Ynnad Zednanref – Every Living Thing Of All Flesh
Summer Scaries erscheint am 6. Dezember auf Already Dead Tapes and Records.
Summer Scaries erscheint am 6. Dezember auf Already Dead Tapes and Records.

Auch wenn ich es immer noch nicht fertig gebracht habe, mich tiefer in die etwas einschüchternd massive Diskografie von Monda aus Totowa, New Jersey reinzuwühlen, muss ich ihnen dennoch zugute halten im Laufe dieses Jahres einen kräftigen Eindruck hinterlassen zu haben als eine sich konstant wandelnde und ruhelose kreative Gewalt. Wo die im Frühling erschienene LP Stiff Jumbo amtlich abgespackt seine schrille Fahne in den Wind hängte in der Form von kurzen Blitzen aus melodoischem Lärm und VIII in Sommer dann die klanglichen Parameter deutlich entpannte zu einer klassicheren Indie Rock-Ästhetik, begibt sich der neueste Langspieler in weiten Teilen in vergleichsweise, nu ja… benebelte Sphären würde ich mal sagen. Das ist ein ausgesprochen wolliges, ausgefranstes Bündel aus DIY-mäßigen Space-/Acid Punk-Exzentrizitäten, die in keinem Moment den kreativen Trieb, die menschliche Wärme, Neugier und Verwunderung verbergen kann hinter einer, zugegeben, ziemlich bekifften Fassade. Einerseits erinnert mich das stark an so Zeug wie Mononegatives, späte Useless Eaters, Pow! und einige der stärker Motorik-verschwurbelten Inkarnationen von The(e) O(h)Sees, wobei dann andererseits aber Songs wie I Alwys Have It Till I Need It, Chronic Embarrassment und Creek Time wiederum die gleichen melodischen oldschool Indie Rock- und Fuzz Punk-Qualitäten transportieren, die schon die beiden Vorgänger durchzogen.
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Wo die durchschnittliche Band des 12XU-kompatiblen Spektrums doch eher dazu tendiert, ausgefeilter und feingeistiger zu werden bis sie anfängt zu saugen, scheinen The Unfit aus Seattle genau den umgekehrten Weg einzuschlagen und immer simpler und primitiver zu klingen bis sie vermutlich auch irgendwann ziemlich saugen werden. Aber aktuell sind sie davon noch weit entfernt und der Scheiß entfaltet seine Wirkung ganz vortrefflich, auch wenn – oder auch gerade weil – ihre fuzzigen Garage- und Post Punk-Tunes stellenweise auf ein geradezu Feedtime-mäßiges Level an monoton-repetitiver simplizität heruntergekocht werden.
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Diese Band aus Minneapolis deckt ein interessantes Klangspektrum ab auf ihrer neuesten EP, von der kräftigen Fuzz Punk-Attacke in Like A Dream? über den Math- und Noise Rock-angehauchten Post Punk von Yeehaw! zum vergleichsweise geradeaus gehenden Garage Punk in Saved, woraufhin dann der abschließende Track 5678 unerwartet zu einer Art vernebelten Space Rock-Jam abdriftet. In unterschiedlichen Momenten erinnert mich das an einen recht vielseitigen Haufen von Bands wie etwa frühe Rolex, Cutie, Shark Toys, Reality Group, The Cowboy und Big Bopper.
Album-Stream →Notes erscheint am 13. Dezember auf Strange Mono.
Black Holes Don’t Choke erscheint am 6. März auf In The Red Records.

Shady Lady and the Malefactor Schwein on a mission
Spam Pelomuerte
Abscam Megafone
Bart and the Brats Hardest things in the world
Fishfly Mothman
Dick Hick Lock me up
Body World Eyes Of The State
Goblin Soap Goblin Offensive
Piss Wizard Organic Mechanic
Witch Piss Brighton Front
Lackey Drunk Tank
The Idgets The Punkest Song
Dick Hick Scary axe man
Clean Needle Human Condition
Ignorance Echo Chamber
Paprika Supply Chain Wallet
Speed Plans Lifestyle
Voltage Liar
Memory Strings Static
Delta 8 TK’s House
Dream World Inside
.cum Magic 8 Ball
Midgee (Somebody) Shot Me
The Vancooths Past Is Gone
Night Court My Last Acid Trip
Street Sweeper My World At Night
Polyglots A Cleansing Cure
Steröid After Dawn
Meow Meow And The Smackouts Numbers
Gonk One and the Same
Knee Damage
Electric Prawns 2 Portaloo
Online Friends & Misha Hivemind Threshold
Snarling Dogs Televised Violence
Psychbike Living in a Shadow
Zulo Extraña condición
Strangelight Gratitude Practice
Straw Man Army Staring At The Sun

