Gap Dream – Shine Your Light

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Die Jungs von Burger Records verdienen ’ne Ehrenmedallie dafür, dass sie diese Platte möglich gemacht haben. Nach dem bereits ein paar Wellen schlagenden, meines Erachtens aber noch ziemlich unausgereiften Debutalbum, so die Geschichte, sollen sie dem abgebrannten Gabriel Fulvimar aka Gap Dream eingeladen haben doch gleich bei ihnen zu wohnen und sogar komplett neues Equipment sollen sie ihm besorgt haben, damit er an der neuen Platte arbeiten konnte. Viel vertrauen wurde also da rein gesteckt, mehr Risiko als man von einem kleinen Nischenlabel in finanziell kargen Zeiten wie diesen erwarten würde. Und es hat sich voll ausgezahlt. Mit „Shine Your Light“ legt Fulvimar eines der überzeugendsten Psych-/ Garagenpop-Alben der Gegenwart ab.

Normal schalte ich ja sofort ab, wenn ich den Wortzusatz „-pop“ in Verbindung mit einem von mir durchaus geschätzten Genre vernehme. Aber das hier ist keine glattgebügelte Trendhipster-scheiße. Die Songs resonieren emotional, und auch wenn das ganze sich mal richtig käsig zu sein traut – etwa die kitschigen Synth-Fanfaren in „Shine Your Love“ – wird das ganze so glaubwürdig durch die düsteren Lyrics gekontert, dass sich niemals Übezuckerungserscheinungen einstellen. Umso erstaunlicher angesichts der Tatsache, dass hier die Gitarren größtenteils abgeschafft wurden. Stattdessen hat Gabriel Fulvimar einen dichten, manchmal tanzbaren Sound reich an Vintage-Synths und -orgeln geschaffen der immer organisch und zu keinem Zeitpunkt seicht oder beliebig klingt.

Digital ist das teil schon käuflich zu erwerben. Wer’s unbedingt als LP oder CD haben will (wie von Burger gewohnt gibt’s auch Kasetten für die ganz bedepperten Kinder mit zu viel Taschengeld) muss sich noch ’n paar Tage gedulden.
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Turbo Lightning – Faster Than Light

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Aus den Scherben der alten Noiserocker Mae Shi hervorgegegangen sind Turbo Lightning aus Los Angeles. Auf ihrer kürzlich erschienenen ersten EP „Faster than Light“ überzeugen sie mit einer etwa zehn Jahre verspätet wirkenden Art von Indie Rock, die man so unverwässert schon länger nicht mehr gehört hat. Trotz aller Euphorie und Melodiösität  die diesen Songs innewohnt, driftet die Platte nie in seichte Beliebigkeit ab, dafür sorgen gekonntes Songwriting und die leicht kantigen, rhythmisch wohl vom 90er Dischord-Sound beeinflussten Arrangements.

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Tiger! Shit! Tiger! Tiger! – Forever Young

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*PLOPP* Es werde Blog.
Und den Auftakt macht mal eine Band aus Italien, die noisig-melodischen Postpunk spielt, mit eindeutigem Surf- und Shoegaze einschlag und angenehm dreckig produziert. Zugegeben, nicht gerade die originellsten Einflüsse im Jahr 2013, aber innerhalb des Genres gehört’s zum besten was ich in letzter Zeit gehört hab und ist gar nicht zu vergleichen mit dem ganzen halbgaren Schmodder der sonst aus dieser Ecke so durch die Blogs gejagt wird.
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