Manduria – Shake It

Bite Me erscheint am 5. Dezember auf Wild Honey Records.

AUT! – Straight Line

Verspannungskassette #99 (C-60)

Tracklist

TFA GT Racer
Corpus Earthling Killer On The Loose
Losses Programmerer
Electric Prawns 2 Fire
No Peeling Pink Flamingos
Power Pants Sucka For Love
Billiam New Wave
Teenage Hearts Gotta get rid of you
The Icks Pressed
Winston Hytwr’s Perfect Harmony P.H.M.O.
Mitraille Fuck You I’m Going on Tour
Billy Batts & The Made Men Cory, the Breadman
Autolyse No-Go Zone
I.C.B.M. Borderlines
Teenage Earthquake Summer Of Sam
Fan Club Stimulation
Robber Dog Eat Dog
Gob Infantino
Shudder Riot in Gods Love
Sakura Mierda De Vida
Illiterates Sustainability
Syphon Dull Moments
Daunting Nightmare Air Thick With Flies

Tracklist

Radioactivity Time Won’t Bring Me Down
Mujeres Podridas Sol
Tank Kiss A Bug Called Fear
Cool Whip Oblivion
God’s Hand Remodelled
Orrendo Subotnik Fango infetto
Teens Late July
Fog Bloody Rotten
Alt Generic Me And My Catastrophe
LÁZ Általános Életkrízis Magyarországon
Haraball Floral Prints
Computer Fight Past Man
Pegamento La Fuerza

Electric Prawns 2 – Back Off Track

Ich war noch nicht so ganz überzeugt von der Vorabsingle Hariry Man mit ihren bluesigen Hard-/Dad Rock-Vibes aber verdammt, wird diese neue LP der Band aus Moffat Beach, Australien mal nicht nur mit jedem Song stärker (obendrein funktioniert Hairy Man auch viel besser im Album-Kontext als auf sich alleine gestellt), sondern hat auch mitunter einiges von ihrem stärksten Material an Bord. Die folgenden Songs Beef und Fire haben ordentlich was von einem oldschool Useless Eaters oder Pow!-Feel, während Out Of Touch dann graduell den psychedelischen Nebelfaktor erhöht wie wir es so am ähnlichsten bisher auf ihrer vorangegangenen Perspex LP gehört haben, bevor sich im ersten Teil von Hell letztendlich die Schleusentore der überfließenden, catchy-as-fuck Garage Punk-/Fuzz Pop-Glückseligkeit öffnen wie sie es früher oder später ganz unfehlbar auf jeder Electric Prawns 2-Platte tun. Der zweite Zirkel der Hölle (oder handelt es sich eigentlich um zwei Songs, beide Hell betitelt?) schleppt all das genannte mit und verbindet es mit einem leicht campy angehauchten Goth-Unterton nicht unähnlich zu jüngeren Power Plant-Veröffentlichungen. Weitere nennenswerte Highlights sind der Knall aus ultraklassischem Aussie-Rock’n’Roll namens Piece Of Me und der gleichermaßen melodische wie auch Blues-getränkte Bubbelgum-Vibe von Waste. Alles zusammen mag ganz plausibel mal als ihre beste Platte bisher durchgehen. Wer hätte es gedacht, es ist stellt sich selbst für diese Band als gar nicht die schlechteste Idee heraus, eine LP von gewöhnlicher Laufzeit aufzunehmen.

Album-Stream →

Orrendo Subotnik – Orrendo_3

Auf bisherigen Veröffentlichungen wurde die Musik dieser Band aus Pisa, Italien immer verschleiert von einer dicken Schicht aus Fett und Ruß, aber die dreckigen Klangparameter konnten niemals über die rohe Brillianz hinwegräuschen, die sich unter all dem Gerümpel verbarg. Auf ihrer neuesten EP haben sie zum ersten mal ihre Produktionswerte eben genug aufpoliert um ihre exzentrischen Post Punk Mikro-Epen aus den Schatten rauszuholen und bestätigen den Verdacht, dass jene keineswegs den offenbarenden Blick unter hellem Tageslicht zu fürchten brauchen. Beginnend mit Vibes nicht unähnlich zu Surf-infizierten Noise Pop und Fuzz Punk-Bands der frühen 2010er wie Male Bonding, frühen Wavves, No Age, Times Beach, Tiger! Shit! Tiger! Tiger! oder, erst kürzlich, Shooting Losers, dauert es aber auch nicht lange bevor ihre Songs dazu einen Schlag von Post Punk des vergangenen Jahrzehnts entwickeln à la Die! Die! Die! und Piles, aber auch ungleich rohere und schrägere Punk-Phänomenen wie Dumb Vision, Piss Wizard und Pink Guitars wären nicht zu weit hergeholt als Vergleiche. Abrundend ist dann noch ein unverwechselbarer Hauch von mitt-’90er bis früh-2000er Postcore mit dabei, jene Sorte die komplett schambefreite Menschen tendenziell als Screamo bezeichnen würden, aber lasst euch ein für alle mal sagen dass dieses Label für jede gute Band an Beleidigung grenzt. Also nein, das ist kein Screamo und fick dich wenn du auch nur daran dachtest, dieses Wort in den Raum zu werfen.

