Nach einigen verdammt arschtretenden EPs legt die Band aus Richmond, Virginia ihren nicht weniger potenten ersten Langspieler nach. Der löst zum wiederholten mal Glücksgefühle aus mit ihrer ziemlich schrägen und alles andere als keimfreien Mischung aus Hard- und Postcore, Sludge, einer guten Portion Noise und einer rustikal-garagigen Oberfläche.
Seit ihrem Tape vor zweieinhalb Jahren hat sich soundmäßig nicht viel geändert bei Strange Passage aus Somerville, Massachusetts. Unaufgeregter Jangle-/Powerpop also, der mit einem durchweg sauberen Song-Unterbau überzeugen kann.
Nachdem die Noiserocker aus Winnipeg in den letzten Jahren schon mit der einen oder anderen EP beachtlich viel Staub aufgewirbelt haben, erweist sich erwartungsgemäß auch ihr erster Langspieler als ein kompromissloser, wuchtiger Schredder par excellence.
Exzellentes Zeug, die Debüt-EP die Debüt-EP von Thematix aus Baltimore. Post Punk gibt’s zu hören von einer schnörkellosen, direkten Machart und mit deutlichen Tendenzen in Richtung Noiserock, der etwa in der Nachbarschaft von Institute, Tunic, Negative Space und vereinzelt auch mal Bambara gut aufgehoben ist. Wie die Faust auf’s Auge passt dazu die rohe Klangästhetik der Produktion, die genau die richtige Balance zwischen Knarz und Druck findet.
Sehr straighten Garagenpunk kann man auf der ersten EP dieser Band aus dem britischen Falmouth bewundern. Der weiß genau was er tut und hat sich sicher mal abwechselnd eine Scheibe bei Sauna Youth, Shitty Life, The UV Race, Sick Thoughts oder Ex-Cult abgeschnitten.
Post Punk aus Sydney, der einerseits ganz gut in eine Schublade zusammen mit gegenwärtigen Genrevertretern wie Institute, Marbled Eye oder Rank Xerox passt, andererseits aber mit makelloser Songsubstanz und mitreißenden Arrangements auch problemlos auf eigenen Beinen zu stehen vermag. Der dezente und geschmackvolle Synth-Einsatz verpasst der Sache dann noch den finalen Schliff.
Garage Punk der ultra-australischen Prägung schwitzen Stiff Richards aus. Musikalisch gibt sich das eher mal simpel gestrickt, konservativ und uralten Genremustern folgend. Was ja keineswegs schlecht sein muss. Man könnte auch sagen: Die bilden sich nix ein, wollen einfach nur Spaß haben und Ärsche treten. Das tun sie auf so nachdrückliche Art und Weise, dass der Intellekt gar keine Chance hat etwas einzuwenden bevor der Dopaminkick einsetzt und primitive Instinkte die Kontrolle übernehmen.
Shopvac aus Toronto machen mit ihrem Demo schon mal einen ganz vielversprechenden ersten Eindruck mit melodischem Krach zwischen Noisepop und den etwas derberen Daseinsformen von Shoegaze, nicht ganz unähnlich zu Bands wie frühen Ovlov, Wild Moth, Solids oder Tideland.
Bei dieser Band aus Graz haben Leute von Catholic Guilt und Imposition Man ihre Finger im Spiel. Im direkten Vergleich mit letztgenannten gehen Red Gaze aber etwas konventioneller und oldschooliger, jedoch kein bisschen weniger gekonnt zur Sache, bewegen sich irgendwo auf der Schwelle von Postpunk und -core. Das schlägt in etwa den Bogen von aktuellen Bands wie Diät, Institute, Pretty Hurts oder frühen Sievehead hin zu den Grenzgebieten des mid-80s Punk und Hardcore; unter anderem meine ich ein paar unterschwellige Echos von The Proletariat, Angry Red Planet oder späteren Effigies zu vernehmen.