Diese Band aus Budapest überraschte mich ganz unvorbereitet mit ihrem zotteligen 2022er Rohdiamanten von einer Debüt-EP. Hier gibt’s jetzt den nicht weniger famosen Nachfolger zu bestaunen, auf dem sie ihren Sound subtil verfeinern ohne dabei irgendwas von ihrem ursprünglichen rohen Charme zu verlieren in ihrer ultra-schrammeligen Herangehensweise an melodischen DIY Punk und Indie Rock – eine Mischung die gekonnt ein Händchen für eingängige Hooks mit einer Atmosphäre des ungeklärten Dramas in ihren Kompositionen ausbalanciert. Letzteres erinnert mich besonders an so Bands wie Treehouse, Kitchen’s Floor und City Yelps mit schwächeren Parallelen auch etwa zu frühen Tape/Off, Monda, Pardoner oder The Molds.
Ihr habt alle noch zu wenig Ehrfurcht erwiesen vor der mächtigen zwinkernden Schmollfresse! Auf ihrer iii-ten EP treibt die Band aus Ottawa, Ontario erneut einen musikalischen Aufwand, der weit über das hinausgeht, was man von einer durchschnittlichen Eggpunk-Platte zu erwarten hätte. Ist es ihre stärkste bisher? Ihre schwächste? Ich hab keine Ahnung und es ist mir auch scheißegal, denn saumäßig gut ist bisher alles gewesen, was die so abliefern. Wie gewohnt, eine unheimlich kreative EP von der Band. Schwer zu empfehlen für Fans von: Winky Frown. Und auch alle anderen, die mein dummes Gewäsch hier lesen.
Das exzellente 2-Song-Demo dieser Band aus Philadelphia macht mich jetzt schon süchtig nach mehr. Head Full Of Glue ist ein wunderbar stacheliger Klumpen des Dungeon-mäßigen Blackened Hardcore-Lärms mit vagen Ähnlichkeiten zu Bands wie Piss Wizard, Dick Hick und Jëg Hüsker, verpackt unter einer dicken Schicht des weißen Rauschens. Der zweite Track Stone Fruit ist sogar noch besser – ein vergleichsweise klarer Sound spült hier noch viel mehr beunruhigendes an die Oberfläche in einem post-punkigen Klangbild, das ganz ohne Not die ästhetischen Grundparameter von Egg- und Dungeon Punk zu einer funktionstüchtigen Einheit verwebt. Unter anderem bin ich mir sicher, dass etwa Freunde der zuletzt bei ETT erschienenen Molbo-Compilation auch hier dran ihren Spaß haben.
Das dritte Kurzform-Artefakt der Band aus Madrid ist ihr stärkstes bisher würde ich mal sagen und liefert zwei explosive neue Ladungen von etwas, das man ganz ohne Not als Eggpunk bezeichnen kann, wie er im Buche steht und in einer Reihe mit so Bands wie Beta Máximo, Beer, Pringue, Prison Affair, Möney, Goblin Daycare und Hugayz. Aber so sehr die Ästhetik hier auch vordefiniert scheint, bringen Raya doch genug eingene Substanz zum Klingen um auf eigenen Beinen zu stehen. Niebla ist hier das wahre Highlight, das sich traut etwas beherzter auf die Zwölf zu hauen und in etwas dunklere Abgründe hinein zu schauen als wir es von der durchschnittlichen Genre-Veröffentlichung gewohnt sind in Form einer perfekten Post Punk-Miniatur.
Eggpunk starb am 18. April 2015 an den Komplikationen zweier kurzer, unerträglich prätentiöser und unerreicht dummer Essays, die ihn für tot erklärten. Er starb friedlich, vor Lachen.