Verspannungskassette #101 (C-60)

Tracklist

Unsubscriber Hallways
Midwestern Medicine Credit Line
Sunny Bear Forest Police Kar
Twisted Teens Pack Of Jokers
Imploders Bloodstains On The Big Screen
Oolskunrahod Vengador
Active Service Shoot First
Stupid World Poor & Divided
Citric Dummies Grant Richardson's Burning Wreckage Welcome Home
Gare Du Nord The Flame
No Time State Execution
Gnats In My City
Завірюга Гулять
Snarewaves Poltergeist
Sprgrs Me Han Robado Otra Vez
Speed Week Tragic Creature
Cheap Fix Soul Tune
Gus Baldwin Cherrywood
Gold Cup The Piss Has Been Taken

Tracklist

Liiek Myth
TGRX Regulated
Glueman Disposer
Baby Tyler The Pressure
Gonies Circuit Fatigue
Sklitakling De stopper ikkje
Perfil Bajo No cuela
Liquid Cross Don't Think
Teenage Tom Petties Teenage Thin Lizzies
Missed Cues Like I Was Nothing
Greg Wheeler and the Poly Mall Cops Violent Hues
Power Pants I'm Not The Best
The Smarthearts One on One
Minot Walls

Liiek – Living In A Fiction

Nachdem ihre vorherige LP, wenngleich auch schon verdammt gut, zweitweise noch ein bisschen klang wie stereotypischer Berliner Post Punk auf Autopilot, erweitert ihr zweites (oder auch ihr drittes, je nachdem welche Spielzeit man persönlich als eine LP definiert) Album ganz beachtlich ihre stilistische Bandbreite und fühlt sich im direkten Vergleich durchweg sorgfältiger konstruiert und durchdacht an, eine Klangarchitektur die Funktion und Ausdruck balanciert und ihren Teil dazu beiträgt, die reptetitiven Grooves mit einer fieberhaften Dringlichkeit aufzuladen. Dennoch erinnert das bei alldem nach wie vor an einen bunten Strauß anderer Berliner Bands wie etwa Pigeon, Pretty Hurts, Glaas, Diät, Clock of Time oder Exit Group.

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Greg Wheeler and the Poly Mall Cops – Slimephone Surveillance

Die Band aus Des Moines, Iowa hat bereits eine EP und eine ausgesprochen nette erste LP auf dem Konto aber ich kann mich nicht erinnern, dass sie zuvor mal so viel Wind erzeugt hätten wie jetzt auf ihrem zweiten Album, das einen seltsam vertrauten Sound präsentiert, angenehm antiquiert, als wären die Jungs in einer Zeitschleife der frühen 2010er Garage Punk-Ära steckengeblieben und was soll ich sagen, die Band hat einfach die nötige Fülle an ultra-catchy Tunes und explosiven Performances um den Scheiß immer noch frisch klingen zu lassen.

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Liquid Cross – Don’t Think

Vom ersten Moment an versprüht die Debüt-EP dieser Band aus Eugene, Oregon einen gewissen Vibe, der mich an eine Reihe von kurzlebigen Bands in Spektrum von so melodischem wie auch lärmigem Punkrock in den frühen 2010ern wie Milk Music, Fins und Darma Dogs erinnert aber auch ein paar ungleich jüngere Erscheinungen wie Jolana Star und Psychic Dogs, die neues Leben in einen zeitlosen Sound aus unterschwellig Post Punk-angehauchten eingängigen Punksongs, die der klassischen Homestead-, SST- und Touch & Go-Ära tribut zollen. Jetzt darf man also auch Liquid Cross dazu zählen, aber obendrein schwingt hier auch noch ein beachtenswerter Hauch von frühen Protomartyr, insbesondere ihrer zweiten und dritten LP mit, nicht zuletzt auch aufgrund der Stimme des Sängers, die eine ähnlich überdrüssige und melancholische Qualität channelt wie der Protomartyr-Frontmann Joe Casey.

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Gold Cup – The Piss Has Been Taken

Gold Cup aus Manchester haben schon eine Handvoll nennenswerter EPs akkumuliert in den letzten paar Jahren aber wenn ihr mich fragt sind sie jetzt erst mal so richtig auf etwas gestoßen mit diesem ungebrochenen gelben Strahl aus Hits, die ihre zweite EP ausmachen. Darauf wälzen sie sich in einem moderat schmierigen, hard-rockenden Garage Punk-Sound, der mehr als einmal eine gewisse Golden Pelicans-Energie heraufbeschwört, wobei sie die Formel etwa im Opener Zero Percent und dem Rausschmeißer King Krab mit Echos von oldschooligem AmRep-Style Noise Rock und einer subtilen Spur von '90er Postcore verfeinern, wohingegen dann Stuck On Repeat einen unerwartet melodischen, fast schon powerpoppigen Schlenker macht und The Piss Has Been Taken mich an eine andere durchaus mittelstrahlige Band erinnert, nämlich die Australier Pist Idiots.

