Vape Me – Vape Me

Stdees – Steroid Dojo

Eine sensationelle Debüt-EP von einer Band oder einem Projekt aus Lethbridge, Alberta, welche sechs perfekte Schläge aus einer Machart des Post Punk beherbergt, deren ohrenbetäubenden Wände aus Lärm und pulsierende elektrische Beats zeitweise so klingen als kollidiere eine seltsame Art Eggpunk-Big Black mit den mehr oder weniger psychedelischen Qualitäten von so Garage-Größen wie den frühen Useless Eaters, Pow! und Mononegatives – oder aber auch mit den vernebelten Punk-Experimenten von Métal Urbain / Dr. Mix and the Remix – in einer atemlosen Abfolge hochendzündlicher Banger. Darüber hinaus habe ich auch noch so ‘ne leise Ahnung, dass auch Freunde von so abgespaceten Krawallmachern á la Corpus Earthling oder dem französischen Magier Pablo X dieser Band aus der Hand fressen werden.

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Snarewaves – Snarewaves

Ziemlich heißer Scheiß, die Debüt-Kassette von irgend so ‘nem Typen aus Lansing, Michigan. Das ausgefuzzte Garage Punk-Inferno in Cracked lockt dabei zuerst mal auf eine etwas falsche Fährte, verschiebt sich der Sound in den darauf folgenden Tracks doch mehr in eine Richtung von Noise-verseuchtem Synth Punk und umspannt dabei doch so einiges an stilistischer Bandbreite. Entsprechend mag man sich hier an einen recht bunten Blumenstrauß von Bands aus dem erweiterten Spektrum von Synth-/Electro-/Sample Punk erinnert fühlen wie etwa Beef, ISS, Heavy Metal, Klint, The Garden, Victor, Spyroids, R. Clown, Paulo Vicious und Kerozine.

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Ismatic Guru – An Incredible Amount Of Overwhelming Information

Schon wieder eine starke Veröffentlichung von Ismatic Guru aus Buffaly, NY, die wenn ich das richtig sehe, mal eben die komplette bisherige Diskografie der Band enthält, aber das primäre Interesse gilt hier natürlich den fünf neuen Songs mit denen die LP beginnt – seht den Rest einfach als netten Bonus, falls ihr das Zeug noch nicht gehört habt. Das frühe Material der Band fand ich ja noch von etwas wechselhafter Güte aber die Qualitätskontrolle hat sich seitdem spürbar verschärft und insbesondere die dritte EP war diesbezüglich schon ein bemerkenswerter Quantensprung. Hier ist jetzt also ihr fünfter Kurzspieler und erneut übertrumpfen sie darauf alle Vorgänger, haben nie zuvor so unangestrengt und selbstbewusst geklungen in ihren Mutant-Funk Post Punk-Klangentwürfen, die man auch als eine seltsam Egg-ifizierte Fusion beschreiben könnte zwischen einer funky Version von Landowner, frühen Minutemen und vielleicht auch noch The Pop Group? Darüber hinaus kann ich mir vorstellen, das auch Bewunderer der Cartoon LP vom letzten Frühling da einen neuen Kick drin finden.

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Power Pants – PP7

Erwarte besser mal nichts bahnbrechend neues hier, denn bei Power Pants weiß man immer schon im voraus ziemlich exakt was einen erwartet und sogar die frühen Ramones hatten vermutlich mehr stilistische Bandbreite als diese Band. Und doch verfehlen diese Songs selten ihr Ziel und diese vollends unprätentiöse Formel des eingängigen Garage Punks ist und bleibt ein irrsinnig verlockendes Angebot. Und so lage wir weiterhin regelmäßig so potente Geschosse wie May I Rest oder You’re Invited vorgelegt bekommen, werde ich mir auch weiterhin dankbar jede neue Zuckerbombe in den Rachen stopfen, die Power Pants mir vor die Füße werfen. Wuff!

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Nick Cage – Intruder

Die dritte EP dieser Band aus Brooklyn, New York ist mal zweifellos ihre ausgereifteste Veröffentlichung bislang und häit ohne Not eine heikle Balance zwischen vergleichsweise stumpfen und simplen Hardcorepunk-Smashern und ungleich filigraneren Postcore-Versatzstücken, die mir unter anderem so schräge Vögel wie Mystic Inane, Launcher oder Rolex ins Gedächtnis rufen und immer hat das reichlich heiße Kohlen unter’m Arsch, aufgeladen mit einem konstanten Grundpegel der Verunsicherung und Unberechenbarkeit.

