Masses – Masses

Die meisten haben es ja sicher schon mitbekommen, dass der internationale Anarchopunk-Untergrund derzeit auf ‘nem ganz schönen Todestrip ist. Gerne auch unter dem Buzzword Dark Punk gehandelt. Dem bin ich an sich ja durchaus zugeneigt, mit der großen Masse an neuen Veröffentlichungen wird aber auch zunehmend der begrenzte Horizont der aktuellen Genre-Generation deutlich. Wenn’s dann aber so kraftvoll und stilsicher rüber kommt wie auf der aktuellen EP dieser Truppe aus Melbourne, mit durchweg solidem Songfundament, dann gebe ich mir auch gerne noch etwas mehr vom ewig gleichen Lied.

Padkarosda – Tétova Lelkek

Ausgezeichnetes Postpunk/Deathrock/Dark Punk-Gedöns auf dem zweiten Langspieler von Padkarosda aus Budapest. Das Genre wird hier sicher nicht neu erfunden, dafür punktet die Platte aber mit ihrer Kompromisslosigkeit und einem durchweg sehr stimmigen, tiefdunkelschwarzen Gesamtbild.



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Haldol – The Totalitarianism of Everyday Life

Auf ihrem zweiten Langspieler navigieren Haldol aus Philadelphia selbstbewuster als je zuvor durch Songmaterial, das ebenfalls durchweg zum bisher stärksten der Band gehört. Ihr dunkelgrauer Death- und Postpunk hat dabei ordentlich an Druck und Textur gewonnen, gibt sich innerhalb seines Genre-Spielraums unerwartet abwechslungsreich und hat auch ein paar neue Überraschungen an Bord. Wenn beispielsweise gleich in den ersten beiden Songs Assoziationen an die Noiserocker Spray Paint wachgerufen werden oder an Wipers erinnernde Leads losbrechen, als hätte der alte Herr Sage selbst vorbeigeschaut. Hier hat eine Band eindeutig ihren Sound gefunden; alles sitzt, passt, wackelt und hat Luft auf dieser Platte.



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V.A. – Killed By Deathrock Vol. 2

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Ist ja eher selten, dass ich hier Compilations poste. Aber die zweite Ausgabe von Killed By Deathrock aus dem Hause Sacred Bones hat – ebenso wie der Vorgänger – innerhalb der Masse von in der reichen Punkhistorie rumfleddernden Compilations mal wieder eine wärmste Empfehlung verdient mit zehn vergessenen Perlen der 80er Jahre im Grenzbereich von Postpunk, Goth, New Wave- und SynthPop, von Bands zwischen vage vertraut und nie von gehört. Neben den Punk 45 Compilations von Souljazz Records gehört das hier zur absolut essentiellen Vergangenheitsbewältigung.



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