Cherry Cheeks – B-Rot

Nun, es gibt ja mal Bands mit arg unzuverlässiger Qualitätskontrolle aber auch solche, die weise den Verschnitt von ihren subszanzielleren Kreationen zu unterscheiden verstehen. Und dann ist da noch die seltene dritte Sorte, die eigentlich keine verfickte Qualitätskontrolle nötig hat, weil scheinbar irgendwie jedes Stück Scheiße das sie anfassen sich wundersam in Gold verwandelt. Diese neue Compilation gespeist aus dem Abfalleimer der Garage-/Synth-/Eggpunk-Institution aus Portland ist ein duchaus überzeugendes Argument dafür, dass es sich bei Cherry Cheeks um eine jener letztgenannten Bands handelt, denn was bei denen als Krümel und Überreste vom Tisch fällt, sollte so einige Acts noch locker vor Neid platzen lassen. Klar, das Gesamtergebnis ist ein gutes Stück schräger, fragmentierter und chaotischer als die regulären Releases, aber dabei auch kein bisschen weniger aufregend, abwechslungsreich und mitreißend!

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Exit Mould – Exit Mould

Die Band aus Newcastle, Australien platziert vier ganz ausgezeichnet knallende Ladungen des vage Egg-mäßigen, Noise-lastigen Garage Punk von durchweg hohem Energielevel auf ihrer ersten EP, die definitiv einige nervöse Zuckungen bei denen hervorrufen wird, die bereits mit so Phänomenen wie etwa S.B.F., Kerozine, Factory City Children, Witch Piss, Cthtr, Feeding Tube, The Gobs oder Liquid Face vertraut sind... und dahinter braucht sich auch dieser Scheiß nicht verstecken!

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Beta Máximo – A Cuchillo

Der Scheiß wird einfach immer besser! Nachdem die erst kürzlich erschienene letzte EP der besten spanischen Schießbude für Egg-mäßigen Noise Pop und Garage Punk ein absolut beachtliches Wachstum der Band insbesondere in Sachen Songwriting offenbarte, zeigt die Kurve auch auf der neuesten EP weiterhin aufwärts. Nachdem die ersten drei Songs ihren patentierten Dopaminrausch mit mehr Punch und Schmackes als je zuvor abliefern, markiert der melancholische Track Vuelan Buitres einen signifikanten Richtungswechsel für die restlichen Songs, die sich vergleichsweise leichtfüßig und verspielt geben, dabei aber kein bisschen weniger verzaubernd sind.

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Kerosene Kream – Buying Time

Die neueste EP von Kerosene Kream aus Stockholm scheint der Sache langsam näher zu kommen, die Vision der Band zu verwirklichen, indem man die anfängliche Eggpunk-Ästhetik weitgehend zu den Akten legt zugunsten einer stärker Psych-lastigen Spielart des Garage Punk, die konstant hin und her pendelt zwischen der unschuldigeren britischen Schule und den ungleich dunkleren, drogeninduzierten Tendenzen des US Acid Rock. Insgesamt eine Mischung, der man gewisse Ähnlichkeiten zu so Bands wie Pow!, Mononegatives order - kürzlich erst - Electric Prawns 2 zuschreiben kann. Zeitweise mag das Songwriting etwas einfach gestrickt rüberkommen, wenn etwa Songs wie Mindkiller und Psychedelic Ranger doch dem sehr nahe kommen, was man im Volksmund als ein "Traditional" bezeichnen mag. Aber hey, das Ergebnis ist worauf's ankommt und dem mangelt es keineswegs an Schlagkraft.

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No Brains & Achterlicht – Tour Split ’24

Zwei junge Bands aus den Niederlanden, die beide bereits ihre Qualitäten im Laufe der vergangenen Monate unter Beweis gestellt haben, machen hier gemeinsame Sache auf einer netten Split-EP. Die Chaoten von Achterlicht aus Haarlem liefern dabei ziemlich routiniert zwei neue Egg-/Garage-/Synth Punk-Klopper ab. Schön das, aber No Brains aus Utrecht kommen daraufhin nochmal eine ganzes Nummer energischer rüber, wobei man ein Stück weit das Naked Raygun-mäßige Riffing der Debüt-LP gegen einen deutlich roheren Garage-Vibe eintauscht. Ich finde, auch das steht ihnen ausgesprochen gut.

