Tongue Party & USA Nails – Split 7″

Eigentlich bin ich ja kein großer Freund dieser Spielart von Noise Rock, die sich überwiegend aus dem stark begrenzten Pool von ausgelutschten Sludge- und Stoner-Riffs bedient. Eine besonders energische Performance kann aber so einiges wettmachen und Tongue Party aus Minneapolis wissen eine solche zu liefern. Ganz nett, das.
Absolut überragend finde ich hingegen die beiden neuen Songs der Londoner USA Nails. Die zeigen eine Band, die sich nach drei Alben immer noch konstant weiterentwickelt und neue Ideen in ihre Musik einbringt; beide Songs klingen wieder mal etwas anders, als man es bisher von der Band kannte. In I am the Things I Buy findet man hinter der Nebelwand aus Noise ein ungewohnt melodisches Fundament vor; I am not the Things I Buy spielt dann äußerst geschickt mit Elementen von Math Rock und verschwurbelten Postpunk-Grooves.


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Splutter – Songs From The Cultural Gulag

Das Demo der Band aus Manchester hat ja schon sehr ordentlich in die Scheiße gehauen, auf der neuen digitalen Single hat ihr Sound aus Fuzz und Garage aber noch einiges an Kontur und Druck gewonnen. So ähnlich würde ich mir eine technisch etwas versiertere Variante von Lumpy and the Dumpers vorstellen.

No Sister – Romantic Notion

The Second Floor erscheint am 14. November.

12XU Radio #3

Meine heutigen Erkenntnisse mit und aus der Sendung:

 

  • In den Herbstmonaten sind vier Stunden fast schon zu kurz um die ganzen guten Veröffentlichungen unterzubringen. Deshalb hört man mich auch so unnatürlich schnell rumfaseln. Ich habe einfach keine Zeit!!
  • Ich hab das Wochenende 90% meiner Nährstoffe aus Kaffee gewonnen.
  • Auphonic macht ’nen ganz ordentlichen Job dabei, ohne große Schrauberei meine Stimme weniger schlimm klingen zu lassen. Spart sehr viel Zeit und Arbeit. Ich werd’s in Zukunft weiter benutzen. Jetzt müsste ich nur mal richtig sprechen lernen…
  • Henry Owings ist ein cooler Ficker.
  • Es hat Vorteile in der Nachbearbeitung, den Output von Mixxx als multitrack aufzunehmen. Aber Jack Audio ist eine elende Fummelei. Und Ardour läuft zumindest auf meinem Laptop mit Ubuntu Studio scheiße instabil. Viel Auswahl hat man da unter Linux leider nicht. In Zukunft wieder einfach Stereo. Das funktioniert immer.

Dadar – Sick Of Pasta 7″

Ziemlich geiler Garagepunk findet sich auf der zweiten EP von Dadar aus Rovereto, Italien. Definitives Pflichtprogramm für Freunde von frühen Useless Eaters, Wet Blankets, Ausmuteants oder Ghetto Ghouls. Alles nicht die schlechtesten Referenzen, eh?

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Balcanes – Decrépita / Decadencia 7″

Balcanes aus der spanischen Provinz Asturien tauchten hier vor längerer Zeit schon mal mit ihrer ersten 7″ auf, letztes Jahr folgte dann eine zweite EP, die mich eher kalt ließ. Die neueste 7″ der Band gefällt mir dagegen wieder ganz ausgezeichnet. Ihr simpler aber entschlossener Noise Rock mit leichten Sludge-Einschlag knarzt hier griffiger und kompakter als je zuvor, bleibt aber trotzdem eine angenehm kantige Angelegenheit.

The Brain – The Brain 7″

First Steps ist ironischerweise die zweite EP der Band aus Toronto und ich hätte diese wunderbare Platte glatt verpasst, wäre das urspränglich letztes Jahr erschienene Teil nicht kürzlich von High Fashion Industries als selbstbetitelte 7″ wiederveröffentlicht worden. Dennoch ergibt der ursprüngliche Titel jede Menge Sinn, führt man sich mal den soliden aber uninspirierten Psych- und Garage Rock ihres Demos und der ersten EP zu Gemüte. First Steps ist da eine beachtliche Weiterentwicklung und klingt nach einer Band die dabei ist, ihren ganz eigenen Sound zu finden. Diese erstaunlich nahtlose Verschmelzung von Post Punk und Psychedelic ist einfach entzückend und macht mehr als nur ein bisschen gespannt auf den zukünftigen Output der Band.

Death Traps – Death Traps

Eine ausgesprochen vielversprechende EP hat die Londoner Band Death Traps da vorgelegt. Irgendwo im Umfeld von spät-80er Indierock, Postpunk und -core angesiedelt, erinnert mich ihr Sound abwechselnd mal an Mission Of Burma, 80er Sonic Youth oder Moving Targets, aber auch an jüngere Vertreter des Postpunk-Genres, ohne dass mir da spontan ein expliziter, treffender Vergleich einfiele.