Die TV – Uno Affo

Nach einer Reihe sehr netter EPs im letzten Jahr kommt diese Band oder Person aus Marmorra, New Jersey mit einem neuen Album um die Ecke, das seine Songs unter einer noch mal deutlich unauffälligeren, minimalistischen Oberfläche verbirgt, hinter welcher sich jedoch ein ganz spektakuläres Feuerwerk verschrobener DIY-Kreativität entfaltet. Auch wenn man hier und da noch einen Spritzer von Spits oder Stalins of Sound erhaschen kann, gewinnt Die TV's Sound aus Garage- und Post Punk mit dem gewissen Hauch von Psychedelia hier noch weiter an Fokus und Originalität, verpackt in einer auf's Minimum herunterkondensierten Klangästhetik, in welcher die melancholischen schrammel-Texturen sich frei entfalten können. Das hat mehr als nur einen leichten Unterton von Desperate Bicycles an manchen Stellen, von Power Plant oder Freak Genes in anderen Momenten und sogar einen Hauch von Digital Leather hat das inne im gedämpften Pop von Goner. Lass dich nicht vom ersten Eindruck täuschen, das hier ist starke Medizin von Anfang bis Ende.

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Pig Earth – Exit Wound

Ein angenehm aus der Zeit gefallenes Klangerlebnis, das hier eine Band aus Bellingham, Washington auf ihrer Debüt-EP zum Leben erweckt. Das ist alles mal ganz klar beeinflusst von alten 80er SST und Touch & Go-Veröffentlichungen aus dem eher schrammeligen, Folk-beeinflussten Spektrum, aber andererseits auch nie um eine unvermittelt hereinbrechende Hardcore-Attacke verlegen. Am offensichtlichsten wären da etwa Angst, Meat Puppets und frühe Dinosaur Jr. als Vergleiche zu nennen, aber auch von U-Men, Mudhoney und 80er Scientists hat es ein bisschen was, eher nebensächliche Spuren außerdem von Dicks und Wipers ab und zu. Oder man mag sich auch an jüngeren Bands orientieren wie z.B. Milk Music, Dharma Dogs, Chronophage und Damak.

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Waste Man – Waste Man

Waste Man gehören neuerdings wohl nicht mehr in New Orleans sondern in New York City zum Inventar, ansonsten bleiben die sich auf ihrer neuesten EP aber durchaus treu, womit ich vor allem meine: weiterhin total unberechenbar und äußerst spannend in ihrem ganz eigenen Süppchen, das sie an der Grauzone zwischen Post Punk, Postcore und eine Hauch von Americana aufkochen - letztere Tendenz ist hier aber weniger offensichtlich als noch auf der letzten LP. Besondere Aufmerksamkeit verdient diesmal ein sechsminütiger Schwelbrand namens White Horse der sich in etwa aufspielt wie eine Fusion aus frühen Shellac, Slint, Jawbox und Fugazi.

Affordable Repayments – Can’t Win For Losing Some Days

Die Band kommt aus dem Australischen Küstenstädtchen Portarlington nicht weit von Melbourne und auf ihrem ersten Lansgpieler erschaffen die einen drone-lastigen und ausufernden, jedoch gleichermaßen fetzenden Klangkosmos, welcher etwa die Tugenden von so zeitlosen Größen wie Wipers, 80er Sonic Youth, U-Men oder Live Skull vereint, ebenso wie von einem diffusen Klumpen australischer und neuseeländischer Bands wie The Gordons, Fungus Brains, X und Feedtime.

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Smirk – Material

Neuer Scheiß von Nick Vicario aka Smirk, bekannt von einschlägigen Hausnummern wie Public Eye, Crisis Man und Cemento. Seine zweite LP setzt nahtlos das eklektizistische Post- und Garage Punk-Spektakel fort, das sich aus einer vollen Grabbelkiste von Punk-Samples bedient und dabei flüchtige Ähnlichkeiten zu einem gemischten Haufen von Bands wie ISS, Institute, Alien Nosejob, Cherry Cheeks, Uranium Club, Reality Group oder Marbled Eye aufweist.

