Conifère – L’Imp​ô​t du Sang

Ein hochwertiges Dungeon-Artefakt kommt da angerollt von einer Band aus Montreal, die hier einen unglaublichen Sprung vorwärts macht von ihrem noch stärker in einem oldschooligen Black Metal-Purismus verankerten ersten Tape hin zu einem stärker Punk-lastigen, ambitionierten Unterfangen, das auch sehr putzig in eine Reihe passt mit jüngeren Erscheinungen der primär schwarzmetalligen Unterkategorie des Dungeon Punk-Umfelds, insbesondere der jüngsten Bloody Keep LP und weiteren Bands wie Warlock Corpse oder den blackened Synth Punks Dr​ý​sildj​ö​full, wobei Conifère ihren epischen Kreuzzügen aber ein ganz eigenes Geschmäckle verpassen in der Form von spät-’90er Post- und Emocore-Unterströmungen, von denen diese Kassette durchzogen ist.

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Scud – Brain

Der Nachfolger zur exzellenten, auf Automobile hyperfixierten EP aus dem letzten Dezember strafft und optimiert mal ganz deutlich das strukturelle Fundament der Songs dieser Punks aus Melbourne und diversifiziert gleichzeitig ihr musikalisches Spektrum, was in einem stärkeren Post Punk-Vibe resultiert und gleichsam auch klar ihrer lärmigsten und wuchtigsten Attacke bisher, selbst dann wenn sie wie in TV Screen zu einem midtempo Post Punk-Jam ansetzen, wohingegen der Rausschmeißer Tough Cunt noch einmal viel von der Hardcore-Energie mitbringt, die das frühere Schaffen der Band prägte. Wie auch immer, mich erinnert das an so viel großartiges aus dem letzten Jahrzehnt und mitunter an so Bands wie Romance, Vexx, Cel Ray, Gen Pop, Warp, Downtown Boys, Fugitive Bubble und Warm Bodies, um nur ein paar zu nennen… und vielleicht auch eine leise Ahnung von den alten australischen Noise Rock-/Post Punk-Haudegen Fungus Brains? Explosiver Scheiß ist das auf jeden Fall!

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Temporary Curse – Beep Thrash II

Nach der spektakulären Debüt-EP vor einigen Wochen liefern Temporary Curse aus Austin, Texas ein ungleich kruderes, unpoliertes – aber nicht weniger aufregendes – Bündel neuer Tunes nach, die sich allesamt in den exzentrischeren Sphären des Garage-/Synth-/Eggpunk-Spektrums aufhalten. Weniger catchy insgesamt, dafür aber hochenergetisch, gibt das einen durchweg soliden Nachfolger ab für eine EP, die ehrlich gesagt auch nicht leicht zu toppen war und auch als die schwächere von beiden Veröffentlichungen ist das dennoch ein unglaublich Spaß machender Klumpen des exzentrischen Lärms.

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Mopar Stars – Burning Question

Irgendwie scheinen die Kids ja wieder auf Shoegaze zu stehen in den letzten Jahren und doch passiert da irgendwie herzlich wenig, wofür ich mich begeistern kann in einem Umfeld, in dem die meisten Bands sich völlig damit zufrieden geben, ein austauschbares Bett aus leichter Ambient-Hintergrundberieselung zu erzeugen auf dem man zugegebenermaßen ganz gut einschlafen kann, dem es für andere Anlässe aber an Biss und Lärm mangelt und der die Songsubstanz, den Punk-Antrieb und die Energie früherer Generationen vermissen lässt. Mopar Stars aus Philadelphia sind da mal eine ganz andere Angelegenheit und eine durchweg erfreuliche Ausnahme, die den Geist etwa von Swervedriver, Pale Saints und frühen Catherine Wheel wiederbelebt und gleichzeitig die Klangpalette um Tugenden des eleganten Powerpop-Songwritings der ’70er bis ’80er Jahre erweitert, zu einem Resultat das mich besonders noch mal an das frühe Schaffen in den späten 80ern vom britischen Noise Pop-Act Mega City Four erinnert.

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Завірюга – Big Mess

Immer ein großer Spaß, eine neue EP der besten Addresse in der Ukraine für quirlig-eingängige Eggpunk-Qualitätsware, welche die Ästhetik von so Genre-Grundpfeilern heraufbeschwört wie Prison Affair, Beer, Set-Top Box, Autobahns, Goblin Daycare, Midgee… Yup, dieser spezielle Zweig des Genres mausert sich zu einem bemerkenswert internationalen Phänomen und es ist pures Vergnügen, das zu verfolgen.

Straw Man Army – Look Alive

Earthworks erscheint am 15. November auf D4MT Labs inc. & La Vida Es Un Mus Discos.

Bart and the Brats – Only Fair

Only Fair erscheint am 8. November auf via Dirty Water Records & Roaring Blood Records.

Snarling Dogs – Overtime

Snarling Dogs erscheint am 1. November auf Drunken Sailor Records.

No Drama – Papershop

Papershop / A City Within erscheint am 1. November auf Hidden Bay Records.

The Unfit – Gatekeepers

Disconnected erscheint am 22. November auf Share It Music.