Diese Bostoner Band had sechs unwiderstehlich müffelnde Schlammpfützen aus oldschooliger Garage Punk-Action für uns die sich grob irgendwo zwischen den Parametern bewegt von klassischer Reatard(s)-Schule, der goldenen Ära von Liquids und stärker KBD-inspiriertem Zeug wie wir es von Bands wie Freakees und Launcher gehört haben. Obendrein sind dann noch ein paar schnörkellose Pop-Nuggets eingestreut die mich an so Scheiß á la Dark Thoughts und frühe Vaguess erinnern. Nichts furchtbar schlaues oder originelles also am Start hier, aber dafür treffen die Songs, Performance und Attitüde absolut ins Schwarze und wann immer mir der Appetit nach etwas simplem und ungewaschenem Garage Punk-Chaos steht, passt das hier super rein.
Die sind schon länger unterwegs als ich das zuerst realisiert habe, die Band aus Cleveland, Ohio zu deren Mitgliedern unter anderem Mickey Mocnik von den großartigen Nervosas gehört und die später zum Beispiel auch mit The Missed und, erst neulich, Vital Stress tollen Lärm gemacht hat. Nu ja, die letztjährige Adaptor EP sah die Band definitiv ein bisschen wegrücken von ihrem früheren Sound, dominiert von Echos des spät-'80er, früh-'90er Punk und Indie Rock mit diesem speziellen Fastbacks-Zusatz, hin zu einer etwas voller ausgeformten und irgendwie recht aktuell wirkenden, gleichzeitig aber auch sehr zeitlosen Machart des fuzzig-garagigen Noise Pop mit leichten Spuren von Psychedelia und Post Punk obendrauf. Auch auf der neuen EP channelt die Band ihre Energien in ein sogar noch etwas eingängigeres, kompakteres Bündel neuer Tunes die erneut ganz besonders an so Bands der 2010er Jahre wie Feature, UV-TV, Slowcoaches oder Monster Treasure erinnern.
Vague Fugue hatten im letzten Jahr schon eine nette EP, die aber noch ein bisschen an ihrer etwas schnöden Produktionsästhetik litt, welche sich für meinen Geschmack doch etwas zu offensichtlich in einem middle-of-the-road Dadpunk-Garagenvibe äußerte um mich vollends zu überzeugen. Keine Ahnung, das fühlte sich einfach alles etwas unangemessen und unschmeichelhaft an für ihren Sound, ein derber Konstrast jetzt zu der schlickigen LoFi-Präsentation ihres neuen Tapes, die ihren anachronistischen Lärm jetzt genau ins richtige Licht rückt als genau die drogenvernebelte, ausgefuzzte, Satan huldigende Acid Rock-Ekstase die das Debüt schon andeutete, aber noch nicht so recht zu verkaufen wusste. Der Scheiß klingt perfekt hier und es hilft definitiv auch, dass das zugrundeliefende Songmaterial - wenngleich noch immer einfach gestrickt, roh und primitiv - einen Treffer nach dem anderen Landet und auf jegliches unnötiges Genudel und Jam Band-Rumgewichse verzichtet.
Chubby's noch immer halbwegs neue Band EZ8 hat jetzt also ihren Namen minimal geändert und auch schon die erste LP auf Static Shock Records veröffentlicht die, soviel sei gesagt, eigentlich nur die Songs der ersten EP mit vier neuen Tracks erweitert. Das ist aber total knorke, denn jene EP ist immer noch wunderbar und verdient es, erneut gehört zu werden. Die neuen Songs sind aber nicht weniger Fabelhaft in ihrer unverwechselbaren Oi!- / Power Pop-Fusion wie sie eigentlich nur Chubby und seine Mitverschwörer so infektiös abzuliefern verstehen. Ein starker eingängiger Song und eine unbeirrt tighte Performance ist alles was es hier braucht, denn was dachtest du sonst was dich auf einer neuen Chubby-Platte erwartet? Eine Progressive Rock-Oper in neun Kapiteln? Nö, stattdessen gibt es diese Wundertat hier und bei alldem sind dennoch ein paar nette und unerwartete Schnörkel zu erhaschen die wir bisher noch nicht von dieser und den Vorgängerbands gehört haben, wie etwa das leicht Dungeon-mäßige oldschool Heavy Metal-Geschredder in den Strophen von Fear As A Gift.