Happy Noose - Haunted

happy noose
Die letz­tes Jahr er­schie­ne­ne EP Ama­go­sa ließ mich schon ein we­nig in­ter­es­siert auf­hor­chen, stand aber noch auf et­was wa­cke­li­gen Fü­ßen was das Song­wri­ting an­ging. Der neue Kurz­spie­ler der Band aus Olym­pia, Wa­shing­ton ist in der Hin­sicht ein ge­wal­ti­ger Sprung nach vor­ne und das gan­ze klingt et­wa wie ei­ne Ver­schmel­zung von Joy Di­vi­si­ons düs­te­ren Post­punk­wel­ten mit der Me­lo­diö­si­tät und trei­ben­den En­er­gie von Hüs­ker Dü oder Di­no­saur Jr, viel­leicht auch et­was spät­ach­zi­ger-So­nic Youth. Viel­ver­spre­chend.

*edit*
Ich le­se ge­ra­de, dass die­se Songs der glei­chen Ses­si­on ent­stam­men wie die Ama­go­sa EP, mein Ge­fa­sel we­gen Wei­ter­ent­wick­lung und so stellt sich da­mit als Quatsch raus. Ko­misch, denn ich fin­de nach wie vor dass
Haun­ted ei­ne viel stär­ke­re, rei­fe­re Plat­te als ihr Vor­gän­ger ist.

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Wimps - Party At The Wrong Time

wimps
Wimps aus Se­at­tle mel­den sich auch mal wie­der zu­rück mit ei­ner zwar we­nig über­ra­schen­den aber nach wie vor Spa­ßi­gen EP. Wei­ter­ent­wick­lung: Fehl­an­zei­ge. Muss aber auch nicht sein, statt­des­sen freue man sich ein­fach über die­sen klei­nen Nach­schlag an wun­der­bar zu­rück­ge­blie­be­nem Ga­ra­gen­punk ih­rer ganz und gar ei­gen­wil­li­gen Mach­art.

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Bodyfather - Bodyfather

bodyfather
Noch so ein Noi­se­rock-/Post­core-Ge­döns, dies­mal von ei­ner Band aus At­lan­ta, Geor­gia. Hört sich an wie ei­ne Ver­schmel­zung von Fu­ga­zi und Shel­lac, mit Ver­wei­sen auf noch an­de­re 90er-Bands, et­wa Fudge Tun­nel oder al­te Am­phet­ami­ne Rep­ti­le Plat­ten. Bin durch­aus an­ge­tan da­von, was sich in die­sem Gen­re­pool ge­ra­de so tut, der von ei­ni­gen Jah­ren noch ziem­lich ab­ge­früh­stückt aus­sah.

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Kaviar Special - Kaviar Special

kaviar special
Ka­vi­ar Spe­cial aus Ren­nes, Frank­reich, spie­len spa­ßi­gen Ga­ra­gen­punk der pri­mi­ti­ven, kon­ser­va­ti­ven Sor­te. Sie schaf­fen es hier drei­zehn mal mit Er­folg, ei­nem die­se ur­alten Riffs mit ei­ner der­ar­ti­gen Über­zeu­gung um die Oh­ren zu hau­en, dass man so­fort ver­gisst, wie oft man je­des da­von schon ge­hört hat. Da­zu kommt ein gu­tes Händ­chen für ein­gän­gi­ge Re­tro-Pop­me­lo­dien, die im­mer wie­der mal ein­ge­streut wer­den. Per­fekt um mal für 'ne hal­be Stun­de al­les be­schis­se­ne zu ver­ges­sen.

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Ruined Families - Blank Language

ruined families
Rui­ned Fa­mi­lies sind ei­ne nicht mehr ganz un­er­fah­re­ne Hard­core­band aus Athen und wer sich mal ein Bild von der ak­tu­el­len Stim­mung dort ma­chen möch­te, dem sei die­se Plat­te als Il­lus­tra­ti­on ans Herz ge­legt. Sti­lis­tisch würd' ich das gan­ze mal als mo­der­nen, düs­te­ren Post­core mit Crust-Ein­schlag be­schrei­ben. Da­bei ge­ben sie sich in der Wahl ih­rer Ein­flüs­se und in ih­ren Song­struk­tu­ren durch­aus ori­gi­nell, im­mer wie­der blit­zen al­te Emo­an­lei­hen, Black Me­tal und Chaoscore-Ein­flüs­se auf und man kann nie ah­nen was für un­heim­li­che Din­ge jetzt schon wie­der hin­ter der nächs­ten Kur­ve lau­ern. Die größ­te Leis­tung die­ses Al­bums, die Ei­gen­schaft, die le­dig­lich ei­gen­stän­di­ge und am­bi­tio­nier­te Hard­core­plat­ten von wirk­lich her­aus­ra­gen­den Gen­re-Wer­ken un­ter­schei­det, ist aber ih­re mit­rei­ßen­de Emo­tio­na­li­tät, die hier glaub­haft und nicht kon­stru­iert er­scheint, son­dern den Hö­rer wirk­lich zu be­rüh­ren weiß.

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Smug Brothers - Strictly Triggers

smug brothers
Das der­zeit vor sich ge­hen­de 90er Re­vi­val hab ich ja schon ein paar mal an­ge­spro­chen. Hier ist ei­ne Band, die schon 'ne Wei­le die­ses Me­tier be­ar­bei­tet, aber bis­her ge­öß­ten­teils über­se­hen wur­de. Ihr Sound ist ein­deu­tig von den Lo­Fi-Meis­ter­wer­ken ge­prägt, die Gui­ded By Voices in den frü­hen Neun­zi­gern in Se­rie raus­ge­hau­en ha­ben. Und war­um auch nicht, in der ak­tu­el­len In­die-Land­schaft ist noch ei­ne men­ge Platz für ge­konn­ten Power­Pop die­ser Mach­art und die Tref­fer­quo­te ist hier hö­her als auf vie­len Plat­ten ih­rer Vor­bil­der.

