Auf ihrer neuesten 7" bewegt sich eines der meistgeschätzten Bollwerke der gegenwärtigen Post Punk-Szene ein Stück weit wieder Weg von den luftigen Art Punk/-rock-Vibes, die sich noch durch ihre brilliant letzte LP Ragdoll Dance aus dem Jahr 2023 zogen und klingt eher wieder etwas stärker nach den noch etwas roheren Klangparametern ihres 2019er Albums Readjusting The Locks, ohne dabei jedoch das gereifte Songwriting und die ausgefeilten Arrangements der letzten Platte über Bord zu werfen. Das beste aus beiden Welten, würde ich mal sagen!
Die Aidmoozic EP war nicht lang genug? Gute Nachrichten, diese Band aus Auckland, Neuseeland hat gleich mal Nachschub an stark nach britischem DIY Punk schmeckendem Geschrammel, das einer zwar etwas einfacheren aber durchweg effektive Formel davon folgt und sich schwer tut, die zugrundeliegenden Desperate Bicycles-, Mekons- und Television Personalities-Huldigungen zu verschleiern mit gelegentlichen Farbspritzern von Buzzcocks obendrein oder vielleicht auch, um mal ein bis zwei Level tiefer zu graben, Performing Ferrets? Wie auch immer, was etwas zeitnähere Vertretern dieser Zunft angeht, erscheinen mir die Briten Suburban Homes aus dem letzten Jahrzehnt der zutreffendste Vergleich.
Exzellent schrulliger Scheiß auf der dritten EP dieses Typen aus Watford, England, der irgendwo zwischen den Welten britischem DIY Punk, Post Punk, Hard- und Postcore zuhause ist. Die ersten paar Songs erinnern mich dabei insbesondere an eine Variante von Landowner-mäßigem Hardcore mit mehr oder weniger cleanen Gitarren, angereichert um einige markant Mission Of Burma-mäßige Gitarrenarbeit und einer Ahnung von Television Personalities und Mekons, die sich auch durch den weiteren Verlauf der Platte zieht. Aber auch ein bisschen frühe Minutemen steckt da irgendwie mit drin und ein Bündel jüngerer Bands wie Zhoop (oder die gefühlt hundert Aliasse des selben Typen), Post Punker wie Big Bopper, Lamictal, Patti und auch die gegenwärtige Brut von so Teilzeitpunks á la Silicone Values, Famous Logs In History und das frühe Schaffen der Neutrals.
Der Nachfolger zur unglaublichen 2024er Gay Boredom LP dieser Band aus Astoria, Oregon erreicht nicht ganz den Level von Originalität und verspielter Kreativität des Vorgängers, wirkt irgendwie ein bisschen reservierter und nähert sich für meinen Geschmack manchmal etwas zu sehr einem ausgelatschten Pop Punk-Territorium an, aber es ist was es ist und das ist für sich genommen immer noch eine ausgesprochen erfreuliche Platte geworden, mit Songs die irgendwo zwischen solide und verdammt gut rangieren und immer noch ausreichend stilistische Breite abdecken. Also ja, das ist ein duchaus willkommener Nachfolger für eine Platte, die irgendwie auch schwer zu toppen ist und es wirkt irgendwie unfair, sie nicht nach ihren reichlich vorhandenen, eigenen Qualitäten zu beurteilen. Auch wenn wir wissen, dass die Band es eigentlich noch viel besser kann.
Eine Band aus Fort Collins, Colorado liefert sechs Schläge aus ordentlich rohem Hardcore Punk ab, dessen rustikale Klangästhetik aber niemals über das eingängige Garage Punk-Fundament des ganzen hinwegzutäuschen vermag, die überall verstreuten, smarten Postcore-Obertöne und eine Vielfalt an Überraschungen, kompositorischen Tricks und Marotten, die sie hier aus dem Ärmel schütteln. Eine Platte die auf den ersten Blick dummer erscheint als sie ist und ihr wisst dass ich eine Schwäche für solche Dinge hab.