Speccy – Speccy 2

Aus einzelnen euphorischen Reaktionen zu den bisherigen Shows dieser Band aus Melbourne und dem etwas unterwältigenden Eindruck, den ihre 2024er Debüt-EP auf mich gemacht hat schließe ich mal, dass sich die Band bislang etwas schwer damit tat, ihren Live-Sound überueugend in eine Tonkonserve zu übersetzen. Nun, ich kann nicht behaupten, dass das noch ein nennenswertes Problem wäre auf auf ihrer neuen Mini-LP, die ihren glitzernden Sound in einem durchweg angemesseneren Licht präsentiert. Jener erinnert mich ein wenig an den psychedelischen, unterschiedlich Surf-infizierten Garagenrock von Crystal Stilts und Disappears, vermischt mit einer Note von frühen No Age und vielleicht auch alten White Fence ebenso wie den exzentrisch-monotonen Fuzz-Eskapaden von City Yelps und der sphärischen, abstrakten Post Punk-Melancholie von Kitchen’s Floor oder Mother’s Milk… Eine quirlige Mischung, das ist klar, aber das Zeug funktioniert hier ganz vortrefflich und selbst wenn sich die Band im langsamen Mittelteil der Platte in die akute Gefahrenzone begibt, den Bogen ihrer luftigsten Qualitäten zu überspannen, geht die Wette auf von einer Klangstruktur, die ich auf den ersten Blick doch als schwer Einsturzgefährdet einordnen würde.

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Sonic Youth Of Today – SYT 2

Nur wenige Wochen nach ihrem Debüt nimmt die zweite EP vom neuen Synth Punk-Projekt des Beta Máximo-Typen die Fäden genau da wieder da auf, wo der Vorgänger aufhörte und dennoch sind da ein paar nette Überraschungen und Experimente an Bord, die wir bisher so noch nicht von ihm gehört haben wie etwa die luftigen Synth-Polyrhytmen in den Strophen von El Fin De Los Dias, die SYT von ihrer nebulösesten, ungreifbarsten Seite zeigen, nur um dann im Chorus nahtlos in einen ihrer unmittelbar eingängigsten Momente überzugehen.

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Blue Zero – Confusion

Ich konnte mich nicht so ganz erwärmen für die letztjährige Debüt-LP dieser Band, die zu ihren Mitgliedern unter anderem auch Chris Natividad von Marbled Eye und Public Interest zählt, denn jene kam mir in weiten Teilen doch einfach noch etwas zu nebelig, überstrapaziert und unterentwickelt rüber in einer Ära in welcher diese Attribute doch fast schon das bestimmende Symptom für den etwas traurigen, weitgehend ideenlosen Zustand der jüngsten Welle von Shoegaze-Bands geworden sind. Nun, auf ihrer neuesten EP trifft das glücklicherweise so gar nicht mehr zu, auf welcher sie die Kanten ihres Sounds ordentlich geschärft und die strukturelle Integrität ihres Sounds empfindlich verstärkt haben. Hab ich vorhin Shoegaze gesagt? Jau, in der Tat. Mit dem verträumten bis kantigen Post Punk von Marbled Eye hat das hier bestenfalls sekundär etwas gemeinsam. Vielmehr channeln Blue Zero hier eine gewissen Strömung vom ausgesprochen geradlinig und direkt agierenden Ende des alten Shoegaze-Spektrums, bezüglich dessen mir in erster Linie so Bands wie Swervedriver, Bailterspace, Pale Saints and frühe Ride in den Sinn kommen.

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Industry – War On The Poor

Industry erscheint am 13- November auf La Vida Es Un Mus Discos

Sub Rosa – Diamond

Lux erscheint am 18. November auf Rad Girlfriend Records.

Tendinite – Evid(off)ence

The Great Depression erscheint am 12. Dezember auf The Ghost Is Clear Records.

Burning Wind – Hellbound

Hellbound erscheint am 14. Dezember.

Gnats – In My City

Verspannungskassette #101 (C-60)

Tracklist

Unsubscriber Hallways
Midwestern Medicine Credit Line
Sunny Bear Forest Police Kar
Twisted Teens Pack Of Jokers
Imploders Bloodstains On The Big Screen
Oolskunrahod Vengador
Active Service Shoot First
Stupid World Poor & Divided
Citric Dummies Grant Richardson’s Burning Wreckage Welcome Home
Gare Du Nord The Flame
No Time State Execution
Gnats In My City
Завірюга Гулять
Snarewaves Poltergeist
Sprgrs Me Han Robado Otra Vez
Speed Week Tragic Creature
Cheap Fix Soul Tune
Gus Baldwin Cherrywood
Gold Cup The Piss Has Been Taken

Tracklist

Liiek Myth
TGRX Regulated
Glueman Disposer
Baby Tyler The Pressure
Gonies Circuit Fatigue
Sklitakling De stopper ikkje
Perfil Bajo No cuela
Liquid Cross Don’t Think
Teenage Tom Petties Teenage Thin Lizzies
Missed Cues Like I Was Nothing
Greg Wheeler and the Poly Mall Cops Violent Hues
Power Pants I’m Not The Best
The Smarthearts One on One
Minot Walls

