Paul Jacobs – I Need a Place to Keep My Stuff

Paul Jacobs - I Need a Place to Keep My Stuff

Bun­des­amt für Rock und Roll
Abtei­lung Finan­zen
Im Pre­ka­riat 23
66677 Unter­grund

Es tut uns Leid ihnen mit­tei­len zu müs­sen dass Gara­gen­duos für uns nicht wei­ter trag­bar sind. Wir alle müs­sen bis auf wei­te­res den Gür­tel etwas enger schnal­len. Nach sorg­fäl­ti­ger Prü­fung der ange­spann­ten Finanz­lage von Sei­ten der Buch­hal­tung kamen wir zu dem Ent­schluss, dass zwei Musi­ker einer zu viel sind und eine Per­son mehr als aus­reicht, eine ver­gleich­bare Kra­wall­leis­tung zu erbrin­gen. Mit Sicher­heit haben sie dafür Ver­ständ­nis und zei­gen sich ebenso bereit einen Groß­teil ihres Drum­kits zu ver­äu­ßern, das Zeug brau­chen sie jetzt ja eh nicht mehr. Der Sze­ne­be­triebs­rat hat die­ser Ent­schei­dung bereits zuge­stimmt.

Mit freund­li­chen Grü­ßen,
Rai­ner Sach­zwang


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Silver Screams – Creep Joint Scratch

Silver Screams - Creep Joint Scratch
Schön ein­gän­gig vor sich hin­riff­en­der Punk­rock aus Bos­ton, der auf der musi­ka­li­schen Land­karte irgendwo in der Nähe von Radio Bird­man oder Wipers plat­ziert und gele­gent­lich auch noch Platz hat für leicht Fugazi-eske Figu­ren und an Hüs­ker Dü erin­nernde Har­mo­nien. Drückt bei mir genau die rich­ti­gen Knöpfe.

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Contrast – Less Than Zero EP

Contrast - Less Than Zero EP
Schön old­schoo­li­ges Shoegaze-Zeugs aus Mel­bourne. Der kon­stante Mikro-Hype um das alt­her­ge­brachte Genre scheint ja lang­sam nach­zu­las­sen; ent­spre­chend ver­flüch­ti­gen sich meine Über­sät­ti­gungs­er­schei­nun­gen und ich hab zuneh­mend auch wie­der Bock mir sowas rein zu tun. Und diese EP ist ein aus­ge­zeich­ne­ter, wenn auch eher kon­ser­va­ti­ver Gen­re­bei­trag, der mich mal wie­der daran erin­nert, warum ich der­ar­tige Musik so mag. Hatte ich schon fast ver­ges­sen.

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Watery Love – Decorative Feeding

Watery Love - Decorative Feeding
Grob­mo­to­ri­scher, zeit­weise mono­ton vor sich hin schred­dern­der Gara­gen- und Noi­se­punk aus Phil­adel­phia, wie er kru­der kaum geht. Trotz­dem uner­war­tet mit­rei­ßend und ein­gän­gig, wenn man sowas ab kann. Könnte Freun­den von so unter­schied­li­chen Bands wie Soup­cans, Dest­ruc­tion Unit, Strange Attrac­tor oder Ex-Cult gut gefal­len.

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Jesuslesfilles – Le grain d’or

Jesuslesfilles - Le grain d'or
Sau­mä­ßig Ran­dale machen Jesus­les­fil­les aus Mont­real mit ihrem super­ein­gän­gi­gen Gara­gen-Post-Punk, auf­ge­lo­ckert durch gele­gent­li­che Spu­ren von Surf­rock. Ist mir eigent­lich scheiß­egal wor­über die sin­gen (ich ver­stehe viel­leicht fünf Worte Fran­zö­sisch). Wenn jemand der­art gekonnt den Putz von der Decke haut bin ich sofort ange­nehm betäubt, dank der uni­ver­sel­len Spra­che des Rock’n’Roll.


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Tape/​Off – Chipper

Tape/Off - ChipperDass lang­jäh­rige Musik­blog­ger ihre eige­nen Labels star­ten ist ja kein neues Phä­no­men und gehört inzwi­schen wohl eher schon zum guten Ton. Aber wenige schei­nen das so ernst zu mei­nen wie Onkel Masala (nicht sein ech­ter Name) von der aus­tra­li­schen Blog­in­sti­tu­tion (naja, in einer gerech­te­ren Welt…) Sonic Masala. Kata­lo­gnum­mer 3 ist erwar­tungs­ge­mäß wie­der ein wun­der­vol­les Album, viel­leicht die schönste Ver­öf­fent­li­chung bis­her.
Tape/​Off aus Bris­bane spie­len diese Art von in den 90ern geer­de­tem Indie­rock, der spür­bar Her­zens­sa­che ist und sich deut­lich von der gegen­wer­ti­gen Schwemme an ach-so-coo­len Bands abhebt, denen es reicht sich in eine medi­en­wirk­same aber ober­fläch­li­che Sla­cker-Pose zu wer­fen. Sie spie­len ganz offen­sicht­lich nicht ein­fach ihre Ein­flüsse nach, son­dern haben sie sich ein­ver­leibt, zu eigen gemacht und gelernt sich in die­ser Spra­che aus­zu­drü­cken. Es ist ja ganz offen­sicht­lich nicht so schwer, einer Lieb­lings­band von damals ähn­lich zu klin­gen. Dabei aber einen eige­nen Aus­druck zu fin­den, etwas neues und sehr per­sön­li­ches damit zu kom­mu­ni­zie­ren, bleibt weni­gen Musi­kern vor­be­hal­ten. Diese Platte aber schafft es, zu mir mit einer eige­nen Stimme zu reden.
Das Album ist lose inspi­riert von ihrer Hei­mat­stadt, und tat­säch­lich klingt es wie eine die­ser Plat­ten, die nur an einem bestimm­ten Ort ent­ste­hen kön­nen und ein gutes Stück der dor­ti­gen Atmo­sphäre und dem Geist ihrer Bewoh­ner zu trans­por­tie­ren weiß. Behaup­tet zumin­dest eine alte Couch­kar­tof­fel wie ich, die nicht beson­ders viel in der Welt rum­ge­kom­men ist.
Musi­ka­lisch sind da die bekann­ten Ein­flüsse im Spiel. Archers of Loaf, Pave­ment und Sebadoh sind da mal wie­der zu nen­nen und – so müde ich auch bin, das zu jeder zwei­ten Band zu sagen – Sonic Youth haben natür­lich ihre Fin­ger im Spiel. In ihren lär­men­de­ren Momen­ten (davon gibt es hier mehr als genug) könnte man Solids als etwas aktu­el­lere Refe­renz anfüh­ren.


