War ihr selbstbetiteltes 2018er Debüt wohl ihre verspielteste und die darauf folgende Bug-EP ihre kompromissloseste Platte, so präsentiert ihre kürzlich via adagio830 erschienene zweite LP ganz klar einige der bislang präzisesten, schnörkellosesten und doch unverschämt ausgefuchsten Songkonstrukte der Berliner. Wie gehabt erinnert mich das an so viele herausragende Genre-Mitstreiter inner- und außerhalb Berlins. Etwa an Negative Space, Pretty Hurts, Rank/Xerox, Diät, Public Eye, Exit Group, Nag… die Liste könnte ewig so weitergehen. In anderen Worten: Erstklassiger Scheiß!
Full Toilet Taco Has Her Say (ft. Taco) Easy Ego I'm The Best Satanic Togas Strange Attraction Dog Date High Beams Chubby and the Gang Lightning Don't Strike Twice Anxious Pleasers Errand Boy The Gobs 2083 Ad Zoids Running Man Maske Schießgewehr Big Chungus A Real Kick In The Sax Dee Bee Rich Destroy Die A.R.D. Biathlon Mainframe RIP Egg Idiot Where Are My Bugs Pizza Boys (This Is) Pizza Power Mesh Company Jeep Neighborhood Brats All Nazis Must Die
Seite B
Tracklist:
Detestados Corona Kerø Frustrated Youth Illiterates Urban Hillbilly Cutters Australian War Crimes Distancia Estados Seurat Maailmanloppu alkaa Oulusta Las Hiedras Piña Fugitive Bubble Grotesque QB Поток The Worm Reducer The One To Me Trzpiot Chyba Ty John (Timestwo) A Song For Those Who Speed In Built-Up Areas Needles//Pins The Tyranny of Comforts Vaguess GueSt List to Heaven Dumbells Clear UV-TV Distant Lullaby
In einer sowieso schon stark eiermäßig geprägten Woche bleibt mir zu dieser Debüt-EP nur zu sagen, dass die gegenwärtige Eierkopp-Revolution jetzt offenbar auch in Chile erste Chapter eröffnet und das alleine macht mich schon ausgesprochen glücklich. Es schadet natürlich auch nicht, dass es sich gleich in so einer schicken kleinen Spaßkanone von einer Platte manifestiert.
Und noch eine Goodbye Boozy 7", diesmal von einem Trio dessen Lineup für den eingeweihten Garage-, Synth und Eggpunk-Kenner einem feuchten Fiebertraum gleichkommt mit Verbindungen etwa zu Skull Cult und dem halben Warttman-Imperium. Das Resultat ist minimal überraschend aber maximal überzeugend.
Wo ich gerade eh schon des dunklen Fürsten liebste Kleidungsartikel anspreche… die Typen bestreiten gerade die Hälfte einer tollen Split 7" auf Goodbye Boozy und liefern darauf zwei kurze und treffsichere Knaller ab, wobei Strange Attraction einen deutlichen Buck Biloxi & The Fucks Vibe verströmt. Die Zoids-Seite weiß das perfekt zu ergänzen und schlägt weitgehend in eine ähnliche Kerbe mit einem schön geradeaus rockenden Einstieg, gefolgt von einem ungleich schrägeren, aber nicht weniger vergnüglichen Song.
Meine fein abgestimmten Anomalie-Detektoren weisen auf verdächtige Eierkopf-Aktivität in Belgien hin, ausgehend von einer Ein-Mann-Band aus Brüssel. Und was für ein netter kleiner Klumpen aus Qualitätslärm das doch geworden ist. Freunde von Bands wie Warm Exit, Set-Top Box, R.M.F.C. oder Satanic Togas, frohlocket! Obendrein hat das noch einen unterschwlligen Kerker-Geruch und in Horse Power rutscht doch tatsächlich ein unerwarteter Spray Paint-goes-Garage Punk Vibe durch.
Es scheint als hätte die zweite LP dieser Band aus Austin, Texas jetzt schon eine ganze Weile auf ihrer Bandcamp-Seite weitgehend unbemerkt vor sich hin gegammelt. Das muss sich jetzt ändern. Die Platte beginnt nicht ganz unähnlich zum melodischem Garage Punk und Powerpop etwa von Vaguess oder den Booji Boys, bewegt sich anschließend aber eher durch diverse Iterationen eines leicht KBD-mäßigen, irgendwo zwischen Garage und Hardcore sitzenden Sounds im Umfeld von Launcher, Liquid Assets, Fried Egg oder Freakees… und gelegentlich auch mit einem subtilen Gun Club-Vibe. Außerdem gibt es noch eine wunderbar chaotische Coverversion von Minutemen's Corona, die kein bisschen saugt. So, und jetzt geht bitte alle auf deren Bandcamp auf dass sie reich und berühmt werden!
Ein weiteres vorzügliches Überbleibsel aus der letzten Woche ist diese Debüt-EP einer australischen Band mit vier geradezu perfekten Hardcore-meets-Garage Punk-Knallkörpern, wobei das einfache und ziemlich unsubtile Frustrated Youth nicht weniger als eine absolut zeitlose Hymne abgibt. Zwangsläufig erinnert mich das an Cement Shoes und im geringeren Maß auch an frühere Electric Chair, Chainshot oder Exxon.
Einer meiner liebsten unidentifizierten Berliner Krachverchecker hat mal wieder etwas Zeug aufgenommen. Seid hingerissen von vier neuen, gleichermaßen straighten wie verspielten Lo-Fi Garage- und Post Punk Jams.