Schwer einzuordnender Scheiß aus Wyoming. Das Gebell des Sängers und teilweise auch die Riffs erscheinen durchaus der New Yorker Hardcoreschule der späten 80er/frühen 90er entlehnt, etwas alter Noiserock steckt auch mit drin und die dissonanten Arrangements und hyperaktiven Songstrukturen schieben es dann wieder eher Richtung Postpunk und-core. Außerdem schwebt über allem ein latenter Garagenvibe. Oder anders ausgedrückt: Die Referenzen lesen sich in etwa wie die Tag-Wolke dieses Blogs und die Platte drückt bei mir genau auf die richtigen Knöpfe. Schön, das.
Eine weitere Band vom Radioactivity- und ehemaligen Marked Men-Frontmann Jeff Burke. Hier schaltet er mal zwei Gänge runter und lässt seine melancholischen Powerpopsongs über weite Strecken ungewohnt ruhig und verträumt daherkommen.
Dieser Typ aus New Haven, Connecticut verdingt sich ansonsten als Frontmann von Beef Jerk, sein Solomaterial sagt mir aber deutlich besser zu. Kruder, garagiger Indierock mit starkem Psych-Faktor, folkigen Momenten und auch etwas altem Protopunk in den Genen.
Ein ziemlich schwerer Brocken ist diese schöne Platte des Duos Low Flying Hawks aus Mexiko. Mit kompetenter Unterstützung von Dale Crover (Melvins) an den Drums und Trevor Dunn (u.a. Mr. Bungle, Fantomas) am Bass kreieren sie einen dichten, äußerst zäh und langsam vorwärts walzenden Sound mit vielschichtigen Texturen, bei dem sich der Begriff Doomgaze geradezu aufdrängt.
Die Band aus Sheffield hat sich zuletzt ein flauschiges Plätzchen auf Fat Cat Records ergattert. Ihr nicht mehr ganz neues Album ist dann auch gleich ein gewaltiger Qualitätssprung. Hab die Platte irgendwie übersehen, bisher. Mitreißende Punk- und Powerpop-Melodien ergießen sich in Klangwelten aus Garagepop mit psychedelischen Surf-Einflüssen. In den besten Momenten fühle ich mich an die großartigen Male Bonding erinnert.
Ein fast perfektes Punkalbum von einer Band aus Oslo. Das ist melodisch, angepisst, energisch, melancholisch, dreckig, alles auf einmal. Klingt irgendwie vertraut und doch recht eigenständig. Und jeder Song ist ‘ne Bombe.
Neutral Fixation II kommen irgendwo aus dem Bundesstaat Massachusetts und spielen Garage- und Postpunk in seinen kaputtesten und ungewaschensten Auswüchsen.
Viel australischer kann Indie Rock kaum klingen wie dieser hier, mit seiner slackermäßigen Abgehangenheit. Auch wenn die musikalischen Koordinaten auf dem Album von Jack Lee aus Sydney mehr in die Richtung von britischen und US-Bands zeigen. Da klingt etwas New Yorker Protopunk durch, altes C86-Geschrammel, garagiger Powerpop á la Woolen Men und darüber schwadroniert der Jack so verpeiltes Zeug, dass es Pavements Stephen Malkmus geradezu spießig wirken lässt.
Worm Crown aus Melbourne haben sich letztes Jahr aufgelöst. Zum Abschied gibt es jetzt noch die letzten Recordings der Band auf einer neuen EP. Die gibt sich etwas zugänglicher als das doch sehr anstrengende letzte Album Trauma. Schon etwas traurig, dass die Band in ihrer kurzen Lebensspanne nicht mehr Aufmerksamkeit generieren konnte, denn diese vier Songs beweisen noch mal eindrücklich, dass sie zur ersten Liga des Noiserock gehörten. Würdiger Abgang.
Wer mit dem bisherigen (Un-)Werk dieser Band aus Omaru, Neuseeland schon vertraut ist, wird sich auch von dieser EP nicht abschrecken lassen. Man könnte sogar behaupten, dass sie hier ihren wunderbar dilettantischen Weirdo-Punk in sowas wie geordnete Bahnen lenken. Nur für ihre eigenen Verhältnisse, versteht sich.