Uniform – No Trending

Die anderen Uniform mal wieder. Nicht das New Yorker Industrial Punk/Noise/Metal-Duo. Auch nicht die kalifornischen Garagerocker; wie sich herausstellt haben letztere ihren Namen inzwischen zu Uni abgekürzt. “The Uniform” ist immer noch frei, behaltet das also im Hinterkopf für den Fall, dass ihr mal ‘nen SEO-optimierten Namen für eure Band braucht. The Nirvana oder Das Beatles wären natürlich noch effektiver. Andere Menschen nehmen Geld für solche Tipps, von mir bekommt ihr die geschenkt!

Die Rede ist hier also von den Postpunkern aus Atlanta. Die tauchten hier vor längerer Zeit schon mal mit einem ziemlich guten Demo auf, das ein wenig wie der abgewrackte Cousin von Wymyns Prysyn klang. Nicht von ungefähr, denn alle Mitglieder von denen sind auch bei Uniform am Werk, außerdem sind noch Leute von Nurse und Slugga an Bord. Auf ihrem Debütalbum ist der ungestüme Vorwärtsdrang des Demos über weite Strecken einem mehr oder weniger gedrosselten Tempo und einer bleiernen Schwere gewichen, die den Geist der Wipers in ihren dunkelsten Momenten heraufbeschwört.



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Seafog – Dig It On Up

Eine nicht mehr brandaktuelle aber umso exzellentere EP kommt von einer Band aus Dunedin, Neuseeland. Einen Sound rollen sie darauf aus, bei dem ich mir kaum vorstellen könnte, dass er irgendeinem anderen Ort entspränge. Das hat einfach diesen speziellen Flying Nun-Vibe. Relaxter Indierock und Jangle Pop mit postpunkigen Grooves, durchzogen von psychedelischen Drones, immer eine Zehenspitze vorsichtig in die Avantgarde getaucht. Und natürlich erinnert mich das an The Clean sowie an aktuelle Bands á la Surf Friends, T54 und Boomgates.


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Proto Idiot – Leisure Opportunity

Einige der jüngeren Releases auf Slovenly Recordings waren nicht so wirklich meine Tasse Tee in ihrer für meinen Geschmack doch etwas zu konservativen Rückbesinnung auf ausgelatschte 08/15 Garage-Formeln; in meinen Augen war da mehr Masse als Klasse am Start. Die neueste Veröffentlichung entpuppt sich jedoch mal wieder als eine einzige Rock’n’Roll-Glückspille.

Proto Idiot aus Manchester existieren wohl schon ‘ne Weile und haben bereits eine ganze Reihe von EPs und zwei Compilations veröffentlicht, mir begegnen sie hier aber zum ersten mal mit ihrem (besagte Compilations nicht mitgezählt) Langspieldebüt. Das entzückt mit einem Sound aus ganz viel Garage- und einem kleinen bisschen Postpunk. Das hat durchaus was von frühen Parquet Courts und Eddy Current Suppression Ring, es kommt aber auch immer wieder der Vibe der Buzzcocks und generell der britischen 77er Schule auf. Angenehm dummer aber auch ausgezeichnet rockender Spaß. Der Opener kündigt unmissverständlich an, was folgen wird: I’m stupid. You’re stupid. Let’s do it!



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Eight – Eight

Eight kommen aus Philadelpia und spielen diese selten gewordene Art von klassischem Indierock, dessen Wurzeln klar in den frühen 90ern zu finden sind. Ultraeingängiges Zeug, das Soundmäßig dennoch kräftig zubeißen kann. Neben vielen anderen Bands sind hier Anklänge an Swervedriver, Superchunk, Sugar oder Archers Of Loaf wahrnehmbar.


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Ascot Stabber – Bad Spell

Diese Band aus dem eh schon für jede Menge Qualitätslärm bekannten Brisbane trifft mit ihrer ersten EP schon mal ziemlich ins Schwarze. Straightes aber ausgefeiltes Punkzeug mit beachtlichem Garage- und Fuzz-Faktor, deutlichen Anzeichen von Hard- und Postcore. Als grobe Orientierungshilfe hätte ich zum Beispiel frühe Video, Flowers Of Evil, Bad Breeding, Hot Snakes oder Davidians anzubieten.


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Autobahn – The Moral Crossing

Wer dieses Blog schon etwas länger verfolgt, dem sind die Postpunker aus Leeds hier sicher schon mal mit ihren ersten zwei EPs begegnet. Ihr erstes Album Dissemble hab ich seinerzeit dann mal ausgelassen. Das war keineswegs schlecht, aber meinen Erwartungen wurde das auch nicht gerecht; für meinen Geschmack war das alles etwas zu nah am “sicheren” aber unbemerkenswerten Genre-Standardfraß gebaut.

Ihre zweite LP The Moral Crossing ist im Vergleich eine viel, viel stärkere Platte. Wenn auch eine von der Sorte, der ich mehr Respekt als Liebe entgegen zu bringen vermag. Ein zu Beginn sorgfältig konstruiertes, atmosphärisch dichtes Werk, das einen beachtlichen Sog entwickelt, in der zweiten Hälfte aber auch zunehmende Abnutzungserscheinungen zeigt. Dennoch, alleine schon der Mittelteil mit den Übersongs Future / The Moral Crossing / Torment, die sich als der emotionale Kern des Albums herausschälen, ist eine beachtliche Leistung.

