Das zweite Album dieser Band aus Wien versteht es, aus dem trüben Indie-Sumpf dieser Tage herauszustechen. Die Songs der Platte oszillieren irgendwo zwischen den Eckpunkten Indierock, relaxtem Garagerock und dem Dancepunk der vergangenen Dekade. Letzterer erinnert mich im speziellen an die alten Dischord-Haudegen Q And Not U und Supersystem. Eine ganz besondere Würze verleihen dieser Platte aber diverse an alte Ennio Morricone-Soundtracks angelehnte Schnörkel und Stilelemente, inklusive des dazugehörigen, charakteristischen Trompeteneinsatzes.
Die neue EP der Punks aus Vancouver erinnert im ersten Song an den aus heutiger Sicht angenehm anachronistischen, Grunge-infizierten Alterna-Punk der 90er Jahre. Songs Nummer zwei und drei setzten dann den eingängigen Postpunk und -core der letzjährigen Minialbums fort.
Die Londoner Girls In Synthesis setzen uns auf dieser aüßerst vielversprechenden digitalen Single zwei mal gekonnt daher knarzenden Noise-/Fuzzpunk vor.
Mit einem schön entschlossen vorwärts scheppernden Klanghybrid irgendwo im Grenzbereich zwischen Noiserock und Postpunk weiß die aktuelle EP dieses New Yorker Trios zu gefallen.
Das nenn ich mal ‘n Brett. Auf dem Debütalbum von Advertiesment aus Lethbridge, Alberta trifft derber Noiserock auf ebenso derbe druckvollen Post-, Sludge- und Stonerpunk, der in circa dreißig Minuten alles zu Staub verarbeitet, was sich ihm in den Weg stellt.
Auf dem ersten “Lang”-Spieler von Slimy Member aus Dallas setzt es simpel gestrickten als auch kompromisslosen Death (duh!) Punk um die Ohren. Frei von überflüssigen Schnörkeleien und gerade deshalb äußerst effekvoll.
Bei dieser New Yorker Band mischt unter anderem Greg Collins mit, bekannt als der Ex-Drummer von Livids und – etwas unerwartet – Radio 4. Das Debütalbum auf Slovenly liefert traditionellen Garagepunk, der zwar das Rad nicht neu erfindet, aber… Meine Fresse, rocken die Jungs hart! Was der Platte an Originalität mangelt wird problemlos durch die energische Darbietung ausgeglichen.
Für alle, denen es hier gestern etwas zu freundlich und poppig zuging, hier ist ein gutes Gegengift. Auf ihrem neuen Tape fabrizieren die New Yorker bis zum Anschlag räudigen Doom- und Sludgepunk in einem exzellent schlechten LoFi-Sound. Das klingt wie mit Opas Diktiergerät aufgenommen.
Je nach Auffassung ist das der zweite oder dritte, oder auch gar kein Langspieler der Band aus Milwaukee (nicht zu verwechseln mit den ebenfalls großartigen Noiserockern Pile aus Boston). Nennt es Postpunk, Noisepop, Fuzzpunk, Noisegaze oder Dreampunk. Jedenfalls kommt ihr melodielastiger Lärm mit seiner unwahrscheinlichen Verknüpfung von treibender Punk-Energie und verträumten Texturen hier wieder an den hohen Energielevel ihrer ungestümen ersten EP (mein bisheriger Favorit von der Band) ran, erklimmt aber im Song-Niveau ein neue Stufe für die Band. So durchgängig kompakt und ausgereift haben sie bisher noch nie geklungen.