Verspannungskassette #97 (C-90)

Tracklist

TTTTurbo Chainmailed Dreams
Cluttered Grotto Fangs
Gremlin Gremlin Wvz Here
The Phagocytes City Life
Apéro Dizney Werld
Gnomocop El Rabo De Morris
Snarewaves DIY
Lovebomb Crawlspace
JJ Sizza Warts, Flaws & All
Glitter On The Mattress Nervous Wreck
Lebende Tiere Ich Kenn Alles
Game Show Models Destroy
Bee Bee Sea It’s All About the Fast Music

Sick Thoughts Another Piece Of Plastic
Osees Coffin Wax
D. Sablu Deep Seated (Demo)
Gunk Self Abused Man
Frenzy Arian Blood On My Boots
Total Flesh No Exception
Knee Hellbound
S.M.I.L.E. Cashing Checks
Scud Dirt Eater
Wealth Gap Video Nasty
Class Act Monkey Business
Supreme Joy Dead Mice
Dauber Supermarket

Tracklist

Emmett O’Connor Pieces Of My Life
Furia Fatal Combo Breakr
Sid Dig Digger Peer Pressure
Useless Eaters Lush Bomb
Knowso There is No Connection
Metho Desperation
Darker Than Black Magic
Grocery Bag Lies
Espasa A Dues Mans Jutipiris A La Mort
Shepparton Airplane Stereo Youth

Monda How Could You Say I’m Sorry?
Big Modern Parasite
Visual Learner Cure-All
Claimed Choice Knock You Out
Lost Legion Stuck in One Place
The Unknowns Psychotic
Heavy Lag Hüsker Døn’t
Dark Thoughts Float Away
Ronny Spoiler Du Hast Dich Jahre Nicht Gesehen
Sex Mex Left Me in the Dark

Lebende Tiere – Uwaga

Brillianter Scheiß mal wieder von der Berliner Klangboutique Flennen Records mit einer Band die vermutlich aus Leipzig kommt, aber sicher bin ich mir da nicht. Das ist jetzt schon das nächste Beispiel von weit über’m Genredurchschnitt agierendem, deutssprachigem Garage Punk nach der erst kürzlich erschienenen Ronny Spoiler EP und ich bekomme zunehmend den Eindruck, dass sich da etwas zusammenbraut. Passenderweise erinnert mich das Zeug dann auch ganz besonders an einen bunten Strauß weiterer deutscher Acts wie die Bremer Wax Minds, Nuts aus Köln und die Berliner Benzin, aber auch keinesfalls zu übersehen sind die klanglichen Überschneidungen zu Bands aus der (vermuteten) Leipziger Nachbarschaft wie etwa Exwhite, Ambulanz, Laff Box und Autobahns, die alle in die eine oder andere durchaus verwandte Kerbe schlagen.

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Sick Thoughts – Another Piece Of Plastic

Man kann einfach überhaupt nichts falsch machen mit einer neuen EP von Drew Owen aka Sick Thoughts, der jetzt auch schon seit mehr als einem einem Jahrzehnt als eine tragende Säule des amerikanischen Garage Punk anzusehen ist. Wenig verwunderlich ist dann auch der neueste Kurzspieler eine ausgesprochen souveräne, selbstsichere Explosion des überlegenen Garage Punk-Songwritings in einer routiniert energischen Darbietung, die obendrein auch recht vielfältig rüberkommt etwas mit dem gleichzeitig so New-Wave-igen wie Buzzcocks-informierten Vibe des Titelsongs, der Hardcore-Attacke von Just Die Fast oder den hardrockigen Acid Rock-Versatzstücken in The Doom, wobei sich als verbindendes Element hier eine supereingängige, geradezu power-poppige Energie durch jeden dieser Songs erstreckt.