Mehr als je zuvor schöpfen Autobahn ihre Inspiration aus klassischem 80er Goth. Wer mit einem gewissen Maß an Pathos und Kitsch nicht klar kommt, wird sich mit dieser Musik schwer tun. Die Songs können diesen Ballast größtenteils aber auch problemlos tragen. Ausbalanciert wird das ganze dann aber von den hypnotischen Kraut- und Psychedelic-Anleihen, die irgendwie auch schon immer Teil ihres Sounds waren, aber hier erstmals vermehrt ins Zentrum rücken. Manchmal bewegen sich die Songs gefährlich nah an der Schwelle zum Alternative Rock, ohne mich dabei allzu sehr anzupissen.

Neben der neuen Protomartyr ist The Moral Crossing wohl die zweite diesjährige Postpunk-Veröffentlichung mit stark Genre-übergreifendem Appeal. Mal abwarten was jetzt passiert. Nicht viel, vermutlich.



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Skull Cult – Skull Cult

Nach zwei maximal desorientierenden EPs kommt das Duo Skull Cult aus Bloomington, Indiana auch schon mit seinem ersten Album um die Ecke. Wie zu erwarten entfalten sich darauf knappe zwanzig Minuten Chaos, vielleicht ein ganz kleines bisschen geschliffener als auf den EPs. Aber ihr Sound ist und bleibt wunderbar primitiver Synth- und Garage Punk mit dem gewissen Dachschaden. Eine mit auditiver Information überladene Attacke auf die Sinne, die schmerzunempfindliche Garagen-Aficionados ein weiteres mal in angenehme Wallung versetzen wird.



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Blacklisters – Dart 7″

Die aktuelle EP der Noiserocker aus Leeds wurde im Rahmen des Too Pure Singles Club von der Leine gelassen und fraglos handelt es sich dabei um das kompakteste, rundeste Stück Lärm, das die Band bisher abgeliefert hat.

Exhalants – Democore

Ein durchaus vielversprechendes Demo kommt von einer Band aus Austin, Texas. Noiserock mit einem gewissen Postcore-Einschlag, tendenziell von der eher ungemütlichen Sorte, der die Geduld öfter mal in ausgiebigen in Mathrock-Manövern strapaziert. Manches kommt noch etwas halbgar und klobig rüber, zeigt aber auch schon jede menge Potenzial. Weiter im Auge behalten.


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Patsy’s Rats – Is It Alright? / Givin’ Up 7″

Schon eine ganze Weile angekündigt, als 7″ vermutlich schon länger verfügbar, jetzt endlich über’s eigene Bandcamp auch für einen, äh… fast schon bezahlbaren Betrag in digital zu bekommen. Der neueste Kurzspieler des Powerpop-Duos besticht mal wieder mit zwei schnörkellosen Songperlen. Besonders die A-Seite Is It Alright? ist eine unwiderstehliche Popgranate, deren Ohrwurmqualitäten man sich nur schwer entziehen kann.

Abschaum – Moon Tango

…und gleich noch mal sehr psychedelisches Geschwurbel. Abschaum kommen aus Lyon und das Kraut-/Psychedelic-Süppchen, dass sie auf ihrem aktuellen Album kreieren, ist einfach mal saugutes, stilsicheres Zeug, dass sich zwar einerseits nicht allzu sehr aus dem Genre-Fenster lehnt, andererseits aber auch nie langweilig wird. Da gibt’s nicht viel dran zu rütteln.

Goon – Happy Omen

Wunderschön, diese EP einer Band aus Los Angeles. Eine formschöne Verschmelzung aus Indierock, (Neo-)Psychedelia, Power- und Jangle Pop, etwas folkigem Gedöns gibt’s zu hören. Das weckt z.B. Erinnerungen an Spacemen 3, Galaxie 500 und die alten Paisley Underground-Traditionen.



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12XU Radio #4

Wieder ein Monat rum, Zeit für eine neue Ausgabe von diesem Radiobullshit. Ansonsten gibt’s noch zu vermelden, dass die Welteroberungspläne endlich konkret werden. Am 1. Dezember geht die Syndication-Plattform Radiosendungen.com an den Start und 12XU wird da mit im Angebot sein. Mal schauen wer sich traut, den Krempel ins Programm zu nehmen. Falls jetzt schon wer Bock auf eine Ausstrahlung hat, darf man mich natürlich schon vorher drauf ansprechen.

La Vase – La Vase

Einfach gestrickten aber ebenso mitreißend dargebotenen Punkrock mit garagigen/postpunkigen Zwischentönen setzt es auf dem Debütalbum der Leipziger Band. Stellenweise könnte man das als eine etwas erdigere Version von Short Days beschreiben, außerdem meine ich leichte Spuren von z.B. Daily Ritual oder Criminal Code zu erkennen. Kann was.



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Helta Skelta – Nightclubbin’ 7″

Die letzte LP der Band aus Perth kam mir auf zumindest auf Albumlänge noch etwas eintönig daher, der neue Kurzspieler auf Deranged Records überzeugt mich hingegen vollends. Drei starke Garageklopper, die sofort ins Blut gehen und eine gewisse stilistische Nähe zu Bands wie Uranium Club, Eddy Current Suppression Ring oder Ex-Cult aufweisen.