O.R.F. – O.R.F.1

Fantabulöses neues Garage-/Synth-/Elektropunk-Gedöns aus Graz, das mit minimalen Mitteln doch tatsächlich ein paar frische und bislang ungehörte Impulse in den ganzen Eggpunk-Clusterfuck einbringt. In einigen Momenten kann ich gar nicht anders, als den Scheiß hier auf den Namen Big Bl...Egg zu taufen! Dem zum Trotz gibt es hier aber gleichermaßen auch reichlich fluffige Popmelodien zu bestaunen. Dann wäre da noch die Sache mit dem Rausschmeißer-Track Freibad Fürstenwald, der... ähm, recherchiert das mal selber nach, oder noch besser, lasst es sein. Ist nichts für schwache Nerven.

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Gee Tee – Prehistoric Chrome

Die neueste LP des Garage-/Synth-/Eggpunk-Bollwerks aus Sydney ist eigentlich mehr eine Sammlung diverser Krümel, Demos und Überreste, die über die Jahre auf dem Proberaumboden liegen geblieben sind. Aber meine Fresse... wenn das hier das B-Material dieser Band repräsentiert, dann lecke ich auch noch bereitwillig den C-Bodensatz vom leeren Fass auf. Das hier ist nämlich mal wieder eine brilliante Platte von Anfang bis Ende und Pflichtprogramm für Freunde der melodischen Fluffigkeit zwischen den Welten von Garage Punk, Fuzz- und Power Pop, all killer no filler!

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Tommy Cossack & The Degenerators – Agitator

Schau mal einer an, der Londoner Garage-/Synthpunk-Spezi Tommy Cossack hat seine Machenschaften zur vollen Band expandiert und das Resultat klingt einfach nur brilliant und weitaus größer als jemals zuvor. Dabei entledigt sich der Krempel ein bisschen der Egg-mäßigen LoFi-Schrabbeligkeit zugunsten einer ausgesprochen potenten, dichten und fokussierten Attacke, ohne jemals die böse ansteckenden Hooks zu vernachlässigen in einer kompakten und durchweg spannenden halben Stunde aus atemloser Energie und Aufregung, die durchaus berechtigte Vergleiche zu Hausnummern wie Set-Top Box, Powerplant, Ausmuteants und Satanic Togas hervorruft.

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Egg Idiot – Best Of LOL

Des Eierpunks eierigste Idioten haben jetzt ihr Langspieldebüt am Start, welches größtenteils aus Neuaufnahmen bereits von bisherigen EPs bekannter Songs besteht, mit dem Vorzug gerinfgügig verbesserter Produktionswerte und entsprechend ordentlich mehr Wumms unter'm Arsch, was das hier soweit zur definitiven Daseinsform dieser Tracks macht und mit Sicherheit auch zur infektiösesten Attacke des hirnamputierten Spaßes für die nächsten dreißig Minuten oder so... Wie gehabt, geiler Scheiß!

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Jimsobbins / Cindy7 – Split

Noch eine überzeugende Ladung des stark Eggpunk-verwandten Garage- und Synthpunk-Lärms erreicht uns in der Form dieser knusprigen Split-Kassette zweier Bands aus Providence, Rhode Island. Jimsobbins sind ein Duo bestehend aus Adam und Lucy. Ist das der gleiche Adam, der auch bei Balloon Thief mitmischt? Plausibel aber unbestätigt. Stößt hingegen noch die Vokalistin Ella dazu, dann mutieren sie zum Trio Cindy7. Jimsobbins sind dabei die stärker nach typischer Eggpunk-Kost klingende Band und erinnert an so Zeug wie Daughter Bat and the Lip Stings, Gee Gee, Billiam and Toe Ring... plus ein scheppernder Hauch von Neo Neos in Leopard. Letztere Tendenz zieht sich auch durch die Seite von Cindy7 und bringt sogar noch mehr von diesem rumpeligen DIY-Charme mit, wobei im Opener Gonna Break durchaus auch ein bisschen oldschool No Wave-Energie ihr Werk tut, wohingegen die zwei abschließenden Songs mit einem zunehmenden Maß an chaotischem Hardcorepunk gewürzt sind.

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Paulo Vicious – Duas M​ú​sicas Para Dan​ç​ar

Selbst in einer vollen Woche wie dieser (ihr wisst schon, Bandcamp Friday und so...) komme ich nicht daran vorbei, diese digitale Single der Synth-/Eggpunk-Band aus Tel Aviv zu erwähnen, denn wenn diese zwei Songs nicht unverschämt Ärsche treten, wüsste ich nicht mehr was sonst. Hier meistern die den schwierigen Trick, das Tempo empfindlich zu drosseln ohne dabei zu langweilen, denn jegliche potenzielle Stille zwischen den Bumps und Beeps weiß man hier mit einer ganz neuen Fülle an durchweg spannendem Gequietsche, Gekeife und Kawummblahs zu füllen, was selbst so eine tote Kartoffel wie mich aus der Leichenstarre aufweckt und zu rhythmischen Zuckungen animiert.

