Ihre im Frühling erschienene Split-EP mit The Dumpies war gekennzeichnet von einem bemerkenswerten Wachstum für beide Bands und nachdem The Dumpies bereits eine absolut brilliante LP nachgelegt haben, war es ja nur eine Frage der Zeit bis auch der andere Schuh bei uns einschlägt in Form eines neuen Night Court-Langspielers. Der macht auch noch mal ordentlich Bumms in einem großzügigen Kraftpaket aus 17 Songs von reinster Power Pop-Erhabenheit, zusammengehalten von vorzüglichem Songhandwerk und präsentiert in einem Klanggewand von wechselnder Intensität, das irgendwo zwischen melodischem Garage Punk und oldschooligem Indie Rock alterniert und mich an so hohe Kaliber wie Bed Wettin’ Bad Boys, Radioactivity, Bad Sports, Tommy and the Commies, Datenight, Vacation, Teen Line und Cheap Whine erinnert.
Hier sind drei neue Releases des erfinderischen, nicht ganz regelkonformen Hardcore Punk. Gerade mal eine Woche nach der letzten EP haben Piss Wizard bereits eine neue veröfffentlicht, die erneut eine Fuzz-lastige Vision von Hardcore-Chaos abliefert, solide verschweißt mit einem ausgesprochenen KBD-Einschlag und deutlichen Garage- und Surf Punk-Vibes. Das ist ebenso catchy wie auch roh und hält reichlich an unwahrscheinlichen melodischen Details unter der dreckigen Oberfläche versteckt. Die neue EP von Lackey aus Winnipeg schlägt dann in eine ähnliche Kerbe aus Garage-getränktem Hardcore auf eine geradlinigere aber keinesfalls weniger ausgefeilte Weise. Hochentflammbare Riffs ackern sich hier vorwärts in einer Art nicht ganz unähnlich zu so Bands á la G.U.N., Crisis Man, Jug, Chain Whip oder Termite. Zu guter Letzt dann noch das hier: Man nehme die Tugenden der anderen zwei Bands in diesem Post und tauche sie in einen stärkeren ’77er Vibe plus einen Hauch von oldschooligem Westküsten-Hardcore und dabei sollte dann so ungefähr die neue EP von Body World aus Philadelphia rauskommen. Aber das ist eigentlich auch wieder etwas zu vereinfacht und würde unterschlagen, wie einfallsreich und wandlungsfähig die Band agiert – kein Song klingt hier wie ein anderer.
Gonk aus Salt Lake City, Utah machten schon eine Weile an der Peripherie der Eggpunk-Welle auf sich aufmerksam und ihr Langspieldebüt liefert erneut reichlich Beweise dafür, dass es sich bei der Band um eine respektable Kraft und Bereicherung der Szene handelt. Auch wenn diese Songs nicht viel an neuen Impulsen zum Genre beitragen, trifft dennoch jeder Song hier mit einfachsten Mitteln mitten direkt ins Schwarze und Freunde von so Bands wie Shrudd, Billiam, Music For Microwaves oder Power Pants werden sicher auch an dieser Platte viel Spaß haben.
Die dritte EP dieser Band aus Stockholm macht unmittelbar mal einen ausgezeichneten Eindruck mit einem moderat exzentrischen und abwechslungsreichen Mix aus Garage-, Post-, Synth- und Art Punk der geringfügig Devo-mäßigen Machart, zu dessen Tugenden und Referenzen auch etwa das quirlige Chaos von Skull Cult und Jelly Belly gehört, die ’80er Synth Punk-Flashbacks jüngerer Isotope Soap, etwas Psychedelia á la Mononegatives und die Unvorhersehbarkeit von Pressure Pin. Auch eine erfreuliche Überraschung: Der Bonus-Remix des pulsierenden Rausschmeißer-Tracks Wendy Got Balls, der tonnenweise von einem aus der Zeit gefallenen retro ’80er 12″ Disco Edit-Charme mitbringt.
Unsere liebsten Garage-Franzosen Bart and the Brats verändern sich nie großartig, die konstant hohe Qualität ihres Outputs glücklicherweise aber auch nicht. Yup, das ist genau diese dumme und simple Machart des Garage Punk die wir kennen und lieben mit Anklängen etwa an Buck Bolixi, Spits, frühe Sick Thoughts, Uglies und The Dirts. Ich glaub davon werde ich niemals zu viel kriegen.
Horror-/Dungeon-affiner Garage Punk aus Houston. Ausgebombt, moderig riechend und ausgesprochen grob, erinnert mich dieser Scheiß an so Größen wie frühe Strange Attractor, Neo Neos, Lumpy & The Dumpers, Stinkhole und Research Reactor Corp. Alles davon klingt wie Musik in meine Ohren, auf jeden Fall mehr als was du vermutlich gerade hörst.