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Shepparton Airplane – Forecast

Shepparton Airplane aus Melbourne kamen mir zum ersten mal auf den Schirm als sie mir im Jahr 2018 mit ihrer zweiten LP Almurta ohne Vorwarnung in die Fresse explodierten. Darauf folgte ein 2020er Album, das mich dann nicht mehr so ganz überzeugen konnte – ambitioniert, ja, aber auch ein bisschen zu bemüht wirkend. Nach fünfjähriger Funkstille und eine gute Weile nachdem die Band eigentlich weitgehend von meinem Radar verschwunden ist, bekommen wir unerwartet einen neuen Langspieler vorgesetzt, den ich ohne Not mal als ihr reifstes und cleverstes Werk bislang bezeichnen würde. Nun hat sich ihr Sound zwischen den Parametern von Post Punk, Noise Rock und Postcore schon immer ein bisschen altmodisch angefühlt, eigntlich besser aufgehoben in den späten Nullerjahren bis 2010ern, aber das ist auch ein Teil ihres Charmes. Sympathisch oldschool würde ich dazu sagen und durchaus in der gleichen Gewichtsklasse mit so alten Haudegen wie Sleepies, Bench Press, Diät, Batpiss oder Rank/Xerox, dem frühen Schaffen USA Nails, Protomartyr und Gotobeds, um nur ein paar davon zu nennen… ja sogar ein leichter Vibe von The Men der Open Your Heart-Ära hält sich versteckt in so Songs wie Stereo Youth. Wie auch immer, jeder dieser Songs ist ein aufwändiges, in sich geschlossenes Post Punk-Drama, des sich zwar langsam entfaltet, letztendlich aber immer beherzt in einem spektakülären Finale entlädt.

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Mr. [Redacted] / Lovebomb / TTTTurbo

Ich hab nicht so viel Zeit diese Woche, deshalb gibt’s hier anstelle von drei einzelnen Posts mal eine kleine Zusammenfassung der etwas quirligeren Releases mit unterschiedlich starker Eiermäßigkeitt, von denen mir diese Woche drei besonders herausstechen.
Zuerst wären da mal die vergleichsweise rohen Sounds von Mr. [Redacted] aus Athens, Georgia, die ganz rapide alternieren zwischen den Eckpunkten von einem Hard-/Art-/Weirdcore-Sound nicht ganz unähnlich zu so Bands wie Judy and The Jerks, Warm Bodies und Sniffany & The Nits einerseits, und den stärker Egg-orientierten Sounds etwa von Snooper, Print Head, Awful und den frühen Skull Cult.
Wer dagegen mehr an ultraklassischem Eggpunk-Territorium interessiert ist, dem wird sicher das neue Tape von Lovebomb aus Hildesheim (diese Woche sind ja echt mal ungewöhnlich viele Krautwürstle am Werk) viel Spaß bereiten, die hier ein dicht verpresstes Bündel von geradezu mustergültiger Eggpunk-Qualitätsware abliefert mit besonders starken Anklängen an Bands wie Prison Affair, Beer, Winky Frown, Molbo und Goblin Daycare.
Wenn euch das nicht schräg und Lo-Fi genug ist, dann versucht es mal mit den Leipzigern (schon wieder!) TTTTurbo, deren neues Tape in etwa das klangliche Äquivalent ist zu einem etwas zu oft weiterkopierten Dokument – unter einer dicken Schicht xerografisch verbrannter Pixel bleiben viele Details der Fantasie überlassen, aber auch mit all dem einkopierten Dreck bleibt es schwer, sich dem irrsinnig eingängigen Charme dieser verschleierten Rohdiamanten aus zuckerigem Bubblegum Pop zu entziehen.

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Yuasa-Exide – The Picture You Painted

Go To Hell Encyclopaedia Britannica erscheint am 20. August auf Round Bale Recordings.

Gus Baldwin – Cherrywood

Gus Baldwin erscheint am 24. Oktober auf Permanent Teeth Records.

D. Sablu – Deep Seated