Petty Things – Bored

Petty Things - Bored
Coole Band aus Tempe, Ari­zona. Laut Band­camp-Seite des Labels kön­nen wir bald einen neuen Lang­spie­ler erwar­ten. Da bin ich mal gespannt drauf, denn die­ser Appe­tit­an­re­ger mas­siert schon ziem­lich ange­nehm meine Geschmacks­ner­ven. Ein­mal lau­ni­ger, vom 77er Punk beein­fluss­ter Schram­mel­pop, gefolgt von zwei eher gara­gig ange­hauch­ten Retro-Rockern, zeigt die Band immer ein aus­ge­präg­tes Gespür für ein­gän­gige (Power-)Popmelodien.

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Slippertails – There’s A Disturbing Trend

Slippertails - There's A Disturbing Trend
Ein wahr­haft beun­ru­hi­gen­der Trend ist das: Noi­se­rock ist plötz­lich wie­der en vogue. Eine allzu will­kom­mene Unruhe, die hof­fent­lich bald die ver­schla­fene Indie­szene etwas auf­zu­we­cken ver­mag. Ansons­ten eine ganz ähn­li­che Marsch­rich­tung wie die ges­tern ver­han­del­ten Grass Is Green, minus Blatt­ge­wächs, Mathe­ma­tik und Post­zeugs; plus Mee­res­früchte, grad­li­nige Song­struk­tu­ren, Mel­vins-arti­ges Geriffe und kap­put-melo­di­sche Son­ge­skiz­zen á la Pixies, Cho­ke­bore oder Gui­ded by Voices. Geht run­ter wie ’ne abge­lau­fene Dose Karls­quell.

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Grass Is Green – Vacation Vinny

Grass Is Green - Vacation Vinny
Gras der einen oder ande­ren Sorte scheint hier das Thema der Woche zu wer­den (siehe letz­ter Bei­trag). Außer­dem scheint das 90er Indie­rock Revi­val in die­sem Jahr sei­nen vor­läu­fi­gen Höhe­punkt errei­chen, ange­sichts des Erfol­ges von Speedy Ortiz und Kon­sor­ten. Ist natür­lich schön, mal etwas ande­res zu hören als seich­tes Folk-Gesäu­sel und über­zu­cker­tes Syn­th­pop-Geplu­cker, aber auf Dauer würde ich mich doch mal wie­der über etwas mehr vor­wärts-den­ken­den Krach freuen. Naja, genie­ßen wie es, bevor der aktu­elle Trend mal wie­der zum Hals her­aus hängt.
Die aktu­ellste Wort­mel­dung aus die­ser Ecke kommt von Grass Is Green aus Bos­ton. Die spie­len sehr gekonn­ten Noi­se­rock mit kla­ren Post-Irgend­was und Math­rock Ein­flüs­sen, zum Bei­spiel der Marke Polvo, Shel­lac oder Cha­vez. Aber auch Indie­klas­si­sche zwi­schen­töne á la Sebadoh oder Pave­ment kom­men vor. Wie meis­tens eine sehr ange­nehme Zeit­reise aber: Bitte, bitte, liebe Indie­bands von heute, wenn ihr die Basics des Lär­mens wie­der etwas auf­ge­frischt habt, schielt doch mal wie­der etwas in Rich­tung Zukunft, ok?

