Strawberry Moon – Smoon

Der Nachfolger zum noch ziemlich inkonsistenten, etwas halbgaren 2022er Album dieser Band aus Richmond, Virginia ist im Vergleich mal ein ganz anderes Biest – ein hochentflammbares kleines Paket aus auschließlich zertifizierten Hits, die teilsweise auch im vergangenen Jahrzehnt ganz gut aufgehoben wären – Rearview zum Beispiel klingt ein bisschen nach einer Fusion aus dem melodischen Punkrock von Swearin‘ mit der Melancholie von Royal Headache. Die Platte zelebriert diesen Trick wiederholt und mit Würde, fest verankert in hochklassigem Songwriting-Handwerk, einer tighten, ultra-fokussierten Performance und nicht zuletzt den beseelten Vocals von Katie Bowles, die hier ohne viel Mühe so eine Art von Siouxsie-vs-Debbie-Schtick durchzieht an dem sich schon so viele Sängerinnen vor ihr versucht aber nicht immer mit Ruhm bekleckert haben. Ihr kauf ich das ab!

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Butter Swamp – Punk-Sure!

Hey, habt ihr alle schon gehört vom tragischen Tod des Eggpunk? Ja sicher, habt ihr, aber es scheint dass Butter Swamp aus Appalachia, Virginia das Memo noch nicht bekommen haben. Ey ihr, habt ihr es nicht gehört? Es schickt sich seit letzter Woche nicht mehr für Punks, solche Musik zu machen! Ach je, ich schätze mal unser Ex-Lumpy wird sich dann doch noch etwas länger mit den Zombies seiner eigenen fernen Vergangenheit arrangieren müssen und diese EP wird er dann vermutlich nicht so toll finden. Aber was mich angeht… ich mag meinen Punk am liebsten schön tot und verrottet. Möge er noch tausend Tode sterben, so lange ich noch atme!

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Taker – Taker

Irgendwie habe ich diese nette kleine EP einer Band aus Buffalo, New York wohl komplett übersehen, als sie bereits im Dezember erschienen ist. Die beginnt jedenfall mit mehr so einer Art Oi!-meets-Ramonescore-Vibe aber latscht sich dann komfortabel ein in ein Paar Stiefel aus melancholischem, powerpoppigem Garage Punk mit deutlichen Echos etwa von Red Dons, Radioactivity, Marked Men, Cheap Whine, Bad Sports, Sonic Avenues, Steve Adamyk Band oder den Franzosen Telecult – und ihr wisst alle, dass ich so einem Unterfangen niemals widerstehen kann.

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Society Scum – CCIV MMXXV

Dieser versiffte Klumpen aus Hardcore Punk ist ja mal so was von perfekt in seiner verstörten Abgefucktheit. Fun fact: Für sein unverständliches Geknurre bereitet sich der Sänger vor jeder Show mit einer milden Lobotomie vor sowie einem Cocktail aus Amphetaminen und billigem Fusel. Wenn die Zeit für den Gig gekommen ist bekommt er dann ein Paar Socken in den Mund gestopft und die Augen verbunden, wird gefesselt überkopf von der Decke gehangen und bekommt mit einem Weidestromgerät rhythmische Schocks verpasst. Jeder kann das machen, auch du!

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Delta Van Diel – Significant Ultra

Manche Bands machen meinen unbezahlten Job als Blogger ziemlich einfach, wie etwa diese Londoner. Die Sache ist nämlich, nu ja… Band existiert weil Typ mag Suicide, so einfach verhält sich das. Und jetzt wo Alan Vega schon fast ein volles Jahrzehnt nicht mehr unter uns weilt, breche ich dankbar das Brot mit jedem kompetenten Ersatzpriester, der das unheilige Feuer am brennen hält. Und was jene angeht, kann man sicher schlechteres wählen als diese rundum adäquate Gedenkzeremonie.

Game Set Match – Hang Out With You / Mundane

Gleich noch so eine hochklassige 2-Track-Single kommt hier mit dem Debüt von Game Set Match aus Sydney und brilliert in einer relativ oldschooligen Machart von primitivem und geradeaus gehendem Garage Punk, der Erinnerungen weckt an so Bands wie Eddy Current Suppression Ring, The UV Race, frühe Teenanger, The Abandos, Sauna Youth oder Manatees.

The Martha’s Vineyard Ferries – Decorations / Context

Auf ihrer neuesten und – soweit ich weiß – einzigen 7″ bisher, geht die sporadisch aktive Post Punk/-core Supergroup ein bisschen lärmiger und roher zur Sache als wir es im Schnitt von ihnen gewohnt sind und ich sag mal das passt mir ganz wunderbar in den Tee. Die A-Seite kommt dabei etwa so rüber wie ein verschollener Wipers-Outtake, performt von einer Fusion aus Scratch Acid und Feedtime, während die B-Seite eine überaus kompetente Coverversion eines ausgesprochen ikonischen Songs von Strike Under ist. Da gibt’s einfach nichts zu kritisieren an dieser perfekten kleinen Punksingle!

American Muscle – Rocker, Roller, Killer

Wurde ihr zu Beginn des vergangenen Jahres veröffentlichtes Demo noch überschattet vom majestätischen Irrsinn des ultraspackigen Openers Don’t Tussle With The Muscle, liefert die neueste EP der Band aus Minneapolis ein weitaus stärkeres Gesamtpaket ab in der Form von drei überaus ’77-infizierten Garage Punk-Ausrastern die so simpel und primitiv sind wie es eben noch geht aber dennoch perfekt funktional bleiben als dumme kleine Rock’n’Roll-Tunes – man tut hier nur das absolut notwendigste, aber das absolut richtig!

Pleaser – Begging Guitars

Begging Guitars erscheint am 23. Mai auf Part Time Records.