Nach ihrem phänomenalen Debütalbum in 2020 und einer ungleich grimmigeren zweiten LP in 2022 liefert das New Yorker Duo jetzt etwas ab, für das mir das Wort Meisterwerk nicht zu weit gegriffen erscheint. Hier ist erneut eine absolut singuläre Vision am Werk, die sich einerseits im Rahmen von kontemporärem Post Punk und Postcore bewegt und sich gleichermaßen aber anschickt, dessen Grenzen und Limitierungen zu sprengen. Die Lyrics sind so unverblümt politisch wie auch emotional und introspektiv – desillusioniert aber dennoch immer mit einem Funken der Hoffnung… also kurz gesagt: Sie reflektieren die mentale Last die es mit sich bringt, mit offenen Augen durch eine Ära zu gehen in der die Menschheit mit einer Unzahl globaler und lokaler Krisen konfrontiert ist und gleichzeitig systemisch unfähig oder unwillig erscheint, einen nachhaltigen und praktikablen Weg für die Zukunft einzuschlagen; in der westliche Gesellschaften kollektiv den Kopf in den Sand stecken und globale Eliten allzu willig sind, jeglicher Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft zugunsten kurzsichtiger Anhäufung von Reichtümern eine Absage zu erteilen. Yo, der ganz alltägliche Zustand also. Aber nun gibt es großspurige politische Statements heute ja wie Sand am Meer und nichts hiervon wäre einer besonderen Erwähnung wert, wenn nicht die Musik so verdammt brilliant wäre, die hier erneut die Vielschichtigkeit der beiden Vorgänger aufweist mit filigranen Arrangements und dichter Atmosphäre, was sie hier letztendlich zur absoluten Perfektion verfeinern. Für mich fuhlt sich das an als hätte man den Geist der ersten Emocore-Welle – noch unbelastet von den Tropes, Klischees und Konventionen späterer Jahre – in die Gegenwart transportiert, mit einer einzigartig eigenen Stimme und ausgesprochen unvoreingenommen in seiner Vorstellung davon, was Punk Rock in 2024 sein und tun kann.
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Die Debüt-Langspielkassette dieser Band aus Greater Sudbury, Ontario liefert auf den ersten Blick relativ konventionelle aber ebenso auch durchweg solide konstruierte, effektive Post Punk-Smasher mit leichten Anarcho- und Death Rock-Anleihen, wobei als offensichtlichste Vergleiche mal wieder so bekannte Größen herhalten müssen wie Criminal Code, Sievehead, Schedule 1, die lokalen Stadtnachbarn Kommissars und etwas aktueller auch Negative Gears. Aber dann ist da wiederum auch eine besonders verblüffende Änlichkeit festzustellen zu Dead Cells aus Vancouver, die 2018 eine saugute LP auf Erste Theke raus hatten und deren Lead Singer hier zum verwechseln ähnlich klingt… oder es ist sogar der gleiche Typ, ich hab echt keinen blassen Schimmer.
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Okay, hier ist also die zweite Kassette dieser nassen Hexen, die genüsslich an jede moderige Kerker- und Schlossmauer pissen, die ihre Heimat Simi Valley, Kalifornien so hergibt. Wie alles von denen bisher haben wir es mit einem vorzüglich brennenden Müllcontainer aus maximal fuzzigem Garage Punk-Chaos zu tun, knalldicht beladen mit belastungsfähigen Hooks und geschmeidigen Melodien, die absolutes Pflichtprogramm sind für Freunde von ähnlich besorgniserregenden Entwicklungen á la The Gobs, Slimex, frühe Exwhite, Exit Mould, Geoduck Diodes und 3D & The Holograms.
Album-Stream →Artistes Anciens erscheint am 7. März auf Public Tone Records.
Transition erscheint am 24. Januar auf Maple Death Records.

Zugegeben, eigentlich ist die Debüt-LP dieser Band aus Pittsburgh, Pennsylvania eine gewisse Mogelpackung, sind die ersten fünf Songs doch eins-zu-eins von ihrem 2023er Demo übernommen. Andererseits ist es aber doch ganz nett, dass jene Songs jetzt einen offiziellen Release erfahren und die sechs neuen Songs sind allesamt auf ebenbürtig hohem Niveau! Der Opener Nothing Left geht direkt nach vorne mit einem unverkennbaren Proto- und First Wave US Punk-Vibe auf, der unter anderem an Stooges, Dead Boys und Gun Club denken lässt. Televised Violence fühlt sich daraufhin fast so an, als hätte man Radio Birdman und Saints mit den Hot Snakes und exzentrischen ’80er Hardcore-Acts wie Really Red und Saccharine Trust verquickt. Über die gesamte Laufzeit ist auch ein oldschooliger Garage Punk-Vibe nicht zu übersehen, der irgendwo zwischen Pagans und Dead Moon sein Ding treibt und nicht zuletzt ist da noch ein großes Maß an früher Westküsten-Energie im Spiel. Im Zusammenspiel mit trittfester Songsubstanz destilliert sich das zu einem starken und explosiven Cocktail aus primitiver Punk Rock-Exzellenz.
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