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Spleen – II

Diese Band aus Montreal zählt Mitglieder von Puffer und Béton Armé zu den Ihren und präsentiert eine voll ausgeformte, elegante Vision auf ihrem zweiten Tape, nach einem bereits schon sehr ordentlichen, aber noch nicht so ausgefeilten 2023er Demo. Der Opener Insoutenable poltert los mit einer stark Radio Birdman- und New Christs-mäßigen Energie, die im weiteren Verlauf ergänzt wird mit relativ kontemporär klingenden Post Punk-Elementen á la The Estranged und Dead Finks, durchsetzt von einer ausgeschprochen folkigen Qualität. Ein weiteres Highlight ist Rien ne t’empêchera und kommt mir in etwa so vor wie eine perfekte Fusion aus einem oldschooligen Oi!-Singalong und schrammeligem Powerpop.

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Tics – Unmirrored Gaze

Köln’s inzwischen schon ziemlich alteingesessene Art Punk-Institution Tics lässt mal wieder von sich hören und ihre neueste 7″ auf dem lokalen Label Mörtelsounds präsentiert die Band in ihrer fokussiertesten und griffigsten Inkarnation seit einer guten Weile. Alle beweglichen Teile greifen hier nahtloser ineinander als je zuvor, wobei der Opener Clad Faun stiilistisch wohl noch am nähesten am Minutemen- und Gang Of Four-informierten Post Punk ihres frühen Schaffens gelagert ist. Gleichzeitig öffnen sie hier sich aber zunehmend auch einer Reihe von Einflüssen, von denen ich nicht wenige im Dischord-Universum der ’90er verorten würde, und zwar einerseits dessen melodischere Auswüchse á la Fire Party und Autoclave, aber im weiteren Verlauf haben da sicherlich auch viele der “typischeren” Acts á la Jawbox, Hoover, Smart Went Crazy, Bluetip and Kerosene 454 Spuren hinterlassen, gemeinsam mit weiteren Kolossen der ’90er wie Polvo, Unwound und Chavez. Gleichermaßen meine ich jedoch auch Echos jüngerer Ereignisse wahrzunehmen, etwa von australischen und neuseeländischen Bands wie Die! Die! Die!, Batpiss und Bench Press sowie auch von US-Bands der Marke Stuck oder Rip Room.

Furia Fatal – Chain Shot DLC

Punk mit Gaming-Hyperfixierung ist ja nicht so der große Indikator für Kreativität und künstlerischen Wert, aber die zweite EP dieser Band aus Fresno, Kalifornien widersetzt sich dankenswerter Weise der allgemeinen Tendenz solcher Musikware zu zahnlosen, abgedroschenen Chiptune-Sounds. Stattdessen liefern die hier ein paar ausgesprochen schmackhafte Häppchen aus fuzzigem LoFi-Elektropunk mit ordentlich Beißkraft ab, die mich abwechselnd mal an so Zeug erinnern wie S.B.F., ISIS, Exit Mould, Penance Hall, Kerozine, Giorgio Murderer oder auch die stärker elektrolastigen Projekte dieses Zhoop/Djinn/etc.-Typen: Nightman und Brundle.

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Gnats – Gnats

Ein bezaubernd seltsames kleines Biest, die zweite EP dieser Band aus Florida, die sich in etwa so ausläuft wie eine Verquirlung früher Siouxie, B-52s und Delta Five, transformiert in so eine Art schepperiger Urinals-Ästhetik, garniert mit einer ordentlichen Menge an verspieltem Eggpunk-Hirnfick. Als weiterer Vergleich fällt mir da spontan außerdem noch der grandiose LoFi-Art Punk von den New Yorkern Exo ein.

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Small Portions – Demonstrate

Dieses nette neue Tape von so ‘nem Vogel aus Liecester, UK sagt mir ganz unverschämt zu mit seiner komplett ausgebrannten Klangästhetik, die hektisch pendelt zwischen schön rumpeligen Hardcoreparts und stärker Richtung Garage tendierendem Fuzz Punk, was fast schon so einen alten Lumpy and the Dumpers-Vibe heraufbeschwört. Musik in meinen Ohren!

Wesley & The Boys – Full-Time Asshole

Rock & Roll Ruined My Life erscheint am 21, Februar auf Sweet Time.

Razorface – Self Inflicted

Razorface erscheint am 23. Januar auf Swimming Faith Records.