Hier gibt’s mal wieder eine Erweiterung des geographischen Horizontes im Hause 12XU. Und was für eine verdammt hochwertige Erweiterung! Diese drei Grrrls aus der litauischen Hauptstadt Vilnius produzieren auf ihrer Debüt-EP in jeder Hinsicht kompetenten Postcore von exzellenter Durchschlagkraft, der trotz seiner für Genreverhältnisse recht hohen Rifflastigkeit einen weiten Bogen um eingefahrene Hardcore-Stilmuster macht und dabei mit abwechslungsreichen Songstrukturen glänzt. Obendrein sind die Lyrics in ihrer Landessprache gesungen, was ich persönlich ja immer als eine willkommene Abwechslung empfinde.
Album Nummer zwei der Garagenpunks mit dem Rechtschreibfehler aus Lyon ist schon wieder eine dieser Platten, die eigentlich einerseits schon fast zu stereotypisch für ihr Genre steht, andererseits aber so was von weiß was sie tut, dabei in ihrer naiven Unschuld nicht nur sehr sympathisch rüber kommt, sondern auch verdammt Arsch tritt und richtig Spaß macht.
Display Homes sind ein Trio aus Sydney und bringen natürlich mal wieder diese typisch australische Gelassenheit in ihrem Sound mit. Das Getue auf ihrer starken zweiten EP könnte man nun wahlweise als sehr entspannten Postpunk mit Anklängen an Pylon bezeichnen, oder aber man sieht Parallelen zum 80er College Rock oder überhaupt dem Indie Rock der Prä-Grunge Ära. Das steckt da alles irgendwie mit drin.