Die Band aus Krakau, Polen ist schon vor längerer Zeit in mein Blickfeld geraten mit einer schön quirligen Debüt-EP in 2021 und einem noch etwas bemüht klingenden Nachfolger im letzten Jahr. Mit ihrer neuesten Veröffentlichung bringen Hugayz jetzt ihr bislang rundestes Songbündel zu Gehör, ein kräftiges Feuerwerk aus moderat bekloppter, unvorhersehbarer Garage- und Eggpunk-Vorzugsware, die an der einen oder anderen Stelle an so Genre-Größen wie Prison Affair, Finale, Beer, Goblin Daycare, Autobahns erinnert, ja soger eine Spur von Snooper versteckt sich da noch irgendwo zwischen all dem Gerümpel.
Keine unangenehmen Überraschungen hier, die neueste EP der Band aus West Palm Beach, Florida ist erneut ein kräftiges Geschoss aus catchy Egg-mäßiger Garage Punk-Exzellenz und eine alternativlose Maßnahme für Freunde von ählichem Scheiß á la Gee Tee, Erik Nervous, Set-Top Box, Satanic Togas, Power Pants oder Tommy Cossack & The Degenerators. Rat Bastard wird als zukünftiger Genre-Klassiker in die Geschichte eingehen, wenn ihr mich fragt. Aber mich fragt ja keiner.
Das Debüt-Tape auf Goodbye Boozy von dieser Band aus Haarlem, Niederlande ist ausgezeichneter Nachschub an Egg-mäßigem, unwuchtigem Garage Punk-Chaos, das in etwa so klingt wie Synth-Infizierte Uranium Club in den etwas straffer strukturierten Songs, während in anderen Momenten ein Level an schrulliger Kreativität erreicht wird auf einer Höhe mit so schweren Fällen wie Checkpoint, Pressure Pin, Liquid Face, Skull Cult und Belly Jelly.
Wie schon auf ihrer ersten EP lädt die Band aus Ottawa, Ontario hier einen flotten Batzen von schrulligen Eggpunk-Tunes ab, die auf den ersten Blick recht sauber in die etablierte Genre-Schablone passen gemeinsam mit so Bands wie Clarko, Prison Affair, Beer, Beta Maximo und Smirk als offensichtliche Vergleiche. Bei aufmerksamer Betrachtung, enthüllen sich aber auch ungleich tiefer gehende Qualitäten, die nicht zuletzt so einigem erstklassigen Songhandwerk, reichlich eingängigen Hooks und einer Fülle von schrägen Einfällen geschuldet sind. Diese Band trotzt erfolgreich ihrer eigenen Gewichtsklasse mit tonnenweise musikalischer Substanz als fester Anker für die verschrobene Ästhetik, mit deutlich mehr Aufwand unter der Haube als man es für ein übliches Egg-Artefakt für nötig halten würde.
Hyperdog aus Linz, Österreich tummeln sich jetzt schon eine Zeit lang auf meinem Radar anlässlich einer sehr netten Debüt-EP und zwei gar nicht so lausigen Demos im Laufe der letzten zwei Jahre, wobei ihre Formel aber noch nie so gut aufging wie auf dieser neuen Kassette via Goodbye Boozy Records. Fuzziger Garage Punk ist das, mit stellenweise uncharakteristisch relaxten Tempos und einer glitzernd psychedelischen Oberfläche, die mich unter anderem sehr stark an die satten Noise Pop-Farbexplosionen von Beta Máximo erinnern.
Gonk aus Salt Lake City, Utah machten schon eine Weile an der Peripherie der Eggpunk-Welle auf sich aufmerksam und ihr Langspieldebüt liefert erneut reichlich Beweise dafür, dass es sich bei der Band um eine respektable Kraft und Bereicherung der Szene handelt. Auch wenn diese Songs nicht viel an neuen Impulsen zum Genre beitragen, trifft dennoch jeder Song hier mit einfachsten Mitteln mitten direkt ins Schwarze und Freunde von so Bands wie Shrudd, Billiam, Music For Microwaves oder Power Pants werden sicher auch an dieser Platte viel Spaß haben.
Neuer Scheiß von Midgee? Super, da nehm ich zwei von. Oh, und neue Songs von Electric Prawns 2 obendrein? Halts Maul und nimm mein Geld! Midgee aus Melbourne beweisen sich hier erneut als eine sichere Bank für Fans von verspulter Synth-/Garage-/Eggpunk-Qualität im Fahrwasser von so Bands wie Prison Affair, Nuts, Set-Top Box oder Beer. Ungleich ambitionierter und variabler kommen dann die vier Songs der Garage-Sensation Electric Prawns 2 aus Moffat Beach rüber, wobei sie sich hier überwiegend auf der sonnigen Seite ihres musikalischen Spektrums bewegen in einem saumäßig eingängigen Bündel von kompakten Smashern die unter anderem ähnliche Tugenden und Qualitäten aufweisen wie man sie etwa auf den Jüngsten Billiam-Veröffentlichungen oder manchen Alien Nosejob-Platten vermuten würde.
Nach der spektakulären Debüt-EP vor einigen Wochen liefern Temporary Curse aus Austin, Texas ein ungleich kruderes, unpoliertes - aber nicht weniger aufregendes - Bündel neuer Tunes nach, die sich allesamt in den exzentrischeren Sphären des Garage-/Synth-/Eggpunk-Spektrums aufhalten. Weniger catchy insgesamt, dafür aber hochenergetisch, gibt das einen durchweg soliden Nachfolger ab für eine EP, die ehrlich gesagt auch nicht leicht zu toppen war und auch als die schwächere von beiden Veröffentlichungen ist das dennoch ein unglaublich Spaß machender Klumpen des exzentrischen Lärms.
Immer ein großer Spaß, eine neue EP der besten Addresse in der Ukraine für quirlig-eingängige Eggpunk-Qualitätsware, welche die Ästhetik von so Genre-Grundpfeilern heraufbeschwört wie Prison Affair, Beer, Set-Top Box, Autobahns, Goblin Daycare, Midgee... Yup, dieser spezielle Zweig des Genres mausert sich zu einem bemerkenswert internationalen Phänomen und es ist pures Vergnügen, das zu verfolgen.
Wenn du dachtest, die 2022er EP dieser Band aus Montreal wäre schon reichlich schräg und total Banane gewesen, sagen Pressure Pin so: "Hold my Beer", denn das war alles noch gar nichts! Die zweite EP legt die Messlatte noch mal deutlich höher sowohl bezüglich aufwendiger Songkonstrukte als auch was freidrehendes Chaos und ungezügelte Kreativität angeht in einer Gesamtästhetik, die irgendwo im Nebel von Garage-, Synth-, Art und Eggpunk herumgurkt mit einem deutlichen Devocore-Einschlag, und es gleichsam voll darauf anlegt, alle Grenzen und Konventionen besagter Genres zu sprengen. Das ist genau jener eklektizistische "anything goes"-Ansatz der mich insbesondere an jüngere Werke von Trashdog und Checkpoint erinnert, aber wenn man das ganze mal auf seine grundlegenden Bauteile herunterbricht, kann man auch Parallelen zu zu den '90er Midi Pop-Exkursionen von Metdog erkennen, den Devo-ismen von Isotope Soap, der quirligen Freude von Snooper und den Garage-/Art Punk-Ohrwürmfabriken namens Smirk und Cherry Cheeks. Die Typen verbauen mehr Ideen und Inspiration in einen einzigen Song als viele andere Garagenbands für ein ganzes Album übrig haben.