Beef – Beef

Beef aus Cincinnati setzen auf ihrer zweiten EP ein hochflammbares Cocktail in Brand mit Grundzutaten aus den Graubereichen von Noise Rock, Post-, Garage- und Synth Punk… ein bisschen wie ein chemisch instabiler Mix aus Busted Head Racket, Brandy, R.Clown, ISS, Spyroids und Knowso, herunterkondensiert zu fast schon ’70er/’80er The Fall-mäßiger Repetition und Simplizität.

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Tricks – Body, Doctrine, Enjoyment

Garage Punk trifft auf Math Rock trifft auf Psychedelia trifft auf Postcore auf diesem atemlosen neuen Tape einer Band aus Minneapolis. Über dessen Laufzeit kann man sich unter anderem an so unterschiedliche Bands wie Reality Group, Uranium Club, Yammerer, Big Bopper, Patti, Ex-Cult, Rolex, Shark Toys oder Sauna Youth erinnert fühlen und sogar einen unterschwelligen 90er Dischord Vibe á la Jawbox, Faraquet und Medications bilde ich mir da ein wahrzunehmen.

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Famous Mammals – Instant Pop Expressionism Now!

Ich muss schon sagen, nach einem vielversprechenden aber noch etwas halbgaren, inkonsistenten ersten Tape vor zwei Jahren, dass mich der hypnotische Sog des zweiten Albums dieser Band aus Oakland (?) spontan mal ziemlich wegbläst – einer Band, die zu ihrer Besetzung Mitglieder von einer ganzen Reihe einschlägiger Hausnummern zählt. The World, Andy Human and the Reptoids, Rays und Violent Change sind davon wohl die vertrautesten Referenzen für aufmerksame Beobachter des 12XU-relevanten Orbits, aber auch nur die Spitze des Eisbergs hier. Von allen genannten Bands kann man hier etwas drin wiederfinden, aber noch viel mehr erinnert mich das Zeug an australische Bands wie UV Race und Wireheads, ergänzt um etwas britische Psychedelia (Vital Idles fallen mir dazu als moderner Vergleich ein), sogar eine Spur von Wire und Pink Floyd der Syd Barrett-Ära etwa in Let The Light In. Genau so gut mag aber auch britische DIY-Kultur der ’70er und frühen ’80er á la Membranes, Swell Maps, Mekons oder Desperate Bicycles als starke Inspiration gedient haben.

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Snooper – Super Snõõper

Auf den ersten Blick war ich schon etwas enttäuscht über den akuten Mangel an neuem Material auf dem ersten Langspieler der Band aus Nashville, aber andererseits kann auch ich nicht behaupten, diese neuen Aufnahmen bereits weitgehend von bisherigen EPs bekannter Songs würden nicht verdammt Ärsche treten – das tun die ganz vorzüglich und tauschen dabei etwas von der relaxten LoFi-Verschrobenheit der EPs gegen eine leichte Hardcore-Kante ein. Einige Songs, die in früheren Versionen noch nicht so ganz zünden wollten, gewinnen am auffälligsten an Klasse hier in enem Sound, der vermutlich auch deutlich besser die Liveshows der Band repräsentiert, welchen inzwischen schon einen ziemlich legendärer Ruf voraus eilt.

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Timüt – No Live

Exzellenter Scheiß, das live aufgenommene Debütalbum dieser Band aus Metz, Frankreich. Grob lässt sich das Zeug als (Neo-)No Wave Funk klassifizieren, hat aber auch manchmal einen leichten Eggpunk-Touch und vereinzelt blitzt auch mal das ’90er Dischord-Universum auf. Ansonsten hat das etwas von einer extra energischen, direkten, tanzbaren und minimalistischen Variante von so Bands wie D.U.D.S., Pill oder N0V3L.

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Peel – The Spectacle Of Perpetual Motion

Verspult, chaotisch und hyperaktiv aber gleichzeitig auch durachaus schlau und durchdacht, der leicht No Wave-ig angehauchte Post Punk dieser Band aus Bandung, Indonesien! Essenzielles neues Futter unter anderem für Fans von, sagen wir mal… Patti, Reality Group, Big Bopper und Exit Group.

