Split System – Split System

Hier haben wir es mal wieder mit einem arschtretenden, gemäßigt oldschooligen Garage Punk-Artefakt aus Australien zu tun, heraufbeschworen von Leuten die ihr Handwerk verstehen. Am Gesang haben wir hier niemand geringeren als den großartigen Jackson Reid Briggs, der hier frei von den Versuchungen und Ablenkungen des Gitarrenspiels mal ganz schön vital und befreit klingt, eine deutlich nuanciertere Gesangsperformance abliefert als wir das bisher von ihm gewohnt waren. Auch die restlichen Beteiligten sind beileibe keine Unbekannten, sind hier doch unter anderem Leute von Stiff Richards und Speed Week am Werk. Simples aber mitreißendes Songmaterial trifft auf einen unaufhaltsamen Drive. Das Zeug klingt schon auf den ersten Blick vertraut, hat dabei aber eine gewisse Verspieltheit und Vielseitigkeit, welche diese Songs dennoch klar von den zuvor genannten Bands zu unterscheiden vermag.

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Hippyfuckers – ????

Ein veritabler Schlag in die Magengrube, das Debüt-Tape dieser Band aus St Louis, Missouri. Hardcore Punk mit unkonventionellen und flexiblen Strukturen, in manchen Augenblicken durchaus melodisch und catchy, in anderen dann mit einem düsteren Post Punk / Death Rock-Unterton und außerdem ist da noch der gerade sehr schickliche (versteht mich nicht falsch, ich find’s supi) Garagenvibe am Start. Man mag sich mal an Hüsker Dü in ihrer Hardcore-Phase erinnert fühlen oder an neueren Hard-/Postcore-Krempel wie Nopes, Pink Guitars, Cement Shoes oder den knallbunt-psychedelischen Hardcore-Albtraum von Murderer.

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Print Head – Change

Ein neues Tape des mysteriösen Projekts das möglicherwise in Hicksville, New York ansässig ist und das Zeug bleibt unvorhersehbar wie eh und je. Diesmal bekommen wir einen Batzen von durchweg unter eine Minute langen, melodischen Garage-Smashern vor den Latz geknallt – abgefuzzter High Speed Powerpop, der ein bisschen so anmutet wie eine Garage Punk-Inkarnation der frühen Guided By Voices aus einem alternativen Realitätsstrang.

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Isotope Soap – In Need Of Systematic Entropy

Mit ordentlicher Verspätung – wie heutzutage leider so ziemlich alles, das mal auf Vinyl erscheinen möchte – bekommen wir das neueste Opus von Schwedens fähigster Synthpunk-Kapelle und meine Fresse, ist das ein abgespacter neuer Level an Schrägheiten, auch für diese Band. Genau so wie ich’s am liebsten hab also. Zur Hälfte bestht die LP aus extra verspulten, instrumentalen Interludes mit so einem gewissen Hauch von einem bizarro John Carpenter Soundtrack und die restlichen Songs scheinen mehr als je zuvor Inspiration von alten Genre-Pionieren zu gewinnen – natürlich ist da auch ein bisschen Devo drin, aber noch eher denke ich da etwa an so Zeug wie Screamers, Units oder Nervous Gender, vermischt mit jüngeren Acts à la Set-Top Box, Digital Leather und gelegentlich meine ich auch eine grimmige Post Punk-Geruchsnote ähnlich zu Bands wie Video oder VHS zu registrieren.

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Big Baby – Big Baby’s Big Fuckin‘ Record

Ach weh, hier ist nochmal eine kleine Ladung von komplett unoriginellem aber durchweg hochklassig arschtretendem Garage Punk, der jenen, die bereits böse unter Sick Thoughts-Entzug leiden ein willkommener Ersatz sein wird und auch Freunde von Dadar, Shitty Life oder – in manchen Augenblicken – Booji Boys nicht allzu nervös machen wird. Diese ziemlich normalen aber durchaus putzigen Babys trinken dann letzten Endes ja doch nur Bier und kein Blut – ich muss zugeben, dass ist doch tatsächlich eine kleine Überraschung bei einer Band aus Trittsburgh, Trennsylvania.

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Animated Violence – Demo

Ein reiner Quell der Garage-befeuerten Hardcore-Glückseligkeit, abgeliefert von einer Band die vielleicht aus Long Beach, Kalifornien kommt oder vielleicht auch nicht. Der Scheiß hält eine einwandfreie Balance zwischen dumm geradeaus bretternder oldschool Energie und den diversen Macken und Verschrobenheiten jüngerer Hardcore-Phänomene, was sie auf der Genrelandkarte in guter Gesellschaft zu gegenwärtigen Sorgenkindern der Marke Mystic Inane, Launcher, Fried E/M, Modern Needs oder Liquid Assets lokalisiert.

Onyon – Onyon

Simpler und eingängiger Post Punk aus der umtriebigen Leipziger Szene. Das gewinnt jetzt zwar keinen Innovationspreis, ist dafür aber umso stilsicherer in seinem Synth-Unterstützten, minimalistischen Ansatz, der seine vage oldschooligen Kalter-Krieg-Vibes selbstbewusst zur Schau trägt. In Shining River Utah gibt es dann doch mal eine kleine Überraschung in Form ausgeprägter Folk-/Americana-Vibes à la Angst oder Mittachtziger Gun Club und auch im weiteren Verlauf versteht man es durchaus, den Scheiß abwechslungseich und kurzweilig zu gestalten. Überhaupt fällt dabei ein ungewöhnlich spaßiger, warmer, positiver Vibe auf, der trotz der weitgehenden Beschränkung auf etablierte Genre-Parameter einen Großteil der Songs durchzieht.

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The Crawlies – Demos

Schones Schlagloch voll mit einer truben Brühe des unschuldigen, dreckigen Spaßes, diese Sammlung von Lo-Fi Demoaufnahmen einer Band aus Philadelphia, welche hier einen Radau der oldschoolig primitiven Machart lostritt. Etwa wie eine Vermengung der frühen Werke von Eddy Current Suppression Ring und UV Race mit der rohen Energie früherer Acts wie Gories, Oblivians, Reatards.

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Rude Television – Exactly

Distractions erscheint am 18. März.

Scrunchies – No Home Planet

Feral Coast erscheint am 1. April auf Dirtnap Records.