Wie bereits auf dem brillianten 2023er Demo konfrontieren uns Zero Bars aus Toronto auf ihrer neuesten EP wieder mit einer beachtlichen Wucht, die igendwo in den überlappenden Regionen von Garage Punk, Hard- und Postcore beheimatet ist und einiges von einem altmodischen Hot Snakes-Vibe hat, zusammen mit kleineren Fetzen von Bands wie Ascot Stabber, Flowers Of Evil, Piss Test, Nervosas und Mystic Inane um nur ein paar zu nennen.
Irgendwie hab ich’s verpeilt über die vorherige Monda-LP zu posten, also nehme ich diese neue EP mal zum Anlass daran zu erinnern, dass es den Typen noch gibt und dass er weiterhin ausgesprochen coolen Scheiß fabriziert. Es handelt sich hier um den schnörkellosesten und eingängigsten Release seit einer Weile mit fünf unbestreitbaren Ohrwürmern zwischen den groben Koordinaten von oldschooligem Indie Rock, Garage Punk und Power Pop, der überwiegend eine melancholisch-verträumte Atmosphäre versprüht. Also wie üblich hochwertiger Stoff, der mich diesmal besonders an die Power Pop-Overlords Vacation aus Cincinnati erinnert.
Zwar etwas verspätet, aber Molbo aus Oslo haben dann letztendlich ja doch noch mal ganz schön Wellen geschlagen mit ihren 2023/’04er EPs nachdem jene gemeinsam von Erste Theke Tonträger auf Vinyl wiederveröffentlicht wurden. Insgesamt hat sich ihr Sound seitdem nicht allzu sehr verändert, aber dennoch ist ein stetiger Feinschliff zu erkennen auf ihrer neuesten EP, die ihren Style zu einem robusteren, konsistenteren Gesamtbild konsolidiert. Wie gewohnt verwebt das Zeug die Stränge von Garage-, Post- und Egg Punk, Death Rock und Dungeon Punk zu einem ganz schön einfallsreichen und wunderbar unförmigen Genre-Bastard und festigt damit ihre eigene kleine Nische in der gegenwärtigen Egg-/Dungeon-Landschaft.
Die neueste EP dieser Band aus Indianapolis ist fraglos ihre stärkste Veröffentlichung bislang, auf der sie die stärker geradeaus rockenden Sounds der Vorgänger weitgehend hinter sich lassen und den Energielevel empfindlich reduzieren im Austausch gegen eine vergleichsweise relaxte Machart von Garage Rock, der gleichermaßen Inspiration zu schöpfen scheint aus Paisley Underground-mäßigem Jangle Pop und britischer Psychedelia. Und was soll ich sagen, die neuen Songs lassen keinen Zweifel daran, dass sie es ernst meinen damit. Es ist ein ausnahmslos hochklassiges Bündel von zurückgelehntem, psychedelischem Pop, saumäßig catchy ohne dabei jemals Gefahr zu laufen auch nur annähernd kitschig und überzuckert zu klingen – ein bisschen wie eine Mischung aus, sagen wir mal, Good Flying Birds und White Fence, oder vielleicht auch eine noch einmal viel gelassenere Version der aktuellen Power Pop-Überflieger Sharpnel und Dumbells.
Was für eine verdammt lahme Woche wäre es denn ohne eine neue Eggpunk-Veröffentlichung? Diesmal werden wir versorgt von einer Band aus Indianapolis, die sich hier stilistisch nicht allzu sehr aus dem Fenster lehnt aber nichtsdestotrotz eine spaßige, grundsolide Variante des Genres spielt und einen Sweet Spot findet irgendwo zwischen den Sounds von frühen Prison Affair, Deebeat Ramone, Beta Máximo, Midgee, Goblin Daycare und Winky Frown. Der Scheiß funktioniert einfach, da ist nichts dran zu rütteln.
Ratonera Humana Subnormal Bart And The Brats Pigeonholed Horns Soon Public House Twist The Knife Beer Pine Barrens Snarewaves ABV Socke Wien oder Berlin Gerber and the Babies Paranoia Snooper In The Dark Negative Outlook Nausea, Spilling Through My Veins Chemical Bank New American Dark Age/Everything Is Hate The Bad Plug Moon Flower Fields 20 Minutes Drop the Bomb Krul A Body Worst Intentions Association Necron 9 Not Me SSIK Inferior Health Nourishment Warm And Rotting
Tracklist
Cringe Fantasy Pop Music Ruined My Life Mr. Piss Knife Fight Trigger Cut Crash Crew Fugitive Bubble Ego Drip Jacket Burner Nothin‘ To Me Teo Wise Colpo in Canna Dirty Fences Running Again Steroid Rotting In The Prison Power Pants I Wanna Be More Mr. Pescado Wet Books Dauber Metal Rectangle Flèches Effacé.e Par La Foule Window Phase Guy Ferrari Dad Joke Dad Joke Slick Lake Day
Nach langem Warten ist er endlich hier: Der erste Langspieler von Gordo Blackers a.k.a. Steröid aus Sydney, der in der Vergangenheit unter anderem auch schon in so Bands wie Draggs und Gee Tee aktiv war. Gute drei Jahre nachdem die Debüt-EP ein amtliches Loch in die Burgmauern des Lo-Fi Egg- und Dungeon Punk gesprengt hatte, bleibt ihr Sound ein ziemlich einmaliges und gleichermaßen jedoch ausgesprochen simples Konzept, nämlich die Verschmelzung von spaßig-schrägem Garage- und Eggpunk mit den catchy Hooks und Riffs des ’80er Metal und Arena Rock. Das Resultat ist ein stark berauschendes Gebräu von so hohem Suchtfaktor, dass es eigentlich verboten gehört! Wie üblich bei eigentlich allem was mit Metal zu tun hat, bin ich schlecht ausgerüstet um spezifische Wurzeln und Einflüsse zu benennen, weshalb ich es hier lieber dabei belasse dabei zu sagen, dass diese Songs saumäßig und ausnahmslos auf die Scheiße hauen und dass die zweite Hälfte der Platte eine willkommene Abwechslung darstellt, wenn die stilistischen Parameter ein bisschen flexibler, differenzierter und abenteuerlicher werden nach dem ausgesprochen geradlinigen Hitmarathon auf Seite A, präsentiert in einer ultra-trockenen Mid-Fi Klangästhetik, die im Vergleich zur vergangenen EP eine neue Schärfe und Klarheit bringt ohne dabei irgendwas zu verwässern. Ganz im Gegenteil, der Scheiß klingt absolut perfekt wenn ihr mich fragt!