Davidians aus Raleigh, North Carolina fielen vor zwei Jahren schon mit zwei sehr vielversprechenden Kurzspielern auf. Ihre neueste Veröffentlichung ist dieses Mini-Album auf Sorry State Records und das löst das Versprechen der frühen EPs problemlos ein, überzeugt mit einer wilden und chaotischen Mischung aus Postcore und -punk, Noiserock und ein wenig Garage-Geschrabbel.
Diese EP von einem Mann und seiner Band aus Melbourne ist pure Garagepunk-Perfektion. Fünf saustarke Songs, gerne auch mal mit unkonventionellen Strukturen voller Überraschungen, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen, verpackt in einen arschtretend-druckvollen und kompakten Sound. Der regelmäßige Saxophon-Einsatz setzt dem ganzen dann die Schaumkrone auf. Zum Ende der EP hin scheinen dann zunehmend folkige Einflüsse durch, auch das steht ihnen ausgezeichnet. Ein verborgenes Juwel dieses Jahres, das ich fast übersehen hätte.
Auf dem letztjährigen Album Tried My Hardest der Band aus St. Louis gab es noch äußerst eingängigen Postpunk zu hören, auf den nachfolgenden EPs wechselte sich das dann zunehmend mit quirligem Synthpop ab. Auf ihrem aktuellen Tape ist vom alten Krach gar nichts mehr zu bemerken. Das ist ein lupenreines, minimalistisches Synthpop-Album geworden mit Songmaterial das von poppig über melancholisch bis ziemlich düster reicht, wobei letztere Tendenz auch wieder durch den fast schon absurden Gesamtsound relativiert wird.
Orange Glass aus dem kanadischen Halifax sind wohl schon seit den mittleren Neunzigern aktiv, waren mir bisher aber nie ein Begriff. Und schlappe fünfzehn Jahre nach ihrem letzten Album ist jetzt plötzlich diese digitale Single auf Bandcamp aufgetaucht, darauf befindet sich simpler und schnörkelloser Indierock, der sich sofort im Gehörgang festklebt.
Es ist ganz an mir vorbei gegangen, dass das Noisepop-Duo aus Münster bereits im September einen neuen Langspieler veröffentlicht hat. Darauf hat sich wenig geändert, vielleicht ist das Ganze noch ein Stück melancholischer und verträumter geworden als auf dem Debütalbum. Ansonsten regiert auch hier wieder das melodische Gitarrengebrate, für das man die Band vor gut zwei Jahren schon lieb gewonnen hatte.
Title Tracks, die Band um den ehemaligen Q And Not U Drummer John Davis, betraten erstmals 2009 die Bildfläche mit einer grandiosen 7″ auf Dischord Records. Nicht lange darauf folgten zwei solide Alben und nach einer fünfjährigen Pause haben die Powerpopper aus Washington jetzt ihr bisher stärkstes Album am Start, mit durchweg hochwertigem Songmaterial aus einer nie versiegenden Quelle mitreißender, melancholischer Melodien.
Neo Neos aus Minneapolis können auch einfach keine Minute stillsitzen, haben jetzt bereits die sechste Veröffentlichung in weniger als sechs Monaten am Start. Darauf gibt sich ihr Garage Punk wieder ein kleines Stück weniger abgefuckt zugunsten erkennbarer Songs. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dauert es nach meinen Berechnungen noch so 12-15 Veröffentlichungen und geschätzte anderthalb Jahre, bis sie beim seichten Indiepop angekommen sind.
Der neue Langspieler der Death Pedals aus London ist mal wieder eine sehr schöne Attacke auf das Trommelfell geworden. Ihre explosive Mischung aus Noiserock und Stonerpunk will unbedingt laut gehört werden.
Das zweite Album dieser Band aus dem kanadischen Halifax weiß auf ganzer Linie zu überzeugen mit powerpoppigem Punkrock, der etwas an Rats Rest erinnert, außerdem leichte Spuren von Wipers und dem Indierock und Postcore der 90er/00er Dischord-Ära mit an Bord hat. In einigen Momenten ruft es mir auch die großartigen aber leider sehr in Vergessenheit geratenen Moving Targets in Erinnerung.
Das neue Langspieltape der Noiserocker aus Vancouver gibt sich ein ganzes Stück zugänglicher als noch sein Vorgänger, bleibt aber eine ausgesprochen bissige Angelegenheit und entfaltet mit seinen kompakten, minimalistisch-repetitiven Grooves ein beachtliches Drehmoment.