Snooper / Prison Affair – Split

Ein verdammtes Dream Team der gegenwärtigen Eggpunk-Welle macht gemeinsame Sache auf dieser neuen Split-EP in Form zweier Bands, die jeweils schon ihre ganz eigenen, unauslöschbaren Spuren in der Szene hinterlassen haben. Ich meine, ganz ohne Scheiß lässt sich plausibel argumentieren, dass beide Bands im Grunde ihre eigenen Egg-Subgenres aus der Taufe gehoben haben. Und was diese Platte angeht: Wie zu erwarten ist das nicht weniger als ein Killerbündel mit ausschließlich Hits unter der Haube!

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Goblin Daycare – Agitprop Hotline!

Die Debüt-EP dieser Eggpunk-Krieger aus Istanbul gehörte klar zu meinen Favoriten des Genres im letzten Jahr und ihre soeben erschienene erste Langspielkassette knüpft nahtlos an den bodenlosen Spaß des Vorgängers an. Will heißen: Unwiderstehlich catchy-quirlig-verschraubte Garage-/Synthpunk-Klopper in einem sehr ähnlichen Bewusstseinszustand zu so Hausnummern wie Prison Affair, Set-Top Box, Beer und Ghoulies! Alles daran klingt für mich nach Musik.

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O.R.F. – O.R.F.1

Fantabulöses neues Garage-/Synth-/Elektropunk-Gedöns aus Graz, das mit minimalen Mitteln doch tatsächlich ein paar frische und bislang ungehörte Impulse in den ganzen Eggpunk-Clusterfuck einbringt. In einigen Momenten kann ich gar nicht anders, als den Scheiß hier auf den Namen Big Bl...Egg zu taufen! Dem zum Trotz gibt es hier aber gleichermaßen auch reichlich fluffige Popmelodien zu bestaunen. Dann wäre da noch die Sache mit dem Rausschmeißer-Track Freibad Fürstenwald, der... ähm, recherchiert das mal selber nach, oder noch besser, lasst es sein. Ist nichts für schwache Nerven.

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Gee Tee – Prehistoric Chrome

Die neueste LP des Garage-/Synth-/Eggpunk-Bollwerks aus Sydney ist eigentlich mehr eine Sammlung diverser Krümel, Demos und Überreste, die über die Jahre auf dem Proberaumboden liegen geblieben sind. Aber meine Fresse... wenn das hier das B-Material dieser Band repräsentiert, dann lecke ich auch noch bereitwillig den C-Bodensatz vom leeren Fass auf. Das hier ist nämlich mal wieder eine brilliante Platte von Anfang bis Ende und Pflichtprogramm für Freunde der melodischen Fluffigkeit zwischen den Welten von Garage Punk, Fuzz- und Power Pop, all killer no filler!

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Tommy Cossack & The Degenerators – Agitator

Schau mal einer an, der Londoner Garage-/Synthpunk-Spezi Tommy Cossack hat seine Machenschaften zur vollen Band expandiert und das Resultat klingt einfach nur brilliant und weitaus größer als jemals zuvor. Dabei entledigt sich der Krempel ein bisschen der Egg-mäßigen LoFi-Schrabbeligkeit zugunsten einer ausgesprochen potenten, dichten und fokussierten Attacke, ohne jemals die böse ansteckenden Hooks zu vernachlässigen in einer kompakten und durchweg spannenden halben Stunde aus atemloser Energie und Aufregung, die durchaus berechtigte Vergleiche zu Hausnummern wie Set-Top Box, Powerplant, Ausmuteants und Satanic Togas hervorruft.

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Egg Idiot – Best Of LOL

Des Eierpunks eierigste Idioten haben jetzt ihr Langspieldebüt am Start, welches größtenteils aus Neuaufnahmen bereits von bisherigen EPs bekannter Songs besteht, mit dem Vorzug gerinfgügig verbesserter Produktionswerte und entsprechend ordentlich mehr Wumms unter'm Arsch, was das hier soweit zur definitiven Daseinsform dieser Tracks macht und mit Sicherheit auch zur infektiösesten Attacke des hirnamputierten Spaßes für die nächsten dreißig Minuten oder so... Wie gehabt, geiler Scheiß!