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No Time – Comply Or Die // Gare Du Nord – Appels De Phares

Zwei mal geiler neuer Scheiß vom Baskenländischen Label Mendeku Diskak. Zuerst wäre da mel eine neue EP von Iron Breed aus Pittsburgh, Pennsylvania, die mit vier leckeren neuen Häppchen aus Garage-gewürztem Oi!-Gedöns aufwartet, dem zugleich auch ein bisschen von einer schrammeligen Powerpop-Qualität innewohnt. Die Debür-EP von Gare Du Nord, einer Band nebulösem internationalem Ursprungs klingt hingegen nach der roheren und oldschooligeren Kehrseite davon, wie sie hier schnörkellose Tunes mit starken '77er und '80er-Europunk-Geschmacksnoten am laufenden Band raushauen als liefe hier eine Schnittmenge der gegenwärtigen französisch-belgischen Garage-/Oi!-/Post Punk-Komplexes bewusst in den Fußstapfen ihrer primären Inspiration.

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Sprgrs – Poligono Industrial

In den letzten drei Jahren waren Sprgrs aus Granada, Spanien eine konstante Präsenz im oberen Mittelfeld der kontemporären Eggpunk-Szene und scheinen mit diesem Status auch weiterhin durchaus glücklich zu sein als eine Band, die grundlegende Zutaten des Genres in routiniertem Handwerk konsistent aufbereitet. Offenbar sind sie gekommen um zu bleiben und mir passt es sowas von in den Kram wenn sie uns noch länger damit beglücken, auch wenn der Tag vielleicht nie kommen mag, an dem sie die Limitierungen und Konventionen des Genres transzendieren. Kein Feinschmeckertum also sondern mehr eine Platte der Sorte Hamburger-und-Pommes und manchmal ist solches Junk Food auch einfach genau was die hungrige Seele zum überleben braucht.

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Party Dozen – Mad Rooter

Mad Rooter / Ghost Rider erscheint am 19. November auf Grupo.

Onyon – Molasses

Pale Horses erscheint am 11. November auf Mangel Records.

Bee Bee Sea – You

Stanzini Can Be Allright erscheint am 21. November auf Wild Honey Records.

Streets Of Separation – Motorbike

Faux Fur erscheint am 3. November auf Helta Skelta Records.

Turbogoblin RX – Turbogoblin RX & The Letters From The Underworld

Die 2023er Mini-LP dieser Australier war ja schon ein randvolles Fass des ziemlich abgedrehten Dungeon- und Fantasy-vernarrten Spaßes und ihr neuester Langspieler ist sogar ein noch mal stärkeres Paket von Schädelspalter-Tunes aus Elementen von Garage-, Synth- und Post Punk, der gleich vom Start weg mit einem deutlichen Flavor von älterer Useless Eaters- und Ausmuteants-Action verzückt im Opener Pillager, dann erweitert um einen Hauch von Psych-/Acid Punk á la Pow! in Moneyman, während Big Hat - eins von zwei hier vertretenen Überbleibseln der 2021er Mammon Machine EP - einen starken Strange Attractor-Vibe versprüht und Dopaminer glaubhaft als ein ausgesprochen starker Why Bother?-Song durchgehen könnte. Desweiteren denke ich mal dass auch Freunde von solchen Dungeon-lastigen Chaoten wie Curta'n Wall oder den Osloer Eggpunks Molbo sich mit dieser Platte einen ordentlichen neuen Kick verpassen können.

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Citric Dummies – Split With Turnstile

Diese Woche bietet sich gut an für Punks um die innere Basic Bitch raushängen zu lassen, werden doch ganze drei von den vier Platten die ich hier poste ganz gewiss keine Preise für Innovation und Originalität gewinnen aber gleichen das mal sowas von aus mit den Mitteln schierer Songwriting-Kompetenz und entschlossen durchschlagender Performences. So ist das auch der Fall mit der neuesten Citric Dummies LP (die ist natürlich mal wieder genau so wenig eine Split-LP wie Zen and the Arcade of Beating Your Ass eine Hüsker Dü-Platte war oder Die Nasty etwas mit Rikk Agnew zu tun hatte), die ihre erprobte Formel aus einem Arsch voll Dead Boys-Energie mit einem starken Rocket From The Tombs- und Death-informierten Proto Punk-Beigeschmack verfeinert und gemeinsam mit ein bisschen prä-Rollins Black Flag und Bad Brains-mäßigem, frühem Hardcore Punk zu einem hochentflammbaren Cocktail destilliert, das bei all dem Retro-Namedropping dennoch seltsam im hier und jetzt verankert scheint.

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Imploders – Targeted For Termination

Fuck yeah es gibt eine neue Imploders-Platte zu bestaunen, die wie gewohnt so ziemlich frei von Überraschungen aber auch frei von Enttäuschungen ist. Wie zuvor scheint sich ihr sound zu 99% auf Hardcore-Tropes und -Versatzstücke zu Stützen die allerspätestens... sagen wir mal so 1983, bereits fest zum Genre-Vokabular gehörten. Der Scheiß funktioniert weil die Band aus Toronto nach wie vor etwas davon verstehen, ausgesprochen eingängige und robust gebaute Tunes aus dem Ärmel zu zaubern, sicher ins Ziel gehämmert von einer explosiven Präzisionsattacke.

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Glueman – Glueman III

Wie schon auf ihren bisherigen zweieinhalb EPs fackelt die Band aus Denver, Colorado hier nicht lange rum und verlässt sich auf ihre Kernkompetenzen in Form von schnörkellos geradeaus gehendem, Noise-versifftem Garage Punk, der jedes mal zuverlässig den Nagel auf den Kopf trifft in diesen neun Songs, zu denen auch Bewunderer von so Scheiß á la Buck Biloxi, Sick Thoughts, The Dirts oder Bart and the Brats mit Sicherheit zustimmend nicken und wippen werden.

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