.F. and Satanic Togas ins Gedächtnis rufen.

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