Toilet Rats – Drug Bird

Synth Redux Vol. 1 erscheint am 25. April auf Steadfast Records & Sweet Cheetah Records.

Personality Cult – Careful

Dilated erscheint irgendwann auf Dirtnap Records.

Over-Gain Optimal Death – Die Underground

Die Underground erscheint am 28. März auf Riot Season Records.

Punter – Australienation

Punter aus Melbourne zeichneten bereits für ein starkes Demo und eine brilliante 2023er EP verantwortlich, aber wenn du glaubst viel besser könnte es nicht werden, dann halt dich jetzt gut fest! Aufbauend auf der schon vertrauten Mischung aus gelegentlich Metal-infiziertem, wunderbar schmierigem Hardcore- und Garage Punk á la Polute, Cheap Heat, Cement Shoes oder Cülo, nicht vor epischen Gitarrensolos zurückschreckend und mit weiteren Ähnlichkeiten etwa zu Postcore-Acts wie Dollhouse, Flea Collar und der Melancholie, dem überlebensgroßen Drama von Pist Idiots und Split System, sind das dreizehn perfekt kalkulierte Präzisionsschläge, jeder davon leitet gekonnt ein solides Drama in seinen Lauf, um im dritten Akt unfehlbar in Flammen aufzugehen. Jau, diese Ausbrüche des Jet-getriebenem Rock’n’Roll sind bombenfest verankert in einem Fundament von ultrasolider Songkonstruktion, viel smarter und aufwändiger als man es auf den ersten Blick vermuten würde und gewürzt mit einer Fülle von unerwarteten Schnörkeln und Stilblüten die dennoch niemals den Bogen zu überspannen drohen. Selbst die extravaganteren Akzenze wie der Einsatz von Orgel, Dudelsack, ja sogar einem epischen Saxophon-Solo im abschließenden Track It Aint Pretty, verfehlen nie ihre Wirkung.

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Yuasa-Exide – Hyper At The Gates Of Dawn

Auf ihrem schätzungsweise hundertsten Release in nur drei kurzen Jahren hat diese Band irgendwo aus dem Bundesstaat Minnesota eine durchweg verzaubernde Klanglandschaft von zeitloser Coolness erschaffen, die Elemente aus relaxtem und schrammeligem, unverschämt eingängigem Noise Pop und Indie Rock mit einer winzigen Dosis Shoegaze und altertümlichem Sarah Records-Indie Pop kombiniert zu einem irre appetitlichen Resultat, das gelegentlich so rüberkommt wie ein Mix aus den powerpoppigen Ausläufern des Bevis Frond-Spektrums, Flying Saucer Attack, Guided By Voices in ihrer LoFi-Ära und vielleicht auch einem Hauch von Eric’s Trip, Sebadoh und Archers Of Loaf? Außerdem hat’s auch eine gewisse Qualität vom ’80er Flying Nun Records-Umfeld wie The Clean und The Stones. Arbeiten wir uns langsam an aktuellere Referenzen heran, mag man auch Verwandtschaft erkennen zu den verschwommenen Klangskizzen von frühen Rat Columns oder The Molds, dem verträumten Indie Rock von Treehouse, den frühen Werken von Male Bonding und Wavves oder, erst kurzlich, der LoFi-Nebelfront der Italiener Purp und den hartnäckigen Indie Rock-/Noise Pop-Ohrwürmern von Vacation.

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Baghed – Smear Campaign

Nach ihrer schon durchweg beachtenswerten, noch deutlich Egg-mäßiger klingenden 2023er EP kommt diese Band aus Reading, Pennsylvania jetzt aber mal so richtig in die Gänge mit ihrem ersten Langspieler und einem Sound, der konstant auf der Grenze zwischen Garage- und Hardcore Punk balanciert ohne dabei das Rad neu erfinden zu wollen – diese Songs halten sich recht treu an etablierte, simple Garage-Formeln aber verdammt, machen die mal alles richtig dabei! Was so dumme wie spaßige Rock’n’Roll-Rifforgien angeht, holen die hier mal so ziemlich das Optimum aus den vorhandenen Mitteln.

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Piggy Bank – Pattern Recognition

Die Debüt-EP dieser Band aus Portland ist stilistisch eine ziemlich gemischte, aber durchweg brilliante Tüte. Die ersten zwei Songs gehen in die Richtung von verwinkeltem Garage- und Post Punk, der eine delikate Balance hält zwischen dissonanten Texturen und supereingängigen Hooks wie man es so ähnlich schon von so Bands wie Reality Group, Print Head, frühen R.M.F.C., Exit Group and Beef gehört hat. Technology Discriminates Against The Poor klingt daraufhin ein bisschen nach einer krautigen Variante von Spray Paint kombiniert mit dem spacigen Garage Punk von Mononegatives oder späten Useless Eaters. False Reality erinnert mich am stärksten an den nicht weniger abgespaceten Garagenlärm von Pow!, während Identity einen catchy-quirligen Minimalismus so á la Busted Head Racket oder Daughter Bat and The Lip Stings versprüht. Beat Struggle taucht dann ganz ein in die motorisch-krautigen Vibes bevor die EP ihren angemessen wertigen Abschluss verpasst bekommt mit einer gelungenen Coverversion der alten Niederländer Ivy Green und den walzenden Grooves des Synth Punk-Schwelbrandes Conflict Driven Entertainment.

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Various Artists – Battle For L.A.: A see/saw Benefit

Ich poste ja eher selten solche Compilations hier weil, ganz ehrlich, die meisten davon doch eine eher durchwachsene Angelegenheit darstellen, aber für diese hier mache ich doch gerne mal eine Ausnahme, wurde sie doch kuratiert von niemand geringerem als see/saw’s Evan Minsker und wie daraus im Vorfeld schon zu erwarten war, it das hier qualitativ doch einige Stockwerke über der durchschnittlichen „Schickt mir euren unveröffentlichten Krempel für einen guten Zweck“-Compilation zu verorten, mit einer ultradicht geschichteten Tracklist die sich liest wie ein who is who des aktuellen, internationalen Punkuntergrunds. Das, sowie die Tatsache dass deine 10$-oder-mehr-Spende jenen zugute kommt, die in der Feuerkatastrophe von Los Angeles ihr Hab und Gut und Dach über’m Kopf verloren haben. Klingt nach ’nem Deal, oder?

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