Gremlin – 1-800-GREMLIN

Luxuriöses neues Futter für Garage- und Eggpunk-Enthusiasten kommt hier von einer Band aus Cincinnati, Ohio. Soft Violence and Why Fight reflektierem die schrägen Stilblüten etwa von Prison Affair, Nuts, Beer, Cherry Cheeks und Pringue, erweitern diese Ästhetik jedoch mit einem deutlich psychedelischen Unterton, der in erster Linie vom mehrstimmigen Gesang transportiert wird. Auch Null Future hat da reichlich von, aber begibt sich sehr fachmännisch doch eher in klassisches Garage Punk-Terrirorium mit einem Vibe á la Mononegatives, zusätzlich ausgestattet mit einer puristischen Fuzzpunk-Kante. Der Rausschmeißer It Goes On ähnelt dann zu guter Letzt sehr deutlich den krautig-psychedelischen Post Punk-Vibes der Stadtnachbarn The Drin und The Serfs, was natürlich auch über personelle Überschneidungen mit jenen spekulieren lässt.

Album-Stream →

Beta Máximo – Creo que E​.​T. es Melvin

Die spanischen Noise Pop-Overlords Beta Máximo schlagen wieder zu mit einem starken Bündel neuer Songs. Schwer zu glauben, dass ihr gigantischer Output erst irgendwann im letzten Sommer seinen Anfang genommen hat… Ursprünglich noch mit einer deutlichen Eggpunk-Ästhetik, hat sich ihr Sound graduell in eine etwas ruhigere und verträumte, leicht Shoegaze-mäßige Richtung entwickelt und diese neuen Songs sind fraglos die rundeste Inkarnation ihrer jüngeren Entwicklung.

Album-Stream →

Ismatic Guru – III

Die vergangenen zwei EPs von Ismatic Guru aus Buffalo, New York waren schon eine durchaus spaßige, vielversprechende Angelegenheit aber auf ihrer neuesten Kassette greifen die Rädchen ihrer Musik erstmals so richtig ineinander zu einem tighteren Klangbild und einer deutlich ausgereifteren Vision. Ich würde mal sagen dass ihre Mischung grob in den Sphären von Garage-, Synth- und Eggpunk durchaus ihre eigene kleine Nische in einem dicht gedrängten Genre-Umfeld gefunden hat, indem sie die schnuckelig-verschrobene Klangästhetik mit reichlich funkiger Action und darüber hinaus ein paar krautig-psychedelischen Vibes anreichern - letztere werden besonders auffällig im ersten und letzten Track.

Album-Stream →

Power Pants – PP4

Schwer zu glauben, dass Power Pants aus Winchester, Virginia noch kein Jahr lang von sich hören lassen, aber in der Tat sind die drei durchweg geilen LPs alle im Laufe dieses Jahres erschienen und ihre neueste EP zeigt auch weiterhin überhaupt keine Anzeichen von Ermüdung ihrer überproduktiven Songmaschine! Hier haben wir es mit einem weiteren endlos charmanten Leckerbissen zu tun, catchy wie Sau und irgendwo zwischen Egg-mäßigem Garage- und Synth Punk, der alle richtigen Knöpfe drückt um Freunde von so Krempel á la Ausmuteants, Set-Top Box, Gee Tee, Erik Nervous, Sex Mex oder Daughter Bat And The Lip Stings wiederholt zu verzaubern.

Album-Stream →

Checkpoint – D R I F T

Noch so ein irrsinnig hochkarätiger Release auf Erste Theke Tonträger von einer Band aus Melbourne, die sich unter anderem Mitglieder mit Pinch Points, Dr. Sure's Unusual Practice, Gonzo und Dragnet teilt. Der Opener legt gleich los mit einem abenteuerlichen Gemisch zwischen Garage-, Synth- und Art Punk, der mich an so Bands wie Ghoulies, Set-Top Box, Isotope Soap und auch ein bisschen an Erik Nervous denken lässt. Friends geht zunächst in eine ähnliche Richtung, nimmt dann aber eine scharfe Kurve in die Sphären von psychedelischem Post Punk so á la Marbled Eye, Yammerer, Waste Man oder Public Eye. Break überrascht mit einem unverschämt relaxten und psychedelischen Garage-/Fuzz Pop-Groove, gefolgt von dem kompakt-ökonomischen Garagenrocker Ice Summit mit Echos von Parquet Courts, Tyvek und Shark Toys. Wirklich abgefahren wird's dann bei Drift, einem epischen Manöver im dem Garage und Eggpunk-Versatzstücke auf unverblümte Progressive Rock-Anleihen treffen - dabei scheut man sich auch keinesweg davor, im Mittelteil so richtig käsig zu werden. Seite B gibt sich dann etwas weniger ambitioniert und homogener, aber keineswegs weniger entzückend in einem geradeaus rockenden Farbenrausch, der unter anderem so Zeug der Marke Cherry Cheeks, Smirk, Metdog, Powerplant and Freak Genes reflektiert.

