Dad Joke – How Many Songs Can You Handle This Night

Diese Kroatier brauchten nicht lange um mich vorbehaltlos für ihre Sache zu gewinnen angesichts ihrer spaßigen Garage Punk-Mischung aus cowpunkigen X (US) und Gun Club-Vibes, Angst-artigen Folk Punk einsprengseln und tonnenweise von Minutemen-mäßigen, freidrehenden funky Post Punk-Schrägheiten, die mich an eine Reihe gegenwärtiger Acts erinner wie Ismatic Guru, Patti, Tyvek, Print Head und Shark Toys, während der quasi-Theme Song Dad Joke sich ein bisschen nach einem Zeisprung zu alten DIY-Briten á la Mekons, Television Personalities und Desperate Bicycles anfühlt.

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Negative Outlook – Negative Outlook

Ooo-kay, das hier soll also das neue Projekt von einem alten britisch-amerikanischen Sack sein aber ehrlich gesagt bin ich ziemlich skeptisch, dass man irgendetwas von dem glauben schenken sollte, was auf ihrer Bandcamp-Seite geschrieben steht. Aber wie auch immer, der Krempel schreddert ausgezeichnet. Das ist ein schön noise-verseuchtes, abgefuzztes Konzentrat aus Garage- und Post Punk mit einem subtilen Zusatz von ’90er Indie Rock und altem britischen DIY. Freunde von noch gar nicht so uralten Bands wie Shark Toys, Tyvek, Parquet Courts oder frühen Cloud Nothings werden dem bestimmt nicht abgeneigt sein.

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Slick – EP1

Eine Band aus Madison, Wisconsin liefert hier eine restlos überzeugende dritte EP ab mit einem Sound von mitt-’80er bis früh-’90er melodischem Punk und Indie Rock der stark Dinosaur Jr., Superchunk, Jawbreaker, Archers Of Loaf und Sebadoh-informierten Machart – jener, die etwa zwei Jahrzehnte später auch noch mal ein kleines Revival erfahren hat mit so Bands wie California X, Kicking Spit, Happy Diving, Fins and ganz besonders Milk Music. Außerdem gibt es z.B. in Dust auch noch ein bisschen von einem Pitchfork / Drive Like Jehu-Vibe zu erkennen. Dieser Tage empfinde ich so etwas als zeitlos und altmodisch im positivsten Sinne und die konstante Qualität dieser Platte wird durchweg untermauert von ultrasolidem Songmaterial.

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The Bad Plug – Macho Man

Die Band aus Mailand, Italien hat bereits ein paar Wellen in der Garage Punk-Szene verursacht mit einem konstanten Getröpfel von Singles und EPs seit 2022, aber mit ihrer neuesten EP rotieren sie erstmals mit optimaler Kraftübertragung und straffen die relativ stumpfe Gewalt der vergangenen Veröffentlichungen zu einer weitaus kompakteren, windschnittigen Vision. Ihre durchschlagende Legierung aus Garage- und Synth Punk hält dabei eine superstabile Balance zwischen Catchyness, unnachgiebigem Vorschub und lässt dabei noch reichlich Raum für Experimente und Seltsamkeiten, insbesondere wäre dabei der Titelsong hervorzuheben, eine vollkommen entgleiste Coverversion jener alten Village People-Socke, deren klang-gewordener Wahnsinn mich ein kleines bisschen an das frühere Schaffen von Skull Cult erinnert.

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Snooper – Unknown Caller

Für mich kann es niemals genug Snooper auf der Welt geben und entsprechend ist auch diese neue Tour-EP eine willkommene Erscheinung, auch wenn die sich ein bisschen nach einer Mogelpackung anfühlt, die nur zu grob 60% aus neuen Songs besteht und der Rest lässt sich eher als verzichtbare Experimente und Interludes klassifizieren. Die zwei „richtigen“ neuen Songs sind jedoch mal wieder ’ne Bombe, angetrieben von elektrischen Beats ein bisschen so, wie wir es schon mal im Song „Subdivision“ von ihrer 2022er EP Town Topic gehört haben, allerdings ist der Energielevel hier ungleich höher und fast schon brutal im direkten Vergleich, verschiebt ihren Sound näher an ein ausgesprochenes Elektropunk-Territorium, wobei die Songs aber erneut ziemlich klassisches und ausgezeichnetes Snooper-Material sind. Wenn die Chaot*innen sich jetzt noch dazu aufraffen könnten, auf ihrer übernächsten EU-Tour auch mal hier im Westen zu spielen, würde mich das durchaus glücklich machen. Es leben nämlich auch Eggpunks in anderen Städten als Berlin.

Milquetoast – Lamest Dystopia

Total Fucking Milquetoast erscheint am 20. Juni auf Pout Records.

Piss Me Off – Slide The Shell

Debt With The World erscheint am 25. April auf Delayed Gratification Records.

AACKR – WTF

WTF erscheint am 14. Juni auf Mörtel Sounds.

Science Man – Control Collar

Monarch Joy erscheint am 23. Mai auf Swimming Faith Records.

Ideal Victim – Bubbles

Rage Letters erscheint am 23. Mai auf Lovers & Lollypops.