Cosas Ilegales – Vol. 2

Nach einer noch etwas derberen Attacke auf ihrem 2020er Debütalbum nimmt die Band aus Mexiko-Stadt eine scharfe Kurve hin zu einer deutlich melodischeren, leicht Eggpunk-verwandten Herangehensweise an ihren von elekrischen Beats angetriebenen Garage Punk. Wie gehabt könnten hier Bands wie S.B.F., Race Car oder Kid Chrome als nützliche Vergleiche herhalten aber mit der neuen Platte würde ich dem auch noch so Zeug wie Prison Affair und Set-Top Box hinzufügen, sowie einen leichten Anflug von Metal Urbain / Dr. Mix and the Remix.

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Chris Pal – New Weird

Da gibt’s nichts übermäßig neues oder schlaues zu berichten über diese Platte, aber dennoch reichlich Spaß heraus zu ziehen aus diesem schön dumm oldschooligen Garage Punk-Radau, einfach und effektiv, den ein so Typ aus Rennes, Frankreich hier vom Stapel lässt. Die groben Genre-Koordinaten mag man dabei in der Nähe zu Bands wie The Spits, Buck Biloxi, Sick Thoughts, Die TV, Erik Nervous, Stalins Of Sound, Giorgio Murderer und Bart And The Brats verorten.

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Deletions – STETS

Es hat ein bisschen gedauert bis die Band aus Harrisburg, Pennsylvania ein paar lose Enden verknotet und die Aufnahmen festgezurrt hatte, aber hier ist sie nun doch noch, ihre dritte LP mit Nachschub von ihrem Synth-, Garage- und Post Punk, der eineut mal wieder Assoziationen zu Digital Leather provozieren wird – besonders die Stimme des Sängers weist doch eine frappierende Ähnlichkeit zu Shawn Foree auf – wobei Deletions dann aber wie eine krudere und doch zugleich sehr geradlinig-eingängige Variante davon klingen. Zum Ende hin dreht sich alles deutlicher in eine Post Punk-Richtung mit subtilem Goth-Zusatz, was eine Verwandtschaft etwa zu Powerplant, Isotope Soap, Why Bother? oder frühen The Faint hat, aber auch vereinzelte Tropfen von Devo und Desperate Bicycles lassen sich darin finden… sogar ein leichten Morricone-Faktor in Diffuse and Confuse. Nicht alles funktioniert gleich gut hier, aber wenn sie einen Treffer landen, dann mit Bravour.

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Bad/Dreems – See You Tomorrow

Hoo Ha! erscheint am 19. Mai auf Farmer & The Owl.

Shop Talk – Camp Hero

The Offering erscheint am 21. April auf Mon Amie Records.

Why Bother? – Self Indulgent Ways

A City of Unsolved Miseries erscheint am 31. März auf Feel It Records.

During – Cache Blasted

During erscheint am 28. April auf Chunklet Industries.

The Toads – Nationalsville

In The Wilderness erscheint am 9. Juni auf Zenith Records.

Verspannungskassette #52 (C-60)

Dan Melchior Band The Right Influencer
Heavy Mother Friday Night (Blackout!)
Gee Tee Bad Egg
Teo Wise Amigo
Toilet Rats Sensory Overload
Pringue Bicis Necesita
Heartbeeps Sick In Your Head
The Covids Bust To Bits
Muck C.F.B.
Killer The Bar

Obedient Black Out and Block
Axed Never Goin Back
Illiterates Chip Away
Spewed Brain No Sleep
Snooper Waste
Bart and the Brats Fake Bands
Anteater Daily Fantasy
Pyr Kata Voulisi Σκάβεις Τον Λάκκο Σου
Opsec Controlled Delivery

O.R.C Disemboweled At The Tavern
Home Front Real Eyes
Ubiquitous Meh! I Identified the Ufo
Emitter Smaller
Soft Shoulder Door (Pass)
Affordable Repayments Gills
Waste Man Changes

Dregs Lights Out
The Unknowns Deleted
Scam Likely Staring at the Sun
Outtacontroller Less Is More
Hinin Déjà mort
Litovsk Cerises Et Grenades
Beta Máximo. Hornos de ladrillo

Electric Prawns 2 – Prawn Static For Porn Addicts

Ganz schön wahnwitziger Move, Material das locker für so vier bis sechs LPs reichen würde, als ein einziges Album auf Bandcamp zu verklappen. Hier in der 12XU Schaltzentrale schätzen wir solchen Irrsin, geht also mal sowas von OK. Die Band aus dem australischen Küstenkaff Moffat Beach – ein gutes Stück nördlich von Brisbane – hat hiermit redlich den Titel “Die Guided by Voices des Space Egg Punk” verdient. Genauso unwarscheinlich wirkt dann, dass das überwiegend ziemlich geiler Scheiß ist, wenn sich auch mit etwas herunterstutzen aus dem wüsten zwei-Stunden-Brocken sicher ein noch stärkeres 80-Minuten Album herausgeschält hätte. Eine Mischung mit hohem Eierfaktor ist das, irgendwo zwischen Psychedelic-/Space Rock, Post- und Garage Punk, die man in den energischeren Tracks abwechselnd mit so Bands wie Mononegatives, Neo Neos, Liquids, The Gobs, Set-Top Box, Print Head oder Useless Eaters vergleichen mag, aber auch mit so Zeug wie Die TV, Cool Sorcery, Snooper in den relaxten bis getragenen Momenten, ab und an vielleicht auch mal einer extra LoFi-mäßigen Version der Woolen Men!

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Dregs – Enemy Not Me

Nach ihrem schon ziemlich geilen 2019er Demo verschieben die Dregs aus Austin ihren Sound ein gutes Stück weg von dessen stärker im Garage- und Fuzz Punk verwurzelten Vibes hin zu einem etwas schwieriger einzuordnenden Mix aus Einflüssen irgendwo von den Tellerrändern des 80er und frühen 90er Hard- und Postcore. Unter anderem meine ich manche Echos von X (der US-Band), Dicks und Flipper zu hören, aber auch von Postcore-Acts wie Gray Matter und Drive Like Jehu an anderer Stelle. Auch Vergleiche zu aktuelleren Bands wie Vexx, Cel Ray, Gen Pop or Little Ugly Girls sind mit etwas Glück nicht voll daneben getippt.

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Waste Man – Waste Man

Waste Man gehören neuerdings wohl nicht mehr in New Orleans sondern in New York City zum Inventar, ansonsten bleiben die sich auf ihrer neuesten EP aber durchaus treu, womit ich vor allem meine: weiterhin total unberechenbar und äußerst spannend in ihrem ganz eigenen Süppchen, das sie an der Grauzone zwischen Post Punk, Postcore und eine Hauch von Americana aufkochen – letztere Tendenz ist hier aber weniger offensichtlich als noch auf der letzten LP. Besondere Aufmerksamkeit verdient diesmal ein sechsminütiger Schwelbrand namens White Horse der sich in etwa aufspielt wie eine Fusion aus frühen Shellac, Slint, Jawbox und Fugazi.