Album-Stream →

Onyon – Last Days On Earth

Auch auf ihrem zweiten Album überzeugen mich die Leipziger erneut weniger mit Originalität als mit solidem Handwerk und hoher Wandlungsfähigkeit, mit der sie auch hier eine Reihe bewährter Formeln präzise und spezifikationsgetreu wiedergeben. Post Punk ohne Bullshit, könnte man auch sagen. Dieses mal lässt sich neuerdings aber auch ein Hauch von Eggpunk-Ästhetik darin feststellen. Songs wie Dogman bekommen dagegen eine eher garagige Kante verpasst. Egg Machine hat eine Spur von Wire mit an Bord, Invisible Spook gefällt mit oldschooligen Goth-/Deathrock-Vibes und durchweg weht irgendwie auch der Geist von Gun Club durch diese Songs. Selbstredend bieten sich auch weitere Leipziger Acts wie Ambulanz, Lassie und Laff Box als mehr oder weniger robuste Vergleiche an.

Album-Stream →

Satanic Togas – Your Choice

Hab ich hier schon erwähnt, dass ich früher mal Christ war? Ja, ich weiß. Wahre Geschichte, ich hoffe ihr habt gut drüber gelacht. Heute bete ich nur noch Satan an. Großer Fan! Die Musik ist auch viel besser. Der Teufel ist bekanntermaßen Australier und die Togas sind das auch, haben es bisher auch noch nie zustande gebracht einen Song zu spielen, der nicht verdannt Arsch tritt. Die neueste EP liefert mehr von ihrer patentierten Melange aus Garage-, Synth-, Eggpunk und Power Pop-Transzendenz, die gleichermaßen hell und rapide fackelt und offensichtliche Parallelen zu anderem Gedöns aufweist wie etwa Research Reactor Corp., Ghoulies, Gee Tee, Daughter Bat & The Lip Stings, Alien Nosjob, Buck Biloxi, Set-Top Box oder Eric Nervous.

Album-Stream →

Dr​ý​sildj​ö​full – Verri en vondur

Nur einige Wochen nach ihrem zweiten Tape auf Iron Lung Records gibt es auch schon wieder Nachschub von dieser vermutlich Isländischen Band, dieses mal wieder auf dem Spezialisten-Label für Blackened- und Dungeon(-punk)-Experimente, Grime Stone Records. Wenn ihr mich fragt, ist es ihre ausgereifteste Veröffentlichung bisher. Man nehme die groben Eigenschaften und Spezifikationen von Black Metal, Noise-lastigem Synth-, Hardcore- und Electro Punk, erweitere dessen unnachgiebige Energie um eine leicht Eggpunk-mäßige Ästhetik die irgendwie etwas zu niedlich und quirlig wirkt im Angesicht der grimmigeren Tendenzen - das Ergebnis könnte durchaus ähnlich zu dem ausfallen, was Drýsildjöfull hier veranstalten.

Album-Stream →

Billiam – Corner Tactics

Billiams erste Veröffentlichungen waren so um 2020 herum aber für mich fühlt es sich an, als wäre der Typ schon viel länger bei der Sache, irgendwie immer an der Peripherie dieser 12XU-relevanten Bubble herumschwebend. Spätestens mit seiner neuesten LP sehe ich ihn aber vom Status einer allgegenwärtigen Randerscheinung mitten ins Spotlight katapultiert, nicht zuletzt dank seinem bislang stärksten und konsistentesten Bündel neuer Songs in seiner schwer zu imitierenden (was nicht heißen soll, dass es niemand versuchen würde…), leicht Egg-lastigen Melange aus mal mehr, mal weniger minimalistischem Synth-, Garage- und Post Punk - catchy wie Sau, dumm und simpel aber gleichzeitig ist jeder Move ist ein Volltreffer!

Album-Stream →

Завірюга – 18000

Die einzige Ukrainische Eggpunk-Band von der ich bislang weiß hat mein Interesse schon durchaus geweckt mit einer Reihe solider EPs in den letzten Wochen und die neueste davon regelt jetzt mal so richtig die Scheiße, wenn ihr mich fragt. Pflichtprogramm für Fans von so Krempel wie Prison Affair, Set-Top Box, Beer und Nuts!