Nachschub von dem seltsamen Musikprojekt aus Minneapolis, das mich seit einem guten halben Jahr reichlich verwirrt dastehen lässt. So langsam ergeben die vereinzelten Info-Fetzen im Netz etwas Sinn, man kann dem ganzen inzwischen zumindest schon mal einen Namen und eine jüngere Vergangenheit zuordnen. Es handelt sich offensichtlich um ein Soloprojekt von einem gewissen Connie Voltaire. Der hat, wie man den zuletzt aktualisierten Infos auf seiner Bandcamp-Seite entnehmen kann, früher in einer kaputten Garagenband namens Vellhouse gespielt und erzeugt jetzt ordentlich hirnverbrannte Homerecordings unter verschiedenen Pseudonymen.
Die neue EP unter dem bekannten Moniker Neo Neos bringt fünf neue Songs in der gewohnt hochwertigen Darbietungsform. Unter dem Namen Meat Wheat gibt’s dann zwei mehr-oder-weniger Coversongs, die im Original von den mir bisher vollkommen unbekannten Wonder Bread und Toyota stammen.
Die neue EP der Urochromes auf Wharf Cat Records ist ein chaotisch-unberechenbarer, wild um sich schlagender Bastard aus Elementen von Hardcore- und Postpunk, Noise und einem Hauch von Chrome, der von einer unbeirrt hämmernden Drummachine wie von ein paar Centimetern Gaffatape zusammengehalten wird. Die zwei Remixes am Ende der EP können auch was.
Auf ihrem aktuellen Kurzspieler verfeinern Acrylics aus Santa Rosa, Kalifornien ihre arschtretende Mischung aus Hardcorepunk und Noiserock (und mit Spuren von Garage- und Postpunk), die mich schon auf ihrer letztes Jahr erschienenen, selbstbetitelten EP zu begeistern wusste.
Herausragendes Debüt einer Band aus Boston. Von Anfang bis Ende makelloser, melodischer Postcore/-punk von hoher Musikalität, durchzogen von einer bedrückenden Melancholie. Das wird Freunde von so Bands wie etwa Video, Criminal Code oder Wymyns Prysyn erfreuen, darüber hinaus wären noch stark an Wipers und frühe Hüsker Dü erinnernde Gitarrenleads zu erwähnen. Ein echter Knaller, die Platte.
Wow, ich hätte es fast übersehen, das Debütalbum von Sculpture Club aus Salt Lake City. Darauf gibt’s zehn hymnische Ohrwürmer irgendwo im Umfeld von Wave-lastigem Postpunk, etwas C86-Pop und über alles legt sich hier ein grauer Goth-Nebel. Die Produktion finde ich auch äußerst ansprechend mit einer schönen Balance aus Dreck und Druck, veredelt wird das ganze dann noch durch einen überaus kompetenten Robert Smith-Ersatz hinterm Mikro. Das geht derzeit wohl ziemlich am musikalischen Zeitgeist vorbei; vor so 10-15 Jahren hätte sich die Musikpresse sicher um so eine Band gerissen. Aber wie dem auch sei, die Platte ist eine echte Genre-Perle und erlaubt sich keine nennenswerten Fehltritte.
Mary Bell sind drei Riot Grrrlz aus Paris und ein Kerl, der darf auch mitspielen. Das Debütalbum der Band macht ganz vorzüglichen Lärm in Form von schnörkellos arschtretendem Punkrock mit erhöhtem Fuzzfaktor.
Neue EP der Noiserock Supergroup aus Minneapolis, unter anderem mit Mitgliedern von Gay Witch Abortion, Low und Steel Pole Bathtub. Die vier wütenden Protestsongs sind als eine unmittelbare Reaktion auf Donald Trumps Amtseinführung zu verstehen.
Sicher dem einen oder anderem ein Begriff, der dieses Blog schon länger verfolgt: Das Blog und die Facebookseite des RRRSoundz Kollektivs aus der Mannheimer Gegend. RRRSoundz zeichnete sich immer durch starke geschmackliche Überschneidungen zu meinem kleinen Scheißblog aus, streckt seine Tentakel aber auch in musikalische Gegenden aus, die sich deutlich außerhalb des Spektrums von 12XU befinden.
In letztere Kategorie fällt auch das DJ Set von einem gewissen Hund, das zum ersten mal seinen Weg zu Mixcloud gefunden hat. Im Rahmen der RRRecorder-Veranstaltungsreihe in der Nachtschwärmerboutique mitgeschnitten, handelt es sich bei diesem unter dem unter dem Themenschwerpunkt Synth Wave operierenden Set um eine Stunde unverschämt pulsierender elektronischer Sounds aus einer florierenden internationalen Untergrundszene, die es absolut verdient, gehört zu werden.
Krause sind eine Noiserockband aus Athen und ihr Debütalbum erschien soeben auf dem britischen Label Riot Season Records. Darauf gibt es eine gewaltige Lärmattacke auf die Ohren, die sich anfühlt wie ein kompromissloser Flashback in die goldene Amphetamine Reptile-Ära.
Die Postpunker aus San Francisco haben nach einer langen Funkstille gleich zwei aktuelle Veröffentlichungen auf dem berliner Label Adagio830 am Start. Die neue 12″ EP M.y.t.h. enthält vier neue Songs, die sich teilweise etwas zugänglicher geben aus auf den älteren Platten, in anderen Momenten aber immer noch schön stachelig daherkommen. Das Tape Mass Transit hingegen enthält Songs, die ursprünglich mal 2009 auf einer vergriffenen 7″ und einem Split Tape mit Grass Widow erschienen sind.