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Nowhere – Cancer

Nowhere - Cancer
Wie vor­ges­tern im Fall Hys­te­rese haben wir es hier schon wie­der mit einer deut­schen in Deutsch­land ansäs­si­gen Band (die drei Neu­see­län­der haben’s sich der­zeit in Ber­lin gemüt­lich gemacht) zu tun, die dem alten lang­sam inkon­ti­nent wer­den­den Arsch­loch namens Punk­rock nicht nur dank her­vor­ra­gen­der Song­wri­ting-Qua­li­tä­ten noch­mal etwas Leben ein­zu­hau­chen ver­mag, son­dern dem gan­zen auch noch ihren ganz eige­nen per­sön­li­chen Stem­pel auf­zu­drü­cken weiß. Das erin­nert mich mehr als ein­mal an die groß­ar­ti­gen Lea­ther­face in ihren der­be­ren Momen­ten, aber auch eine aus­ge­prägte blue­sig-coun­try­fi­zierte Kante ist vor­han­den, die sie nicht unbe­dingt musi­ka­lisch, aber doch im Geiste etwas näher an The Gun Club rückt.


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Champion Lover – Champion Lover

Champion Lover - Champion Lover
Diese Noi­se­punk-Combo aus Toronto lärmt ein biss­chen so als hät­ten die Nach­barn von METZ ihre ato­na­len Bestra­fungs­riffs durch eine gute Dosis doo­mi­gen Rock’n’Roll á la Dest­ruc­tion Unit ersetzt. Geht nach vorne wie Sau, ist dabei aber eben auch durch­aus eigän­gig und unter der rau­hen Ober­flä­che ver­birgt sich so die eine oder andere Melo­die, die einem nicht mehr aus dem Kopf will. Auch Sonic Youth-artige Har­mo­nien und Noi­se­at­ta­cken sind mit an Bord, ange­rei­chert um sub­tile Psych-Ein­flüsse. Die der­zei­tige Welle düs­te­rer Post­punk-Kapel­len wie etwa Lower wären auch kein ganz fal­scher Ver­gleich.


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Hysterese – Hysterese

Hysterese - Hysterese
Her­vor­ra­gen­des Punk­ge­döns der schnör­kel­lo­sen und melo­di­schen Mach­art von die­ser Band aus Tübin­gen, der bestimmt das Rad nicht neu erfin­det, einem dafür aber auf der­art hohem Niveau zehn vor­wärts stür­mende, ein­gän­gige Hym­nen um die Ohren haut, dass jeg­li­che Kri­tik ver­schämt in der geball­ten Faust dahin­sie­chen muss. Könnte Freunde aktu­el­ler Kra­wall­ma­cher wie etwa Autis­tic Youth sehr glück­lich machen. Die Platte über­zeugt von vorn bis hin­ten ohne nen­nens­werte Schwach­punkte. Erin­nert ihr euch noch an Punk­rock? So geht das rich­tig.


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What Moon Things – What Moon Things

What Moon Things - What Moon Things
Wow. Schwer zu grei­fen­des, wahn­sin­nig ambi­tio­nier­tes Debüt die­ser Band aus New Paltz im Bun­des­staat New York. Die mög­li­chen Refe­ren­zen auf­zu­zäh­len würde den Rah­men spren­gen, aber beson­ders oft fühle ich mich an den epi­schen Post-Emo alter App­le­seed Cast-Plat­ten erin­nert und The Cures trau­ri­ger Pop-Mei­len­stein Dis­in­te­gra­tion scheint immer wie­der durch. Auch Cho­ke­bore oder Cur­sive zu Ugly Organ-Zei­ten sind da zu nen­nen. Das alles wird dann zusam­men­ge­hal­ten von einem Sän­ger, des­sen Organ wie eine Kreu­zung aus Greg Dulli und Chino Moreno klingt. Die Band des Letz­te­ren könnte auch durch­aus ähn­lich klin­gen, wenn sie mal den Mosh­fak­tor grös­ten­teils aus­ra­die­ren würde. Trotz der ver­ein­nah­men­den Düs­ter­nis der Platte und des eher schlep­pen­den Tem­pos hat fast jeder Song hier einen selt­sam Hym­ni­schen Cha­rak­ter, eine wei­tere Qua­li­tät, die sie mit genann­ten Bands gemein haben.


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