Mo egg on ya face (Paulo Vicious / Dårskap / Gurk)

In jüngerer Zeit hat es noch nie so etwas gegeben wie eine schlechte Woche für Eggpunk, aber diese Woche war mal wieder ganz bemerkenswert hochwertig mit drei überdurchschnittlichen Veröffentlichungen. Paulo Vicious aus Tel Aviv dürfte euch ja bereits von der Ärsche tretenden Debüt-EP im letzten Winter ein Begriff sein. Der Nachfolger davon nimmt nahtlos dessen Stränge wieder auf und erzeugt weiter kranken Spaß am laufenden Band mit starken Echos von Prison Affair, Set-Top Box, Nubot555 und obendrein einer glitzernden Patina aus 8.Bit Chiptunes. Dårskap aus Oslo wiederum nähern sich den Egg-verwandten Sounds mit einem gewissen Dungeon Punk-Unterton und der subtile Deathrock-Vibe wirft die Frage auf, ob hier vielleicht personelle Überschneidungen zur ebenfalls aus Oslo stammenden Band Molbo bestehen, die es erst letzte Woche an dieser Stelle zu bestaunen gab. Zu guter Letzt liefern die Schweden Gurk vier neue Attacken des ultra-catchy Egg-induzierten Wahnfrohsinns auf einer neuen EP, die ich mal durchaus als ihre bislang stärkste bezeichnen möchte.

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Leaves – Leaves

Das englische Trio Leaves schert sich ganz offensichtlich einen Scheiß um aktuelle Trends der britischen Szene und ich finde das sehr erfrischend. Stattdessen betätigen die sich in einer klassischen Melange aus Postcore, Noise- und Math Rock, die mehr nach Chicago, dem erweiterten Touch and Go-Universum und verwandtem Krempel klingt. Kompetent und beherzt wird hier eine Ästhetik revitalisiert, die in letzter Zeit doch etwas rar geworden ist. Die offensichtlichsten Referenzen wären hier Slint, aber auch mit Bands der Sorte Tar, Unwound, frühen Shellac and späten Bitch Magnet läge man hier nicht falsch, sowie einer Spur von Chavez oder Polvo und sogar etwas kraftvollen ’90er Dischord-Vorschub kann man besonders in Do Something erkennen. Was jüngere Bands angeht, böten sich auch frühere Pile und – noch viel treffender – Luggage als stilistisch eng verwandte Beispiele an.

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Machiavellian Art – Population Control

Population Control erscheint am 10. Mai auf Riot Season Records.

Wesley & The Boys – Gossip

Internet Punk erscheint am 10. Mai auf Sweet Time.

Bootlicker – Mercy Dog

1000 Yard Stare erscheint am 26. April auf Neon Taste Records.

Teen Line – Pick A Lane

Collecting To Collect erscheint am 22. April auf Weather Vane Records.

Homeless Cadaver – Cadaviar

Champale Wishes and Cadaviar Dreams erscheint am 26. August auf Iron Lung Records.

Bobby Would – Sleep Talk

Relics Of Our Life erscheint am 26. April auf Digital Regress.

Cut Piece – Walk The Dog

Your Own Good erscheint am 24. Mai auf Sabotage Records,

Marcel Wave – Barrow Boys

Something Looming erscheint am 14. Juni auf Feel It Records.

Fulmine – Randagio

Randagio erscheint am 26. April auf La Vida Es Un Mus Discos.

Snow Trail – The Vice

Abandoned Capsule erscheint am 26. April auf It’s Eleven Records.

Jesse – Indestructable

Complete Discography erscheint am 30. April auf Sounds Of Subterrania, Rad Girlfriend Records & Waterslide Records.

Negatives – Whole Lotta Shakin’

Whole Lotta Shakin’ erscheint am 26. April auf Iron Lung Records.