Zwei Titanen des kontemporären Garage-/Synth-/Eggpunk machen hier zum zweiten mal gemeinsame Sache auf einer neuen Goodbye Boozy 7″, welche drei neue Songs plus die Tracks der 2023er Genetic Southern Hemisphere Christmas EP enthält und was soll ich da groß zu sagen… der Scheiß klingt ziemlich genau so wie man sich eine Busted Head Racket & Billiam-Kollaboration vorstellen würde. Will sagen: Saumäßig gut, das beste aus beiden Welten zum Quadrat und mit der unverwechselbaren Handschrift von zwei der kreativsten Gehirne des australischen Garage Punk-Untergrunds.
Dieser Typ aus Sheffield begeisterte zwischen 2020 und ’21 mit drei ausgezeichneten EPs von Lockdown-induziertem, melodischem Garage Punk und auch diese Songs, so scheint es, gammelten bereits seit dieser Zeit in unvollendeter Form auf irgendeiner Festplatte herum und haben jetzt endlich den finalen Schliff verpasst bekommen. Wie zu erwarten gibt es hier keine besonderen Überraschungen – diese Songs knüpfen nahtlos an das hohe Niveau der Vorgänger an in der Form von supereingängigen und schnörkellosen Punktunes, die zu etwa gleichen Teilen von Buzzcocks und (Solo-) Jay Reatard inspiriert erscheinen mit zusätzlichen Parallelen zu den massiven Garage Punk-Detonationen von Kid Crome und – in jüngerer Zeit – den einfach gestrickten, fuzz-beladenen Garage-/Noise Pop-Hymnen von Sex Mex.
Ich finde das ist mal absolut brillianter Scheiß, dieses Demo einer New Yorker Band. Die charmant rustikale Lo-Fi-Ästhetik der Aufnahmen vermag es dabei nicht im geringsten, die offensichtlichen Qualitäten ihrer so eingängigen wie auch schlagkräftigen Herangehensweise an Fuzz- und Garage Punk zu verschleiern, die eine starke Note von Wipers-meet-KBD-mäßigen Vibes verströmt und darüber hinaus etwas von einem Saints-, Buzzcocks- oder Dead Boys-Flair hat. Aber noch mehr passiert hier unter der Haube, schält sich z.B. bei näherer Betrachtung doch auch eine leichte Ahnung von Southern Rock heraus, wie wir sie neulich etwa auf der Elvis 2 LP gehort haben, während die kraftvolle, tighte Darietung und das angepisste Gebelle des Sängers mir australische Bands im Umfeld von Split System und Punter ins Gedächtnis rufen. In einigen Momenten könnte man auch plausible Vergleiche ziehen zu dem fieberhaften Post Punk von Nervosas oder dem roheren Ende des Booji Boys-Spektrums.
Hier kommt noch mal ein halbes Tetrapak des eierigen Garage-/Synth Punks auf uns zu in Form dieses charmanten Häufchens von Demoaufnahmen einer Band aus Melbourne, von denen, so geht das Gerücht um, auch schon amtlicher produzierte Aufnahmen existieren sollen, die wir dann hoffentlich bald zu hören bekommen. Wie schon auf ihrer ersten EP im Frühjahr, wird auch dieser Scheiß das Genre nicht neu definieren aber liefert dennoch eine reichhaltige Ladung infektiöser Songs ab, die sich weitgehend an die Spezifikationen und Tropes des kontemporären Garage-/Eggpunk halten und dabei im Vergleich zum Debüt noch mal deutlich zugelegt haben in Sachen Konsistenz uns schierer Catchyness.
Smoocher Gimme The Gears Groind Debt Hollywood Fuckheads Shit Blows Up Kram-A-Xam Pick Up the Phone, Idiot Thought Partner Trop Chug Cortada Fossa Séptica A/Lpaca Laughter, Us Us Thyroids Suited & Tied Pill Time Pill Time Frizbee So Sick Snarewaves John Mcafee Shit No Sector Flush Your Brain Ideomotor U.C.S.A. (Don’t Need It) Psychic Vampire Sophomaniac Degrowth Degrowth Zyph Schnell Schnell Oova En Tu Casa No Te Quieren Crying Form Comm-unity Destruxion Amerika Putrefaxion Sword Breaker Under The Banner Of Vengeance
Tracklist
Missvnaries Ov Charity Radium Girls Ex Iguana Growing Skin Håndgemeng The Cauldron Born Split System Chemicals Meditation Big Frown Dog Lips Brain Feeder The Vacant Lot Age Les Lullies A L’etroit Laxisme 7 Secondes Monda Everything You Wanted The Gotobeds Goes Away