Vangas – Facial Tissue

Der Vergleichsweise freundlich anmutende, noisepoppige Einstieg irgendwo zwischen Sonic Youth und DInosaur Jr führt den Hörer erstmal in die Irre auf dem Debütalbum der Vangas aus Atlanta. Was darauf folgt ist nämlich eine recht wilde, exzentrische Tour, auf der es einiges zu verarbeiten gilt. Dissonanten Noise Rock mit Sludge-Kante zum Beispiel, der die rohe Darbietung der Blank Veins in den Sinn ruft. Spröder Postcore, wie ich ihn seit dem letzten Behavior Album nicht mehr gehört hab. Eigenwilliger Weirdo-Noisecore/-punk, den man in der Nachbarschaft etwa von Soupcans, Vulture Shit, Anxiety oder Gumming vermuten würde. Dabei überschreiten ihre Songs regelmäßig die sechs Minuten-Marke und ergeben dabei auch noch Sinn, laufen keineswegs Gefahr, zu viel des Guten zu sein.

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UV Race – Made In China

(The) UV Race haben einen besonderen Platz in meinem Herzen inne, waren sie doch zum Ende der von mir subjektiv als (nicht nur) musikalisch sehr ernüchternd empfundenen Nullerjahre eine meiner ersten Begegnungen mit dem gegenwärtigen Garagenuntergrund und sind somit stark mitverantwortlich für das Wiedererwachen meiner Krachleidenschaft, somit letztendlich auch für das entstehen dieses Blogs.
Satte sieben Jahre nach ihrem letzten Langspieler hat die Band aus Montreal doch tatsächlich noch mal ein paar neue Songs aufgenommen und ich freue mich zu berichten, dass die so gut sind wie auch schon alles andere, was sie bislang verbrochen haben.

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Conditioner Disco Group – CDGLP

Nach einer schon durchaus appetitanregenden Teaser-EP vor geraumer Zeit gefällt mir das Langspieldebüt von Conditioner Disco Group aus Portland noch ein ganzes Stück besser als ich es eigentlich erwartet hätte. Irgendwie trifft er die richtige Mischung aus dreckigem Charme und infektiösen Grooves – ihr tanzflächengerechter Post Punk, der einerseits rüber kommt wie eine etwas raubeinigere Variante der Dancepunk-Welle um die Jahrtausendwende, ebenso aber auch den Bogen schlägt zu gegenwärtigen Vertretern des Spektrums wie etwa D.U.D.S. oder N0V3L.

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D7Y – D7Y

Diese Band bringt Mitglieder der beiden isländischen Krawallerzeuger schlechthin zusammen: Dauðyflin und ROHT. Da ist natürlich von Anfang an klar, worauf man sich einzustellen hat. Eine kompromisslose Wucht aus maximal angepisstem Hardcore mit eingebautem Noise-Exzess par excellence gilt es zu verarbeiten.

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The Resonars – No Exit

Ich hatte mich schon gefragt, ob die Ein-Mann- Band von Matt Rendon aus Tucson, Arizona überhaupt noch existiert. Immerhin sind seid dem letzten Lebenszeichen vom ungekrönten König des British Invasion-Infizierten Garage Rock sage und schreibe sechs Jahre vergangen. Beantwortet wird die Frage nun in Form eines neuen Langspielers. Und der gute hat hier nichts verlernt, ganz im Gegenteil: Das mitreißende Powerpop-Songwriting, das die Band seit jeher meilenweit aus der Masse an ähnlich gelagerten Retrobands herausstechen lässt, hat eine spürbare Verjüngungskur verpasst bekommen, klingt so frisch und konsistent wie schon lange nicht mehr.

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Warm Red – The Way It Feels

Launiges Zeug auf der ersten EP einer Band aus Atlanta. Das verschmilzt unter anderem an Sauna Youth oder Vintage Crop erinnernden Garage Punk mit einer guten Dosis Noise und leicht angeschrägtem Post Punk, wie er mir in jüngerer Zeit auch von so Bands wie Drool, Rolex, Patti und Labor begegnet ist.

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Nightwatchers – La Paix Ou Le Sable

Die letzte EP der Nightwatchers aus Tolouse machte bei mir bereits einen starken ersten Eindruck und ihre erste LP nimmt nun an gleicher Stelle die Fäden wieder auf. Zeug auf der Schwelle von Post Punk und straightem, kraftvollem Punkrock, der unter anderem die Red Dons channelt, ab und an auch mal eine Spur The Estranged oder Radioactivity. Aber ganz besonders hauen sie in eine Kerbe, die in den letzten Jahren ganz besonders in Frankreich Hochkonjunktur hat – gemeinsam mit dortigen Bands wie etwa Telecult, Litovsk oder Youth Avoiders.

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Yups – Man On The Moon Man On The Moon

Der erste Langspieler der Yups aus Los Angeles ist eine wild gemischte Wundertüte, deren Inhalt ausnahmslos Spaß macht. Begrüßt wird man mit powerpoppigem Garage Punk, wie er den Booji Boys, Datenight oder Vaguess nicht fernsteht, außerdem einem Hauch von British Invasion, den Resonars nicht unähnlich. Im weiteren Verlauf gibt’s unter anderem noch melodischen Noisepop á la No Age, Wavves, frühe Japandroids zu hören und relaxten oldschool Indie Rock, der ein bisschen klingt wie Swervedriver auf Valium. Bei all diesen Dingen lassen sie nix anbrennen.

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Gym Tonic – Good Job

Ein astreines Langspieldebüt hat hier eine Berliner Band hingelegt. Hochinfekziösen Garagepunk mit Synth-Zusatz gibt’s darauf zu hören, der in etwa nach einer Schnittmenge aus Spotting, Ausmuteants und Puff! – mit denen sie sich auch schon eine Splitsingle geteilt haben – klingt; außerdem erinnern mich insbesondere das Schlagzeugspiel und vereinzelte Schlenker in Richtung Post Punk (Hiroshima ist einfach ein Hammersong) öfter mal an den sehr speziellen Drive von Nots.

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Protruders – Poison Future

Nach einer Handvoll selbstveröffentlichter Tapes und EPs überrascht die neue Mini-LP auf Feel It Records der Garagepunks aus Toronto mit einem ausgeprägten Art-/Protopunk-Vibe. Modern Lovers fallen mir da am prominentesten auf und in der Gegenwart schlagen unter anderem David Nance und Apache Dropout in eine ähnliche Kerbe. Keine weltbewegende Neuheit also, aber nichts desto Trotz sehr, sehr gut.

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