No Time – Iron Breed

Comply Or Die erscheint am 24. Oktober auf Mendeku Diskak

Verspannungskassette #100 (C-90)

Oh wow, jetzt bitte mal alle der großen runden Zahl huldigen! Jetzt mal besser nicht abstinken. Mann ich saug so derbe wenn es darum geht, Anlässe angemessen zu feiern. Erinnert ihr euch noch an’s Zehnjährige von diesem Blog? Nein, natürlich nicht, denn ich hab es seinerzeit in 2023 selbst verschlafen. Jetzt ist 12XU also 100 Mischkassetten alt und als minimale Geste (erwartet ja nichts extravagantes, ich bin immer noch mein träges altes ich) hab ich mal die schniekeste Flohmarktkassette aus meiner Grabbelkiste gepickt, die ich finden konnte um am Ende doch mal rauszufinden, was eigentlich der ganze Rummel um jene sagenumwobenen „superferrics“ zu bedeuten hatte. Stellt sich heraus: Die Dinger haben ’nen ganz beachtlichen Punch und klingen auch sonst saumäßig gut und ich vergesse alles was ich über Type 1 zu wissen glaubte.. War’s den damaligen Aufpreis wert? Findet’s selbst raus!

Tracklist

Cool Guy Club Rocking (Undercover)
Screen Star Cop City
Sonic Youth Of Today Vacaciones Por El Adriático
Thyroids King Of Rock And Roll
Gnats Generator
Sistema De Entretenimiento Basura Espacial
Snarewaves Wretched Lil Mf
Cluttered Grotto Flea Bites
Scrawlers Slopworld (And I’m Livin‘ In It)
Jacket Burner Don’t Wanna Know
Bart and the Brats Lab Rat
Smashing Time Mental Oppression
Daruk Patkánycsapda
No Lines G.R.S.G

Luxury Apartments Troubling Time
Sweet Fantasy Wife Material
JJ and the A’s Fool’s Gold
Silo Kids Silo Kids
Lowballer Volvo 240 Wagon
Total Con Kill The Rat
Save Our Children Ragged Company
Maced Fuck The World
NOHZ DPDR
Jailbird O.T.D.
Stunted Youth New Sensations
Stabber Repeat Offender
Tape Prns
G.A.Z.E Fighting Mind

Tracklist

eX-Tradition Adipocere / Obsidian Silence
Favoured State I’ll Finish It
Applejuice Lovestreamz
Outside View Expectations
Why Bother? Indoctrination
Butter Swamp Poltergeist
Bee Bee Sea Keep It Cool
Technopolice People
Power Pants Rockin‘ In The Streets
High Heels Help Me Find The Graves
Choque Pensamientos Suicidas

Snooper Come Together
Loitering Trash
EZ8 Right Behind You
Heather the Jerk Lie Detector
Future Fix Important To Me
Split System Pull The Trigger
Night Talkers Out Into The Night
Sex Mex Dragging Me Around
Durs Cœurs L’épée De Damoclès
Fuller The Nix

Save Our Children / Stunted Youth – Split

Nicht weniger als ein plausibler Anwärter für die Hardcore-Platte des Jahres 2025 kommt zu uns vom in Milwaukee ansässigen Label Unlawful Assembly in Form einer neuen Split-LP von zwei Bands aus Austin, Texas, die beide bereits einige Wellen geschlagen haben mit jeweils ausgezeichneten Debüt-Tapes auf dem lokalen Label Sound Grotesca zwischen 2021 und ’22. Beide Bands operieren dabei klar auf der roheren Seite des Hardcore Punk-Spektrums und erfinden hier das Rad zwar nicht neu, aber laden dafür lang bewährte Zutaten der Noise-lastigen alten Hardcore-Schule mit einer selten gewordenen Aura von Gefahr und Unvorhersehbarkeit auf. Gleich vom Start weg stechen die Tunes von Save Our Children hervor als unendlich ausgefeilter, erfinderischer und überhaupt in einer ganz anderen Liga als die Masse von milde Thrash-infizierten Hardcorebands und auch die grimmige Gesamtästhetik kann dabei nicht über die musikalische Abenteuerlust und Verspieltheit dieser Songs hinwegtäuschen. Wenn du jetzt dachtest, das ginge ja schon ganz schön über den Aufwand einer durchschnittlichen Hardcore-Veröffentlichung hinaus, dann warte mal bis du die Stunted Youth-Seite hörst, die hier den leicht metallischen Beigeschmack der S.O.C.-Tracks gegen einen stärker garagigen Flair austauschen und eine Fülle von subtil melodischen Schnörkeln in ihren Songs, gekoppelt mit einem Weltklasse-Einsatz an hyperaktivem Geschredder und tonnenweise unerwarteter Catchyness in einem halsbrecherischen Geschwindigkeitsrausch. Das ist der perfekte Sturm von sowohl kreativer als auch primitiv-roher Energien wie ich sie doch gerne öfter hören würde in einem Genre-Umfeld, der sich viel zu oft leider mit der möglichst normgerechten Reproduktion etablierter Muster und Konventionen zufrieden gibt.