Album-Stream →

Haraball – Fear Of The Plow

Ebenso wuchtig nach vorn gehender wie auch ausgefeilter Post Punk auf dem wie es scheint bereits vierten Album dieser Band aus Oslo, die jetzt offenbar auch schon weit über ein Jahrzehnt existiert aber die letzten acht Jahre nichts mehr von sich hören ließ. Wie dem auch sei, das ist saumäßig kompetentes Zeug hier, wie die ihren düsteren Sound zwischen Post Punk und Postcore – wenngleich auf den ersten Blick durchaus auf einer Linie mit dem aktuellen Genre-Umfeld – mit einer Fülle an aufregenden Texturen, melodischen Lichtblitzen und einiger kompositorischer Rafinesse zu einem kohärenten Ganzen verschweißen, das mich an einen doch recht bunten Strauß von Bands erinnert wie Criminal Code, Wymyns Prysyn, Pretty Hurts, Corker, The Nation Blue, Girls In Synthesis, Bloody Gears oder auch die jüngste Shepparton Airplane LP.

Album-Stream →

Yuasa-Exide – Go To Hell Encyclopedia Britannica

Die zweite LP von Yuasa-Exide aus Minnesota beginnt mit einem kräftigen Beben aus Fuzz-geladenem, melodischem Midtempo-Punk, der in etwa eine Mischung aus Guided By Voices in ihrer Mid-Fi-Ära und dem powerpoppigeren Ende des Bevis Frond-Spektrums channelt, ebenso eine vage Spur von Eric’s Trip oder der klassischen Dinosaur Jr.-Ära obendrein im Opener The Picture You Painted, nur um in folgenden Tracks zunehmend und mit voller Absicht den klanglichen Unterbau zu destabilisieren. Ihre Songs und Arrangements irgendwo zwischen den Stühlen von ’80er-’90er Indie- und College Rock, Flying Nun Records-mäßiger Psychedelia und fleißigem C86-Geschrammel gewinnen dabei eine zunehmend rumpelige, surreal vernebelte Qualität, immer in akuter Gefahr beim kleinsten Widerstand in sich zusammenzufallen. Wundersam aber, dass das drohende Damoklesschwert niemals zuschlägt und die Songs jederzeit ihr fragiles Gleichgewicht aufrecht erhalten. Diese unheimliche Fähigkeit stach schon auf dem Vorgänger Hyper At The Gates Of Dawn als ihre spezielle Superkraft hervor und kommt hier sogar noch stärker zum tragen – eine rare Qualität, die ich zuvor etwa in den jetzt auch schon wieder über ein Jahrzehnt alten, frühen Werken von Rat Columns und The Molds wiederfinde und vielleicht auch in den vergleichsweise straighten Psych Pop-Nuggets auf Blank Realm’s 2014er LP Grassed In, mit denen sich dann wiederum der Kreis zu den zuvor erwähnten Flying Nun-Vibes schließt.

Album-Stream →

LÀZ – Lassan Átjáró Zavar

Wie ihr vielleicht schon mal festgestellt habt, habe ich eine ungesunde Gewohnheit ziemlich viele Bands mit Saccharine Trust zu vergleichen, von denen einige vermutlich noch nie Saccharine Trust gehört haben. Nun, hier ist zur Abwechslung mal eine Band, die jenen Einfluss von sich aus in der Bandcamp-Bio in den Raum wirft, erfrischend! Die Musik der Ungarn hält dann auch alles, was sie verspricht auf ihrer Debüt-LP, der auch ein bisschen von einem Anarcho-Geist innewohnt und reichlich Drive Like Jehu-Energie obendrein, ein Hauch von Big Black in Általános Életkrízis Magyarországon und auch glitzernde ’80er Sonic Youth Gitarrentexturen ziehen sich hier durch alles. Desweiteren mag man Vergleiche ziehen zu jüngeren Post Punk-Phänomenen wie Straw Man Army, Marbled Eye, Institute oder Corker und das beste dabei ist, dass ihr Sound sich dabei auf reichlich musikalische Substanz stützen kann, ihre Kompositionen rüttelfest verschweißt sind mit den Mitteln von smartem und belastbarem Songhandwerk.