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Blank Realm – Grassed In

Blank Realm - Grassed In
Sieht lang­sam so aus als wäre das doofe Win­ter­loch rund um den inter­na­tio­na­len Tag des Kon­sums über­stan­den, für die nächs­ten Tage und Wochen kün­di­gen sich die ers­ten ernst­zu­neh­men­den Neu­ver­öf­fent­li­chun­gen des Jah­res an. Und Blank Realm aus Bris­bane, Aus­tra­lien star­ten gleich mit einem ers­ten Knal­ler ins neue Jahr.
Leg­ten sie es auf ihren bis­he­ri­gen Alben noch eher auf die klang­li­che Über­wäl­ti­gung des Hörers an, haben sie für ihre neue Platte ihr Spiel­zim­mer ein wenig auf­ge­räumt und es geht mit einem ent­schlack­ten Sound deut­lich fokus­sier­ter zu.
Durch­setzt von 60er/​70er Power­pop, Hyp­no­ti­schen Psy­che­de­lic-Jams und schram­me­li­gem, C86-beein­fluss­tem Früh­neun­zi­ger-Indie­pop, der auch der Neu­see­län­di­schen Fly­ing Nun-Con­nec­tion ent­stam­men könnte, haben die eher mini­ma­lis­ti­schen Song­kon­strukte hier alle Zeit der Welt um ihre hyp­no­ti­sche Wir­kung zu ent­fal­ten; kein Song ist hier unter vier Minu­ten. Dank her­vor­ra­gen­der Song­wri­ting-Qua­li­tä­ten wirkt das ganze aber kei­nes­falls red­un­dant oder über­flüs­sig aus­ufernd, son­dern die Songs neh­men sich ein­fach die Zeit die sie brau­chen um so rich­tig zu kli­cken.

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Zebra Hunt – Only Way Out/​Get Along 7″ & Beaches Ep

Zebra Hunt - Only Way Out/Get Along 7" & Beaches Ep
Zebra Hunt - Only Way Out/Get Along 7" & Beaches Ep
Power­Pop-/Ga­ra­gen­rock­band aus Seat­tle. Haben im laufe des letz­ten Jah­res zwei sehr spa­ßige Kurz­spie­ler raus­ge­hauen. Ent­spann­tes, an The Clean erin­nern­des Geschram­mel und zwi­schen­durch auch mal etwas trei­ben­dere Rocker. Runde Sache (wie Plat­ten es halt so sind).


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The Love Triangle – Clever Clever

The Love Triangle - Clever Clever
Buz­z­cocks las­sen grü­ßen. Trei­ben­der, flot­ter 77er Punk mit leich­ter Gara­gen-Kante aus UK, genaue­res finde ich auf die Schnelle lei­der nicht raus. Gibt sonst nicht viel zu sagen, außer dass es halt sehr geil ist. Erfin­det das Rad natür­lich nicht neu, aber wer dem Genre etwas abge­win­nen kann bekommt eine halbe Stunde schnel­len, melo­di­schen Spaß gebo­ten.
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Wild Moth – Over, Again

Wild Moth - Over, Again
Wooooow… Wie konnte das pas­sie­ren, dass ich diese im Herbst erschie­nene Platte so lange über­se­hen habe? Ver­mut­lich ist eine gewisse Über­sät­tin­gung an Shoegaze-beein­fluss­ten Bands daran schuld, dass ich Wild Moth vor­erst zu igno­rie­ren ver­sucht hab. Aber das hier ist eine der bes­ten Rock­plat­ten des letz­ten Jah­res, zwei­fel­los. Man hört hier: Trei­ben­den Post­punk & Noise Rock à la frühe Trail of Dead, Dino­saur Jr-artige Rif­f­at­ta­cken, voll­kom­men unpein­li­che Emo-Ein­flüsse, die eher der frü­hen, dem (Post-)Hardcore noch näher ste­hen­den Schule ent­stam­men. Die Shoegaze-Ele­mente hatte ich ja bereits erwähnt. Auch die sind eher auf der kra­chi­gen Seite des Gen­res ange­sie­delt, also eher so Swer­ve­d­ri­ver oder Bail­ter­space. Und die her­vor­ra­gen­den Songs wis­sen emo­tio­nal zu bewe­gen, was in die­sen Zei­ten echt ’ne Aus­zeich­nung ist, in denen ähn­li­che Bands eher einen auf abs­trakt und distan­ziert machen, als ob sie stän­dig unter dem Ein­fluss der fal­schen Tablet­ten stän­den. Das hier ist Musik, die mit bei­den Füßen in der Rea­li­tät steht und offen­sicht­lich gar kei­nen Bedarf an der Genre-übli­chen Ver­ne­be­lung sieht.
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Autistic Youth – Nonage