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Billiam – Animation Cel

Ich muss schon sagen, es war bis jetzt eine durchweg vergnügliche Reise, das Wachstum von Billiam zu verfolgen wie er im Laufe weniger Jahre von einem schlabberigen Eggpunk-Act zu der mächtigen Garage-/Synth Punk-Institution wurde, als die wir ihn heute kennen, nachdem er mit so ziemlich jeder neuen Veröffentlichung sein Klangspektrum graduell verfeinert und erweitert hat. Die neueste EP setzt diesen Trend fort. Nicht nur ist diese Platte dichter vollgepackt mit eingängigen Hooks als je zuvor, auch die Performance ist die tighteste, die wir von ihm bisher gehört haben und die Songs und Arrangements haben ein ganz neues Level an Raffinesse, Eleganz und stilistischer Vielfalt erreicht in diesem endlosen Sturm von hinterhältigen Ohrwürmern.

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Temporary Curse – Beep Thrash

Nun, die zwei Vorabsingles TV DVD und Frontier Days haben ja schon mal einen durchschlagenden Job darin getan, mich neugierig auf die Debüt-EP einer Band aus irgendwo zu machen. Stellt sich heraus: Das waren noch nicht mal die stärksten Songs auf dieser Platte! Klar, der eierköpfige Post Punk des erst- und der psychedelische Garage Rock des letztgenannten Tracks sind für sich genommen schon Kanonen, aber noch immer noch nicht ganz auf einer Höhe mit dem fluffigen Power-/Fuzz Pop von Time To Spare, dem catchy Garage Punk-Vorschub von Funny Feeling und dem glitzernd-melancholischen Rausschmeißer Suggestions mit diesem gewissen Lost Sounds-Vibe. Nur verdammte Hits sind da drauf!

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Dadgad – August Demos

Diese Band (oder Projekt) aus Rom hat bereits einen ganzen Haufen netter EPs und Split-Releases zu verantworten, alle davon ziemlich gut und leicht einzuordnen im aktuellen Eggpunk-Sammelbecken. Auf ihrem bislang stärksten Kurzspieler entfernt man sich allerdings langsam davon und schlägt hier mit einer ungleich roheren und minimalistischen Geschmacksnote der Lo-Fi-Klangästhetik auf in drei neuen Detonationen aus verdrecktem Fuzz Punk, der nahtlos ihr längst bewiesenes Gespür für catchy Power Pop in eine neue Richtung steuert mit starken Echos von frühen Wavves und No Age, kombiniert mit reichhaltigen Anleihen des rohen Detroit-mäßigen Garage Punk aller Epochen.

Electric Prawns 2 – Rock and Roll’s Greatest Hits

Die Nachfolge-LP zu dem sperrigen Brocken von einem über zwei Stunden, 89 Tracks langen 2023er Machwerk Prawn Static For Porn Addicts von Electric Prawns 2 aus Moffat Beach, Australien fällt zwar schon ungleich kompakter ausm hat aber für aktuelle Garage-/Eggpunk-Verhältnisse immer noch großzügige fünfzehn freimütig Genre-Hopping betreibende Songs unter der Haube, die erneut die ungezügelte kreative Triebkraft dieser Band unter Beweis stellen. Der Opener Reflection glitzert mit einem familiären Vibe aus neonfarbener Psychedelia, den man so ähnlich auch bei so Bands wie Mononegatives oder Pow wiederfinden mag, oder vielleicht hat's auch einen Hauch von Isotope Soap? Was folgt ist ein endloses Feuerwerk aus all-killer-no-filler-Songkanonen von beachtlicher stilistischer Vielfalt, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten an so verschiedene Bands wie Ghoulies, Billiam, Nick Normal, Alien Nosejob, Erik Nervous oder Busted Head Racket zu erinnern vermögen, um nur eine Handvoll zu nennen. Das allerbeste sparen sie sich aber bis zum Schluss auf in Form des Rausschmeißer-Tracks Who I Am, der eindrucksvoll das Breitwand-Drama etwa von Wipers' Youth Of America oder God's Garage-One Hit Wonder My Pal herunterkondensiert zu einer ultrakompakten Hook-Orgie á la Split System. Holy shit, was ging denn da ab?

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Winky Frown – ;(

Hier kommt noch ein würdiger kleiner Eintrag in die Annalen des zeitgenössischen Eggpunk, der auf den ersten Blick vielleicht etwas zu simpel und konventionell wirken mag, bei genauerer Betrachtung aber eine unerwartet dichte Substanz offenbart. Der Krempel hat für mich etwas von einer Kreuzung aus dem quirligen Klugscheißer-Post Punk von Landowner mit den schnörkellosen Punk-Miniaturen jenes Typen, der unter anderem als Zhoop/Nightman/Brundle/RONi/etc. bekannt ist, genetisch adaptiert um in den unwahrscheinlichen Verhältnissen eines stark Egg-versifften Umfelds zu überleben.

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