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Karcher - Aero Lima

karcher

Kar­cher aus Saar­brü­cken wa­ren mal. Die Band war mir bis­her nie ein Be­griff, trotz­dem oder ge­ra­de des­halb et­was trau­rig zur Kennt­nis zu neh­men, dass das hier ihr Ab­schied­sal­bum ist. Ge­bo­ten wird mit­rei­ßen­der Noi­se­rock, der ge­nau so von US-Klas­si­kern wie Quick­sand, Shel­lac, The Je­sus Li­z­ard in­spi­riert scheint wie auch von deut­schen Noi­se­bands der 90er und Nul­ler-Jah­re, et­wa von Ul­me, Harm­ful oder Les Hom­mes Qui We­ar Es­pan­dril­los. Ir­gend­was muss mal pas­sie­ren un­ter deutsch­spra­chi­gen Mu­sik­blog­gern, da­mit ich so tol­le Bands nicht im­mer erst mit­be­kom­me, wenn sich sich schon auf­ge­löst ha­ben. Oder erst wenn ir­gend­wel­che Eng­lisch­spra­chi­gen Blogs drü­ber schrei­ben (zur Eh­ren­ret­tung der deutsch­spra­chi­gen Blogs muss ich aber hin­zu­fü­gen, dies­mal­mal durch ein sol­ches auf Kar­cher ge­sto­ßen wor­den zu sein). Die hie­si­ge Mu­sik­pres­se kann man be­züg­lich Krach ja eh in die Ton­ne hau­en.

*edit*
Wie rock­s­portro­cke­rU­we rich­ti­ger­wei­se an­merkt, gibt's das Al­bum so­wie sei­nen Vor­gän­ger bei Band­camp für um­sonst. Oder zum Preis eu­rer Wahl, wenn ihr doch et­was Koh­le rü­ber­wach­sen las­sen wollt.

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Clearance - Greensleeve 7"

Clearance
Clearan­ce , ei­ne noch ganz tau­fri­sche Band aus Chi­ca­go, ha­ben sich schein­bar nur mit der Mis­si­on ge­grün­det, den Sound und Spi­rit al­ter Pa­ve­ment-Plat­ten noch mal auf­le­ben zu las­sen. Und wer kann's ih­nen auch ver­übeln, denn in den letz­ten 15 Jah­ren gab's we­nig der­glei­chen. Und das hier klingt ein­fach nach ei­ner sehr gu­ten Pa­ve­ment-Plat­te.

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Death Pedals - The Carvery

death pedals
Die­ses Krach­quar­tett aus Lon­don kon­stru­iert hoch­ef­fi­zi­en­te Punk-Erup­tio­nen an der Schnitt­stel­le zwi­schen Noi­se­rock, Ga­ra­gen­punk und Post­core. Der en­er­gie­ge­la­de­ne Ga­ra­ge­core von Hot Sna­kes scheint hier mehr als ein­mal durch, auch ak­tu­el­le­re Ge­schich­ten wie et­wa Metz hat­ten wohl et­was bei­zu­tra­gen. Hier wird so­wohl der in­zwi­schen arg ram­po­nier­te Ruf des Post-Hard­core auf­po­liert, als auch dem häu­fig all­zu selbst­ver­lieb­ten und ver­kopf­ten Noi­se­rock-Gen­re zu neu­er Fri­sche ver­hol­fen.
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Diät - Everyday/​Hinge & Bracket 7"

diaet
Ir­gend­wie kommt es im­mer öf­ter vor, dass ich über eng­lisch­spra­chi­ge Blogs auf ab­so­lut gei­le deut­sche Bands auf­merk­sam ge­macht wer­de, über die sich die ach so furcht­bar hip­pe deut­sche Blo­go­sphä­re eher tot­schweigt. Mit et­was Glück gibt's dann noch ein kur­zes Re­view im OX oder so, das war's dann auch schon mit der Öf­fent­lich­keit im deutsch­spra­chi­gen Raum. Zum Glück ver­schwen­de ich we­nig Zeit mit dem frucht­lo­sen durch­käm­men deut­scher Blogs, sonst wä­re ich nie auf Bands wie Ban­que Al­le­man­de oder eben Di­ät ge­sto­ßen.
Mit ei­nem hal­ben Jahr Ver­spä­tung er­fah­re ich nun auch vom zwei­ten Sie­ben­zöl­ler der Ber­li­ner Post­pun­ker, de­ren ers­te 7" Pick A Line/​No Ac­cent ei­ne der schnör­kel­los ro­ckends­ten hei­mi­schen Ver­öf­fent­li­chun­gen in den letz­ten Jah­ren dar­stellt. Dies­mal geht es eher im Schritt­tem­po vor­an und es tritt ei­ne et­was düs­te­re­re, New Wa­ve-ar­ti­ge Sei­te der Band in den Vor­der­grund. Ehr­lich ge­sagt, da­mit nä­hern sie sich et­was ge­fähr­lich dem ge­wöhn­li­chen Sta­tus Quo der in­ter­na­tio­na­len Post­punk-Ge­gen­wart an, aber ich hof­fe mal sie ha­ben das Dre­schen nicht auf Dau­er ver­lernt und die­se Plat­te ist eher als ei­ne krea­ti­ve Fin­ger­übung zu ver­ste­hen, als ei­ne Er­wei­te­rung des mu­si­ka­li­schen Ho­ri­zon­tes und ein Sprung­brett für zu­künf­ti­ge Groß- oder Schand­ta­ten.
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