Busted Head Racket – Go! Go! Go!

Schon wieder ein hochkarätiger Release auf dieser Bastion des unkonventionellen Punk und Noise, Erste Theke Tonträger. Busted Head Racket sind eine Band aus Newcastle, Australien rund um die Vokalistin und Multi-Instrumentalistin Arden Guff und schlugen im letzten Jahr bereits deutliche Wellen mit einer Reihe von EPs, Compilation-Tracks und Split-Releases. Die neueste LP liefert jetzt erneut ein ausgesprochen starkes Bündel verschrobener Tunes mit stark Egg-mäßigen Qualitäten auf die Ohren, die gleichzeitig maximal catchy, schräg, roh und energisch rüberkommen, etwa als würden hier die Stärken etwa von Billiam und die Hardcore-Attacke der letztjährigen Snooper-LP miteinander verschmolzen. Weitere Parallelen mag man aber auch zu so Bands wie Slimex, Daughter Bat and the Lip Stings, Set-Top Box und Ghoulies ziehen.

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Liquid Lunch – A Very Liquid Christmas // Billiam – Where Is Jackson Reid Briggs?

Hier ist nochmal ein bisschen Kleinscheiß mit vagem bis moderatem Egg-Bezug in der Form zweier digitaler (?) 2-track-Singles. Als erstes zünden die Garage Punks Liquid Lunch aus Minneapolis zwei neue Knallkörper ab, auf einer fucking weihnachtlichen Veröffentlichung im fucking April! Nu ja, irgendwie auch schon wieder ziemlich Eggpunk, dieser Stunt. Als zweites wäre da noch eine Veröffentlichung von Melbourne's DIY-Magier Billiam. Wie gewohnt tritt das ordentlich Popo und der Titeltrack klingt in der Tat stark Inspiriert vom titelgebenden Jackson Reid Briggs und insbesondere seiner aktuellen Band Split System.

Mo egg on ya face (Paulo Vicious / Dårskap / Gurk)

In jüngerer Zeit hat es noch nie so etwas gegeben wie eine schlechte Woche für Eggpunk, aber diese Woche war mal wieder ganz bemerkenswert hochwertig mit drei überdurchschnittlichen Veröffentlichungen. Paulo Vicious aus Tel Aviv dürfte euch ja bereits von der Ärsche tretenden Debüt-EP im letzten Winter ein Begriff sein. Der Nachfolger davon nimmt nahtlos dessen Stränge wieder auf und erzeugt weiter kranken Spaß am laufenden Band mit starken Echos von Prison Affair, Set-Top Box, Nubot555 und obendrein einer glitzernden Patina aus 8.Bit Chiptunes. Dårskap aus Oslo wiederum nähern sich den Egg-verwandten Sounds mit einem gewissen Dungeon Punk-Unterton und der subtile Deathrock-Vibe wirft die Frage auf, ob hier vielleicht personelle Überschneidungen zur ebenfalls aus Oslo stammenden Band Molbo bestehen, die es erst letzte Woche an dieser Stelle zu bestaunen gab. Zu guter Letzt liefern die Schweden Gurk vier neue Attacken des ultra-catchy Egg-induzierten Wahnfrohsinns auf einer neuen EP, die ich mal durchaus als ihre bislang stärkste bezeichnen möchte.

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Molbo – Rettferdighetens Ridder // Kerozine – Living In A Nightmare

Zwei beachtliche Veröffentlichungen mit mehr oder weniger starkem Dungeon Punk-Bezug sind hier diese Woche gelandet. Erstmal wäre da die Debütkassette von den Norwegern Molbo, die oberflächlich betrachtet vor allem die in letzter Zeit ja wieder sehr schicklichen Einflüsse aus '80er Goth, Death Rock und Post Punk vor sich her tragen. Gleichzeitig setzen sie dem aber auch eine unwahrscheinlich wirkende, launige Eggpunk-Ästhetik entgegen und beziehen reichlich schrägen Spaß aus einem Genre, das sich sonst gerne mal etwas zu ernst nimmt - was zugegebenermaßen auch manchmal seine ganz eigene unfreiwillige Komik mit sich bringt.

Das Duo Kerozine aus Ipswich, England hingegen nähert sich einer gewissen Dungeon-Ästhetik mehr aus dem Winkel von gleichermaßen geradlinigem und bezaubernd noise-lastigem Synth- und Elektropunk, so eingängig wie auch treibend und schlagkräftig. Die besten halbwegs aktuellen Vergleiche, die mir auf die Schnelle so einfallen wären wiederum Bands wie etwa Spyroids, O-D-EX, Drýsildjöfull, Channel 83, C57BL/6, Expose und Beef.

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