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Atol Atol Atol – Koniec sosu tysi​ą​ca wysp

Das Ding hier ist jetzt nicht mehr wirklich neu – letzten Herbst von der Band selbstveröffentlicht – aber es hat erst mal eine Tape-Veröffentlichung auf dem Leipziger Label U-Bac gebraucht bevor ich die wirklichen Qualitäten dieses Albums erkannt habe. Im Nachhinein sind jene wirklich keine Überraschung, sind hier doch Leute der polnischen Post-/Art-/Math Punk-Bollwerke Ukryte Zalety Systemu und Kurws mit am Werk. Das verspricht ein ganz wunderbares, schlaues und strukturiertes Chaos erster Güte und die Platte liefert genau das im Überfluss, erinnert dabei neben den erwähnten Bands auch mal ein bisschen an Spray Paint, Lithics oder gar einen Anflug von Faraquet oder Swell Maps!

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The Misanthropes – The Misanthropes

Brillianter neuer Scheiß von Leuten, die unter anderem auch schon bei Melbourne’s berüchtigt rohen Postpunkern Sewers und der geringfügig zugänglicheren Indie Rock/Post Punk-Combo Love Of Diagrams mitgespielt haben. Was die uns hier vorsetzen, ist erneut mal wieder relativ weit draußen – ein stark Folk-lastiges Gemisch in welchem der in Americana getränkte Punk von, sagen wir mal, Angst mit ein bisschen 80er Scientists zusammenstößt sowie einem Hauch britischer Psychedelia und auch reichlich vom frühen Paisley Underground-Geschrammel. Eine tiefe Melancholie, die mich hin und wieder an die Indie-/Noise Rocker Kitchens Floor aus Brisbane erinnert, bricht sich Bahn in nichts desto Trotz saumäßig catchy Melodien, verpackt in einer seltsam vernebelten Klangästhetik. In anderen Momenten kommt mir der melodische Post Punk von The Estranged in den Sinn oder der relaxte Power Pop von frühen White Fence, The Cairo Gang. Als weitere halbwegs plausible Referenzen bieten sich außerdem noch Bands wie Damak, Chronophage, Dead Finks, Refedex und The Molds an.

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Society – Social Flies

Das Label Spared Flesh Records aus Portland hat sich innerhalb von gerade mal zwei Jahren als eine echte Schatztruhe der unkonventionellen Garage- und Post Punk-Qualitätsware etabliert und diese Kassette hier macht da keine Ausnahme. Society ist das Soloprojekt eines gewissen Sims Hardin, der ansonsten auch schon als Teil etwa von Mesh und Toe Ring echte Treffer gelandet hat. Auch die letztjährige All Flies Go To Hell EP gehörte ganz klar in diese Kategorie und der neueste Streich knüpft nahtlos an dessen verschrobenen Charme an in einem Sound irgendwo zwischen den seltsamen Welten der ’80er DIY- und Kassettenkultur an den Randzonen von Garage-, Proto-, Post- und Art Punk. Stellt euch eine Fusion aus Modern Lovers, frühen Mekons, The Fall und Desperate Bicycles vor und ihr seid ungefähr auf der richtigen Fährte. Oder aber, wenn’s auch was jüngeres sein darf, bieten sich die rustikalen Jams von Honey Radar, Far Corners, Germ House und frühen Woolen Men als taugliche Vergleiche an sowie die Proto-trifft-Post Punk-Experimente von Shark Toys und New York’s Peace De Résistance.

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Clarko – Welcome To Clarko

Es hat ein paar Jahre gedauert, aber hier ist tatsächlich mal die erste LP von einem Typen unklarer Herkunft, der zuvor mit seiner arschtretenden 2019er 7″ – ebenfalls auf Iron Lung Records – schon ordentlich neugierug gemacht hat. Das Langspieldebüt ist so ziemlich alles geworden, was man sich davon wünschen konnte. Ein hochkarätiger Batzen neuer, geringfügig Devo-fizierter Fehlfunktionen aus den schrulligen Graubereichen des Garage-, Synth- und Eggpunk-Wahnsinns, speziell gewürzt mit einem Hauch von Television-mäßigen Gitarrenleads und -solos. Eine kuriose Grabbelkiste also, deren grobe Koordinaten sich auch irgendwo in der Nähe von so Bands wie Snooper, Useless Eaters, Alien Nosejob, Set-Top Box, Mononegatives oder R.M.F.C. bestimmen lassen.

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