Verspannungskassette #74 (2x C-60)

Zu viel geiler neuer Scheiß, das gehört zu meinen bevorzugten Luxusproblemen und war die letzten Wochen mal wieder angesagt. Eine C-90 wird hätte daher nicht gereicht diesmal. Das, und außerdem musste ich unbedingt noch einen zehn-minuten-Track unterbringen weil verfickt noch mal warum nicht? Drücken sie A für abgefuzzte Verderbtheiten und unchristliches Gebrüll. B für dementen Eiertanz, verbotenen Spaß und Spiele für die ganze Familie. C für Tod, Verderben und Verzweiflung. D für ein paar Beeps und Bloops, gefolgt von Hits, Hooks und Melodien.

Favoured State That’s Life
Homeless Cadaver Cadaviar
208 Tantrum
Fulmine Randagio
Fen Fen Dumb
Baghed LKWO
Grand Final Boomtown
Yobs Shitty Eye
Googon Electrodildonics
The Cut-Ups Chenango County Fair
Solvent No Recourse
Norms Struktúra Kultúra
Rouge Paint It Red
Total Sham Keep It Rollin‘
Coyote Annoying Dickhead
Purgatorio Una Broma
Personal Damage Cull the Herd
Future of Despair Remnants

Jimsobbins Tv Society
Tiffany Junkfood
So Cow Summer Is Icumen In Again
Cindy7 Wall
The Dogs We Are The Dogs
Billiam I Was A Teenage RNG Freak
Shawnis and The Shimmers Queer Planet
Goblin Daycare Liar, Liar
D.I.M La conduite
Egg Idiot Barf Life
Kapow! KAPOW!
Music For Microwaves Piracy
Tommy Cossack & The Degenerators Bed Sores
Trashdog neUtron danS ShoT-gun wee
Nervous Tick and The Zipper Lips Realign my Mind
Videoflip Pas de mon monde

Elektrokohle I Wanna Cry
Nag Insert A Thought
Monda Hot Tag
Síntesis Vacaciones en Tel Aviv
Whiphouse Lie Cheat Steal Repeat
Girls In Synthesis Picking Things Out Of The Air
DBR Faulty
Dead Finks Baton
S:Bahn You Could Be Mine
Machiavellian Art Fear of The Outside World / Crisis

Paulo Vicious Eu Fico Eu Morro
Thyroids Fake Estate
Nick Normal Mixed Lettuces 1&2
Hyperdog Hole
Powerband Death Machine
Cherry Cheeks Cruel Bore
Vacation Psychic Gasoline
Silicone Values Stuck on Repeat
Ultra Lights Nostalgia
Bluff City Vice Big City Livin
Night Court 1000000th Song
The Dumpies Bisexual Hedgefund Manager
The Wesleys Make It My Way

Machiavellian Art – Population Control

Die Band aus Walsall, UK konfrontiert uns hier mit einem absichtlich überwältigenden, kompromisslosen und maximal versifften Klumpen aus dissonantem und zeitweise monotonem Lärm, angesiedelt irgendwo an den streitlustigeren Tellerrändern von Post Punk, Noise Rock und Postcore. Interessanterweise sind die meisten Vergleiche, die mir dazu einfallen, schon etwas angestaubt und erinnern mich daran, was für eine unerwartet produktive Dekade die 2010er Jahre für rauen Noise Rock waren, ein Genre in dem ich aktuell eher wenig aufregendes finden kann nach dieser zweiten goldenen Ära mit Bands wie den frühen Metz, USA Nails, Keepers, Overtime, Death Panels, Greys oder – zum Ende der Dekade hin – Vangas, Tunic und John (timestwo). Einige davon haben sich bis heute gehalten. Andererseits erinnert mich der konstante, dichte Nebel aus dissonanten Noise-Texturen stark an die kurzlebige US Post Punk-Sensation Dasher und der Saxophoneinsatz wiederum hat etwas von Nearly Dead, der relativ obskuren australischen Post Punk-Gruppe Fungus Brains oder, wenn ein paar untypisch melodische Obertöne dazu kommen wie in Crime, fühle ich mich an das ebenfalls australische Post Punk / Proto-Noise Rock-Bollwerk X erinnert.

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Monda – Stiff Jumbo

Die neueste in einem, um es mal ganz platt zu sagen, absolut undurchdringbaren Dickicht an Veröffentlichungen, die sich über die letzten paar Jahre auf der Bandcamp-Seite dieser Band akkumuliert haben, liefert ein farbenfrohes Spektakel kurzer und eingängiger Tunes mit einer maximalen Spielzeit von genau einer Minute. Vierzig Songs werden hier in deutlich unter einer halben Stunde abgefeuert irgendwo zwischen den Koordinaten von Garage Punk, Power Pop, oldschooligem Indie Rock und Fuzz Punk. Ziemlich eindeutig weht hier die Fahne alter DIY Punk- und Indie Rock-Helden wie den frühen Guided By Voices, Fastbacks und M.O.T.O, gleichermaßen bietet sich aber auch ein bunter Strauß jüngerer Bands als Vergleiche an, etwa Booji Boys, Print Head, Vaguess und Datenight.

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DBR – DBR

Das Berliner Post Punk-Soloprojekt DBR ist jetzt schon eine ganze Weile unterwegs und hat bislang eine Langspielkassette und ein ganzes Bündel an EPs veröffentlicht, zuerst unter dem Namen Dee Bee Rich, auf späteren Releases dann zu DBR abgekürzt. Die neueste, auf Turbo Discos erschienene Kassette ist dabei mal ganz locker Dee Bees ansprechendstes und vielfältigstes Werk seit einer ganzen Weile, auf dem er die minimalistisch-kleinlaute Ästhetik, in die sich sein Sound graduell hineinentwickelt hat, mit einem ausgeprägten Sinn für Melodie und Eleganz ausstattet, dabei aber weiterhin durchweg verspielt bis verspult rüberkommt.

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Thyroids – Toppings and Droppings

Fünf ausgezeichnete neue Einschläge aus simpel-eingängig-minimalistischem Synth Punk setzt uns die neueste EP dieser Band aus Dallas vor. Wenngleich der Titel des Openers Q: Where? A: The Square klar auf Devo anspielt, würde ich aber sagen dass der Krempel viel stärkere Anklänge an so Underground-Acts der ’70er und ’80er á la Minimal Man, Nervous Gender, Screamers, Units, Primitive Calculators oder Visitors aufweist, während in der aktuellen Szene auch Vergleiche zu so Bands wie Victor, O-D-EX, Lost Packages und Freak Genes nicht komplett von der Hand zu weisen sind.

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Whiphouse – Demo

Atlantas Postpunk-Szene schlägt mal wieder zu. Unter anderem ist bei dieser Band wohl mindestens ein (ex-?) Mitglied von Predator mit an Bord. Tatsächlich hat ihr Sound eine gewisse Ähnlichkeit zu jenen, sowie auch zu der anderen einschlägigen lokalen Hausnummer, Nag. Whiphouse bezeichnen sich selbst als Death Rock-Band und in der Tat differenziert sich ihr Sound vor allem durch einen geringfügig prominenteren klassischen Goth Rock-Vibe und eine deutlich simplere herangehensweise an Arrangements und Songwriting. Da gibt’s nicht viel dran zu meckern, der Scheiß funktioniert!

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Mock Tudors – Hair Of The Dog

Good Drinkin‘ Times erscheint am 30. Juli.