In den letzten drei Jahren waren Sprgrs aus Granada, Spanien eine konstante Präsenz im oberen Mittelfeld der kontemporären Eggpunk-Szene und scheinen mit diesem Status auch weiterhin durchaus glücklich zu sein als eine Band, die grundlegende Zutaten des Genres in routiniertem Handwerk konsistent aufbereitet. Offenbar sind sie gekommen um zu bleiben und mir passt es sowas von in den Kram wenn sie uns noch länger damit beglücken, auch wenn der Tag vielleicht nie kommen mag, an dem sie die Limitierungen und Konventionen des Genres transzendieren. Kein Feinschmeckertum also sondern mehr eine Platte der Sorte Hamburger-und-Pommes und manchmal ist solches Junk Food auch einfach genau was die hungrige Seele zum überleben braucht.
Die 2023er Mini-LP dieser Australier war ja schon ein randvolles Fass des ziemlich abgedrehten Dungeon- und Fantasy-vernarrten Spaßes und ihr neuester Langspieler ist sogar ein noch mal stärkeres Paket von Schädelspalter-Tunes aus Elementen von Garage-, Synth- und Post Punk, der gleich vom Start weg mit einem deutlichen Flavor von älterer Useless Eaters- und Ausmuteants-Action verzückt im Opener Pillager, dann erweitert um einen Hauch von Psych-/Acid Punk á la Pow! in Moneyman, während Big Hat – eins von zwei hier vertretenen Überbleibseln der 2021er Mammon Machine EP – einen starken Strange Attractor-Vibe versprüht und Dopaminer glaubhaft als ein ausgesprochen starker Why Bother?-Song durchgehen könnte. Desweiteren denke ich mal dass auch Freunde von solchen Dungeon-lastigen Chaoten wie Curta’n Wall oder den Osloer Eggpunks Molbo sich mit dieser Platte einen ordentlichen neuen Kick verpassen können.
Diese Woche bietet sich gut an für Punks um die innere Basic Bitch raushängen zu lassen, werden doch ganze drei von den vier Platten die ich hier poste ganz gewiss keine Preise für Innovation und Originalität gewinnen aber gleichen das mal sowas von aus mit den Mitteln schierer Songwriting-Kompetenz und entschlossen durchschlagender Performences. So ist das auch der Fall mit der neuesten Citric Dummies LP (die ist natürlich mal wieder genau so wenig eine Split-LP wie Zen and the Arcade of Beating Your Ass eine Hüsker Dü-Platte war oder Die Nasty etwas mit Rikk Agnew zu tun hatte), die ihre erprobte Formel aus einem Arsch voll Dead Boys-Energie mit einem starken Rocket From The Tombs- und Death-informierten Proto Punk-Beigeschmack verfeinert und gemeinsam mit ein bisschen prä-Rollins Black Flag und Bad Brains-mäßigem, frühem Hardcore Punk zu einem hochentflammbaren Cocktail destilliert, das bei all dem Retro-Namedropping dennoch seltsam im hier und jetzt verankert scheint.
Fuck yeah es gibt eine neue Imploders-Platte zu bestaunen, die wie gewohnt so ziemlich frei von Überraschungen aber auch frei von Enttäuschungen ist. Wie zuvor scheint sich ihr sound zu 99% auf Hardcore-Tropes und -Versatzstücke zu Stützen die allerspätestens… sagen wir mal so 1983, bereits fest zum Genre-Vokabular gehörten. Der Scheiß funktioniert weil die Band aus Toronto nach wie vor etwas davon verstehen, ausgesprochen eingängige und robust gebaute Tunes aus dem Ärmel zu zaubern, sicher ins Ziel gehämmert von einer explosiven Präzisionsattacke.
Wie schon auf ihren bisherigen zweieinhalb EPs fackelt die Band aus Denver, Colorado hier nicht lange rum und verlässt sich auf ihre Kernkompetenzen in Form von schnörkellos geradeaus gehendem, Noise-versifftem Garage Punk, der jedes mal zuverlässig den Nagel auf den Kopf trifft in diesen neun Songs, zu denen auch Bewunderer von so Scheiß á la Buck Biloxi, Sick Thoughts, The Dirts oder Bart and the Brats mit Sicherheit zustimmend nicken und wippen werden.
Oh wow, jetzt bitte mal alle der großen runden Zahl huldigen! Jetzt mal besser nicht abstinken. Mann ich saug so derbe wenn es darum geht, Anlässe angemessen zu feiern. Erinnert ihr euch noch an’s Zehnjährige von diesem Blog? Nein, natürlich nicht, denn ich hab es seinerzeit in 2023 selbst verschlafen. Jetzt ist 12XU also 100 Mischkassetten alt und als minimale Geste (erwartet ja nichts extravagantes, ich bin immer noch mein träges altes ich) hab ich mal die schniekeste Flohmarktkassette aus meiner Grabbelkiste gepickt, die ich finden konnte um am Ende doch mal rauszufinden, was eigentlich der ganze Rummel um jene sagenumwobenen “superferrics” zu bedeuten hatte. Stellt sich heraus: Die Dinger haben ‘nen ganz beachtlichen Punch und klingen auch sonst saumäßig gut und ich vergesse alles was ich über Type 1 zu wissen glaubte.. War’s den damaligen Aufpreis wert? Findet’s selbst raus!
Tracklist
Cool Guy Club Rocking (Undercover) Screen Star Cop City Sonic Youth Of Today Vacaciones Por El Adriático Thyroids King Of Rock And Roll Gnats Generator Sistema De Entretenimiento Basura Espacial Snarewaves Wretched Lil Mf Cluttered Grotto Flea Bites Scrawlers Slopworld (And I’m Livin’ In It) Jacket Burner Don’t Wanna Know Bart and the Brats Lab Rat Smashing Time Mental Oppression Daruk Patkánycsapda No Lines G.R.S.G
Luxury Apartments Troubling Time Sweet Fantasy Wife Material JJ and the A’s Fool’s Gold Silo Kids Silo Kids Lowballer Volvo 240 Wagon Total Con Kill The Rat Save Our Children Ragged Company Maced Fuck The World NOHZ DPDR Jailbird O.T.D. Stunted Youth New Sensations Stabber Repeat Offender Tape Prns G.A.Z.E Fighting Mind
Tracklist
eX-Tradition Adipocere / Obsidian Silence Favoured State I’ll Finish It Applejuice Lovestreamz Outside View Expectations Why Bother? Indoctrination Butter Swamp Poltergeist Bee Bee Sea Keep It Cool Technopolice People Power Pants Rockin’ In The Streets High Heels Help Me Find The Graves Choque Pensamientos Suicidas
Snooper Come Together Loitering Trash EZ8 Right Behind You Heather the Jerk Lie Detector Future Fix Important To Me Split System Pull The Trigger Night Talkers Out Into The Night Sex Mex Dragging Me Around Durs Cœurs L’épée De Damoclès Fuller The Nix