Liiek – Living In A Fiction

Nachdem ihre vorherige LP, wenngleich auch schon verdammt gut, zweitweise noch ein bisschen klang wie stereotypischer Berliner Post Punk auf Autopilot, erweitert ihr zweites (oder auch ihr drittes, je nachdem welche Spielzeit man persönlich als eine LP definiert) Album ganz beachtlich ihre stilistische Bandbreite und fühlt sich im direkten Vergleich durchweg sorgfältiger konstruiert und durchdacht an, eine Klangarchitektur die Funktion und Ausdruck balanciert und ihren Teil dazu beiträgt, die reptetitiven Grooves mit einer fieberhaften Dringlichkeit aufzuladen. Dennoch erinnert das bei alldem nach wie vor an einen bunten Strauß anderer Berliner Bands wie etwa Pigeon, Pretty Hurts, Glaas, Diät, Clock of Time oder Exit Group.

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Greg Wheeler and the Poly Mall Cops – Slimephone Surveillance

Die Band aus Des Moines, Iowa hat bereits eine EP und eine ausgesprochen nette erste LP auf dem Konto aber ich kann mich nicht erinnern, dass sie zuvor mal so viel Wind erzeugt hätten wie jetzt auf ihrem zweiten Album, das einen seltsam vertrauten Sound präsentiert, angenehm antiquiert, als wären die Jungs in einer Zeitschleife der frühen 2010er Garage Punk-Ära steckengeblieben und was soll ich sagen, die Band hat einfach die nötige Fülle an ultra-catchy Tunes und explosiven Performances um den Scheiß immer noch frisch klingen zu lassen.

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Liquid Cross – Don’t Think

Vom ersten Moment an versprüht die Debüt-EP dieser Band aus Eugene, Oregon einen gewissen Vibe, der mich an eine Reihe von kurzlebigen Bands in Spektrum von so melodischem wie auch lärmigem Punkrock in den frühen 2010ern wie Milk Music, Fins und Darma Dogs erinnert aber auch ein paar ungleich jüngere Erscheinungen wie Jolana Star und Psychic Dogs, die neues Leben in einen zeitlosen Sound aus unterschwellig Post Punk-angehauchten eingängigen Punksongs, die der klassischen Homestead-, SST- und Touch & Go-Ära tribut zollen. Jetzt darf man also auch Liquid Cross dazu zählen, aber obendrein schwingt hier auch noch ein beachtenswerter Hauch von frühen Protomartyr, insbesondere ihrer zweiten und dritten LP mit, nicht zuletzt auch aufgrund der Stimme des Sängers, die eine ähnlich überdrüssige und melancholische Qualität channelt wie der Protomartyr-Frontmann Joe Casey.

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Gold Cup – The Piss Has Been Taken

Gold Cup aus Manchester haben schon eine Handvoll nennenswerter EPs akkumuliert in den letzten paar Jahren aber wenn ihr mich fragt sind sie jetzt erst mal so richtig auf etwas gestoßen mit diesem ungebrochenen gelben Strahl aus Hits, die ihre zweite EP ausmachen. Darauf wälzen sie sich in einem moderat schmierigen, hard-rockenden Garage Punk-Sound, der mehr als einmal eine gewisse Golden Pelicans-Energie heraufbeschwört, wobei sie die Formel etwa im Opener Zero Percent und dem Rausschmeißer King Krab mit Echos von oldschooligem AmRep-Style Noise Rock und einer subtilen Spur von ’90er Postcore verfeinern, wohingegen dann Stuck On Repeat einen unerwartet melodischen, fast schon powerpoppigen Schlenker macht und The Piss Has Been Taken mich an eine andere durchaus mittelstrahlige Band erinnert, nämlich die Australier Pist Idiots.

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No Time – Comply Or Die // Gare Du Nord – Appels De Phares

Zwei mal geiler neuer Scheiß vom Baskenländischen Label Mendeku Diskak. Zuerst wäre da mel eine neue EP von Iron Breed aus Pittsburgh, Pennsylvania, die mit vier leckeren neuen Häppchen aus Garage-gewürztem Oi!-Gedöns aufwartet, dem zugleich auch ein bisschen von einer schrammeligen Powerpop-Qualität innewohnt. Die Debür-EP von Gare Du Nord, einer Band nebulösem internationalem Ursprungs klingt hingegen nach der roheren und oldschooligeren Kehrseite davon, wie sie hier schnörkellose Tunes mit starken ’77er und ’80er-Europunk-Geschmacksnoten am laufenden Band raushauen als liefe hier eine Schnittmenge der gegenwärtigen französisch-belgischen Garage-/Oi!-/Post Punk-Komplexes bewusst in den Fußstapfen ihrer primären Inspiration.

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