Album-Stream →

Winston Hytwrs Perfect Harmony – Perfect Harmony

Was für eine mühelos arschtretende Angelegenheit, das neue Tape von Winston Hightower und seiner halbwegs neuen Crew, das vier neue Songs mit den Tunes von der 2023er Debüt-EP kombiniert. Im gleichen Maße abgedreht und antriebsstark, decken diese Songs ein ordentliches Spektrum von Fuzz-verseuchtem Lärm ab, das sich zwischen den Eckpunkten von exzentrischem Garage Punk á la UV Race, Tyvek oder Shark Toys, 2010er (Proto-)Eggpunk-Acts wie Hobocop, frühen Skull Cult und nicht zuletzt jüngeren Risiken der Sorte Print Head, Erik Nervous oder auch der neuesten Billiam 7″ erstreckt. Oder anders ausgedrückt, der Scheiß fluppt!

Album-Stream →

Billiam – The Letter W & The Numeral B

…uuund hier ist die gefühlt hundertste, gewohnt arschtretende Billiam EP und weiß erneut abzuliefern im Dienste des schrullig-eierigen Garage Punk mit vier neuen Songs, die eine gute Balance halten zwischen einem angenehm vertrauten Sound und einer Reihe von schrägen Ideen und unerwarteten Abstechern. Für mich stechen hier besonders die pulsierenden Post Punk-Grooves von Planned Obsolescence heraus, aber auch New Wave ist eine echte Abrissbirne. Essential Feedstock Oils fühlt sich ein bisschen an wie ein willkommener Throwback zu dem ganz frühen Schaffen des Australiers und es ist nicht weniger vergnüglich, wenn er hier Robbie Thunders’ 2023er Instant-Klassiker Houston We Have Rock mit einer angemessen rustikalen Coverversion Tribut zollt.

Album-Stream →

No Peeling – No Peeling

Ausgezeichneter neuer Scheiß, die Debüt-EP dieser Band aus Nottingham, deren Style sich hier im ständigen Fluss befindet und sich schwer auf eine Kategorie festnageln lässt, auch wenn die einzelnen Bestandteile reichlich etabliert sind. Die offensichtlichsten davon sind so Eggpunk-relevante Exzentriker wie Snooper, frühe Skull Cult, Busted Head Racket, Clarko einerseits, aber auch die ungleich roheren Schrägheiten von Warp, Beef oder Scud und nicht zuletzt nähert sich das ganze mehr als nur einmal dem total entgleisten Eklektizismus von Pressure Pin, Checkpoint oder TY an.

Album-Stream →

Mitraille – EP IV

Nichts wirklich neues gibt es zu berichten über die jüngste EP der belgischen Garage Punks. Hier bleiben sie weitgehend ihren Basics treu, was aber auch bedeutet dass es keine negativen Überraschungen gibt wenn sie tun was sie am besten können und absolut treffsicher eine simple aber unverschämt wuchtige Garage-Detonation nach der anderen aus dem Ärmel schütteln, die mich dazu veranlasst einen satanischen Kult zu gründen oder einen Hund zu streicheln oder einen Hippie anzuzünden oder auf Tour zu gehen weil fuck you! Okay, klingt schlüssig, bin dabei.

Album-Stream →

God’s Hand – Remodelled / Gift Of Flowers

Nu das ist ja mal echt ein entzückender Erstling von den Iowa City Punks God’s Hand und ehrlich gesagt ist es mir unbegreiflich wie ich diese 7″ zuerst verpasst habe als sie bereits im Mai dieses Jahres veröffentlicht wurde. Die A-Seite Remodelled fühlt sich fast an wie eine Verschmelzung von so Folk-beeinflussten Post Punk-Acts wie Volcano Suns, Angst, Fire Party oder Sebadoh und vielleicht auch einer Messerspitze Strike Under, mit dem vergleichsweise neuzeitlichen Frühwerk der Woolen Men. Gift Of Flowers bestätigt den Trend, altes mit neuem zu Verbinden und diesmal fühlt es sich an wie eine Fusion des Post Punk und Proto-Postcore von Minutemen, Saccharine Trust, Mission Of Burma und Really Red mit der kontemporären Welle des unterschiedlich stark Anarcho-beeinflussten Post Punk von Bands wie Marbled Eye, Institute, Corker, Sarcasm, Tube Alloys oder Warm Red.