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Jimsobbins / Cindy7 – Split

Noch eine überzeugende Ladung des stark Eggpunk-verwandten Garage- und Synthpunk-Lärms erreicht uns in der Form dieser knusprigen Split-Kassette zweier Bands aus Providence, Rhode Island. Jimsobbins sind ein Duo bestehend aus Adam und Lucy. Ist das der gleiche Adam, der auch bei Balloon Thief mitmischt? Plausibel aber unbestätigt. Stößt hingegen noch die Vokalistin Ella dazu, dann mutieren sie zum Trio Cindy7. Jimsobbins sind dabei die stärker nach typischer Eggpunk-Kost klingende Band und erinnert an so Zeug wie Daughter Bat and the Lip Stings, Gee Gee, Billiam and Toe Ring... plus ein scheppernder Hauch von Neo Neos in Leopard. Letztere Tendenz zieht sich auch durch die Seite von Cindy7 und bringt sogar noch mehr von diesem rumpeligen DIY-Charme mit, wobei im Opener Gonna Break durchaus auch ein bisschen oldschool No Wave-Energie ihr Werk tut, wohingegen die zwei abschließenden Songs mit einem zunehmenden Maß an chaotischem Hardcorepunk gewürzt sind.

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Paulo Vicious – Duas M​ú​sicas Para Dan​ç​ar

Selbst in einer vollen Woche wie dieser (ihr wisst schon, Bandcamp Friday und so...) komme ich nicht daran vorbei, diese digitale Single der Synth-/Eggpunk-Band aus Tel Aviv zu erwähnen, denn wenn diese zwei Songs nicht unverschämt Ärsche treten, wüsste ich nicht mehr was sonst. Hier meistern die den schwierigen Trick, das Tempo empfindlich zu drosseln ohne dabei zu langweilen, denn jegliche potenzielle Stille zwischen den Bumps und Beeps weiß man hier mit einer ganz neuen Fülle an durchweg spannendem Gequietsche, Gekeife und Kawummblahs zu füllen, was selbst so eine tote Kartoffel wie mich aus der Leichenstarre aufweckt und zu rhythmischen Zuckungen animiert.

Busted Head Racket – Go! Go! Go!

Schon wieder ein hochkarätiger Release auf dieser Bastion des unkonventionellen Punk und Noise, Erste Theke Tonträger. Busted Head Racket sind eine Band aus Newcastle, Australien rund um die Vokalistin und Multi-Instrumentalistin Arden Guff und schlugen im letzten Jahr bereits deutliche Wellen mit einer Reihe von EPs, Compilation-Tracks und Split-Releases. Die neueste LP liefert jetzt erneut ein ausgesprochen starkes Bündel verschrobener Tunes mit stark Egg-mäßigen Qualitäten auf die Ohren, die gleichzeitig maximal catchy, schräg, roh und energisch rüberkommen, etwa als würden hier die Stärken etwa von Billiam und die Hardcore-Attacke der letztjährigen Snooper-LP miteinander verschmolzen. Weitere Parallelen mag man aber auch zu so Bands wie Slimex, Daughter Bat and the Lip Stings, Set-Top Box und Ghoulies ziehen.

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Liquid Lunch – A Very Liquid Christmas // Billiam – Where Is Jackson Reid Briggs?

Hier ist nochmal ein bisschen Kleinscheiß mit vagem bis moderatem Egg-Bezug in der Form zweier digitaler (?) 2-track-Singles. Als erstes zünden die Garage Punks Liquid Lunch aus Minneapolis zwei neue Knallkörper ab, auf einer fucking weihnachtlichen Veröffentlichung im fucking April! Nu ja, irgendwie auch schon wieder ziemlich Eggpunk, dieser Stunt. Als zweites wäre da noch eine Veröffentlichung von Melbourne's DIY-Magier Billiam. Wie gewohnt tritt das ordentlich Popo und der Titeltrack klingt in der Tat stark Inspiriert vom titelgebenden Jackson Reid Briggs und insbesondere seiner aktuellen Band Split System.