Autistic Youth - Nonage
Band aus Port­land, spielt melo­disch-melan­cho­li­schen, aber immer trei­ben­den Punk­rock. Fühle mich oft an Wipers oder Hot Snakes erin­nert. Außer­dem denke da noch an irgend­eine eher aktu­elle Band, mir fällt aber um’s ver­re­cken gerade nicht ein wel­che, ver­dammt! Das kommt davon, wenn man zu viel Musik auf ein­mal hört. Ent­fernt kön­nen viel­leicht Red Dons als Ver­gleich her­hal­ten oder Youth Avo­i­ders in lang­sa­mer.
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Dead Waves – Take Me Away EP

Dead Waves - Take Me Away EP
Ganz schö­ner Fahrt­wind kommt einem da ent­ge­gen auf der zwei­ten EP des New Yor­ker Trios. Grungi­ger Noise Rock, der es gerne ein­fach hält, dies aber durch seine gewal­tige Inten­si­tät bes­tens aus­gleicht. Ober­fläch­lich betrach­tet fällt natür­lich zuerst das Mark-und-Bein-erschüt­ternde Gesangs­or­gan des Sän­gers auf, das durch­aus an einen gewis­sen toten blon­den Sän­ger erin­nert. Auch der erste Track hätte durch­aus auf eine nicht ganz unbakannte Platte namens Bleach gepasst, aber mit den fol­gen­den fünf Songs fan­gen die Jungs dann doch an, aus einer etwas brei­te­ren Palette von Ein­flüs­sen zu schöp­fen. Das wären zum Bei­spiel Mel­vins, The Jesus and Mary Chain und Pixies. Das alles auf elf gedreht und fer­tig ist das wuch­tige Unge­tüm einer Platte. Hät­ten bestimmt mehr Leute mit­be­kom­men, wenn das Ding nicht im Dezem­ber erschie­nen wäre, also genau wenn alle Blogs und Maga­zine mit dem pos­ten ätzen­der Weih­nachts­lie­der und dem kom­pi­lie­ren über­flüs­si­ger Jah­res­end­lis­ten (mal ehr­lich, wer braucht denn noch eine davon?) blo­ckiert sind. Aber so kann das Musik­jahr 2014 gerne wei­ter­ge­hen. Es ist wirk­lich an der Zeit die ver­schla­fene Szene rund um das, was wir mal Indie Rock (R.I.P.) nann­ten, ein wenig wach zu schreien.
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Big French – Downtown Runnin

Big French - Downtown Runnin
Ganz kru­des Zeug von die­ser New Yor­ker Band. Zach Phil­lips von Blan­che Blan­che Blan­che ist mit an Bord, und wer mit des­sen Haupt­pro­jekt ver­traut ist weiß jetzt schon, dass er sich über gar nix wun­dern darf. Hier haben wir eine Platte vol­ler psy­che­de­li­schem Pro­gres­sive-Glam-Punk-Noise-Post-Pop-irgend­was. Yep. So als hät­ten sich frühe Gui­ded By Voices beim jam­men zu viel LSD ins Bier gekippt und dabei Helium geat­met, das würde den durch­ge­hen­den Fal­sett­ge­sang erklä­ren. Zer­fah­rene, chao­ti­sche drei­ßig Minu­ten, auf­ge­teilt in 18 kurze Song­skiz­zen und durch­drun­gen von vie­len mit­rei­ßen­den Pop­mo­men­ten. Und bevor man seine her­un­ter­ge­fal­lene Kinn­lade wie­der unter Kon­trolle hat, ist der Spuk auch schon wie­der vor­bei.

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