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Rider/Horse – Feed ‘Em Salt

Zweite LP des Duos bestehend aus niemand geringerem als Spray Paint's Cory Plump sowie einem mysteriösen Chris, der irgendwann mal in irgendeiner Form mit Les Savy Fav, Trans Am und Scene Creamers unter einer Decke gesteckt hat. Geliefert wird Nachschub von der süchtig machenden Melange aus Post Punk und Noise Rock mit dem starken Industrial-Beigeschmack, gleichermaßen experimentell wie auch hypnotisch und mitreißend. Vielleicht liegt's hier vor allem am Mix und Mastering, aber das Klangspektrum erscheint hier deutlich entschlackt im Vergleich zum Vorgänger, die allgemeine Stimmung weniger klaustrophobisch mit reichlich Luft zum Atmen. Immer noch sind reichlich Swell Maps-, oder alternativ, Exek-Vibes am Start hier aber auch einen Anflug von Protomartyr hat das in Rotting Profits, ein paar Echos von Wire in Florida Gasoline

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Snooper – Town Topic

Drei fünftel der EP waren ja schon tröpfchenweise in der Form von Demos und digitalen Singles ans Licht getreten. Jetzt gibt es die volle EP zu bestaunen von diesem Projekt aus Nashville, das eindeutig seine eigene kleine Nische im recht vollen Pool von eiermäßigen Acts gefunden hat mit seinen auf mikroskopischen Maßstab eingeschrumpften, schrammeligen Garage Punk-Explosionen… ein bisschen wie eine superkleinlaute Inkarnation von R.M.F.C. mit weiteren Geschmackszusätzen aus dem Print Head-, Neo Neos- oder Erik Nervous-Lager.

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Pisse – Lambada

Hat ja sicher schon jeder mitgekriegt, aber einen neuen Tonträger der einzigen deutschen Punkband die ich kenne kann ich natürlich nicht unerwähnt lassen - auch wenn ich dazu nicht viel zu erzählen hab außer dass Pisse halt einfach Pisse sind und ihr Mittelstrahl immer noch so treffsicher wie wenig andere auf das langsame Verrecken der menschlichen Seele in hiesiger Gesellschaft fokussiert ist, ohne dabei aber die Auswüchse in eigenen Kreisen trocken davon kommen zu lassen. Das ganze zu Mucke im Spannungsfeld von Post- und Garage Punk, die einfach mal gar nicht zum Fremdschämen ist. Nicht mal im Rausschmeißer Favorit, der den Synth-Minimalismus von Suicide durch eine deutsche Schlagerhölle schleift.

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Famous Logs in History – Fancy!

Auf der jüngsten Kassette dieser New Yorker springt der Funke sofort über anlässlich schrulliger Powerpop-Klänge, die anmuten wie eine etwas new-wavig angehauchte Melange aus frühem, melodischem, überwiegend britischem Post Punk irgendwo in der erweiterten Nachbarschaft von so altem Krempel wie Desperate Bicycles. Mekons, Television Personalities und Swell Maps.

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The Blinds – Endless Fascination

Die 2017er Debüt-EP dieser Band aus Melbourne hat sich in meine Synapsen eingebrannt als eines der beeindruckendsten Artefakte aus den Garage-/Post-/Art Punk-Sphären ihrer Zeit. Schlappe fünf Jahre später gibt es jetzt einen Nachfolger zu begutachten und es findet sich darauf erwartungsgemäß ein etwas geordneteres Klangbild, aber immer noch voller Ambition und Überraschungen. Wie gehabt scheint das reichlich Inspiration von Wire's Chairs Missing und Pink Floyd der frühen Syd Barret-Ära zu schöpfen, verlagert diesmal aber das Gewicht deutlich in Richtung Post Punk, was manchmal auch etwas von einer nerdigeren Variante der B-Boys oder Gotobeds hat. Elswhere, der geradlinigste und einladendste Moment der EP, ist hingegen eine melodisch lärmende oldschool Indierock-Hymne wie sie einem heute viel zu selten begegnet.

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