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Snooper – Worldwide

Die Eggpunk-Überformation aus Nashville, Tennessee ist zurück mit einer zweiten LP. Die entpuppt sich dann als eine gar nicht so radikale Abweichung von ihrem bisherigen Schaffen, wie es die stampfenden Elektro-Beats des Preview-Tracks Worldwide zuerst suggerieren mochten. Nach dem Kulturschock der ersten LP, auf der sie sich in unnachgibiger Hardcore-Intensität durch das Material der frühen EPs schmetterten, ist ihr neustes Baby in Teilen sogar eine unerwartete Rückbesinnung auf die verspielten und abwechslungsreichen Experimente ihres frühen Schaffens. Wie schon auf dem Vorgänger hat man einige Songs zuvor schon mal in der einen oder anderen Form gehört wie etwa in Subdivision, das uns erstmals vor gut drei Jahren auf der Town Topic 7″ begegnete und die Beatles-Coverversion Come Together, die sogar noch weiter zurückgeht und ursprünglich 2021 auf der G.T.R.R.C. III-Compilation erschien – beide davon haben hier aber eine gründliche Generalüberholung erfahren und das gilt auch für die meisten anderen zuvor gehörten Songs hier. Was soll ich sagen, die Platte ist erneut ein absolut glorreicher Freakout aus quirlig-eingängigem Lärm von den Tellerrändern des Garage- und Post Punk, dem scheinbar niemals die Ideen ausgehen.

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Sweepers – Sweepers

Zwei Jahre nach ihrer superspaßigen Debüt-EP hat Philadelphia’s reinlichste Band endlich ihren ersten Langspieler fertig geputzt und der legt noch mal ordentlich einen drauf in Sachen chaotischer Energie ihres abgehackten Art Punks, der komfortabel zwischen den Wischmops sitzt von dissonantem, oldschooligem No Wave-Lärm, dem schrägen Artcore der frühen Minutemen aber auch reichlich jüngeren Phänmenen, wie etwa dem klugscheißerischen Art Punk von Patti, Reality Group und Brandy oder auch etwas stärker Richtung Postcore gehenden Acts á la Cutie, Mystic Inane und Rolex. Ich muss schon sagen, ihr mathematisch verwinkelter Sound macht einen sehr ordentlichen Job darin, die Herausforderung zu vertonen die sich meinem ADHS-gefickten und vermutlich auch leicht autistischen Gehirn beim Ordnung halten in der eigenen Wohnhöhle stellt… und dabei lassen sie es klingen als wäre das die spannendste Aktivität der Welt.

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Jacket Burner – Eat Shit + Die

Okay hier ist neuer scheiß von diesem, angeblich, neuerdings in Großbritannien weilenden Typen der ursprünglich aus Truth or Consequences, New Mexico kommen soll, das zwar tatsächlich eine echte Stadt ist aber auch eine ausgesprochen kleine, weshalb ich mal sagen würde das es so rein statistisch… Jau ganz ehrlich, ich weiß nicht ob man irgendetwas von dem Glauben schenken darf was die Bandcamp-Bio so über Jacket Burner erzählt. Keinen Zweifel gibt’s dafür aber an den Qualitäten seiner neuesten LP, die mal locker mit der bisher stärksten Ladung neuer Songs daherkommt und wie schon zuvor den maximalen Wumms aus einer uralten und bewährten Garage Punk-Formel extrahiert, was in etwa so klingt als würden hier die Grundzutaten von Buck Biloxi, Spits, frühen Sick Thoughts und Bart and the Brats destilliert zu einem kräfftigen und exquisiten Schluck Gift mit einer subtilen Note von ’77- und KBD-mäßiger Simplizität.

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No Lines – EP 2

Nachschub an aufregendem Eggpunk der minimalistischen und Fuzz-verliebten Machart erreicht uns von dieser britischen Band, deren Songs auf den ersten Blick nicht groß mit den gängigen Mustern des Genres brechen, aber wen fucking interessiert’s wenn jeder einzelne davon mit solch einer blinden Intuition präzise jeden Nagel auf den Kopf trifft in einer unfehlbaren Abfolge von zackigen, saumäßig eingängigen Fuzz Pop-Attacken, die mir eine Mischung etwa aus Elvis 2, Kid Chrome, Power Pants, S.B.F. and Satanic Togas ins Gedächtnis rufen.

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EZ8 – EZ8

Eine irrsinnig gute Debüt-EP von einer Londoner Band und die Frontsau ist niemand geringeres als Chubby – genau, der Typ von Chubby and the Gang – dessen Gesang hier noch am ehesten an die rustikale Oi!-Ästhetik seiner alten Band erinnern mag, die – obgleich immer noch wie ein subtiles Hintergrundbrummen unterschwellig vorhanden – sich hier deutlich zurückhält zugunsten eines etwas feiner geschliffenen und strahlenden, jedoch keineswegs weniger kräftigen Sounds, der rüberkommt wie eine ultrakompakte Kapsel aus diversen Großartigkeiten der melodischen Punk, Power- und Noise Pop-Welt, von klassischen Hüsker Dü-Vibes über die unmittelbare Catchyness der Noise Popper Terry Malts und den jüngsten Dumpies- und Eye Ball-LPs, bis hin zu der tiefen Melancholie von Leatherface oder (Royal Headache-) Shogun’s noch halbwegs aktuellen Projekten Antenna und Finnoguns Wake. Potenter Scheiß, bitte mehr davon!

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