Zu viel geiler neuer Scheiß, das gehört zu meinen bevorzugten Luxusproblemen und war die letzten Wochen mal wieder angesagt. Eine C-90 wird hätte daher nicht gereicht diesmal. Das, und außerdem musste ich unbedingt noch einen zehn-minuten-Track unterbringen weil verfickt noch mal warum nicht? Drücken sie A für abgefuzzte Verderbtheiten und unchristliches Gebrüll. B für dementen Eiertanz, verbotenen Spaß und Spiele für die ganze Familie. C für Tod, Verderben und Verzweiflung. D für ein paar Beeps und Bloops, gefolgt von Hits, Hooks und Melodien.
Favoured State That’s Life Homeless Cadaver Cadaviar 208 Tantrum Fulmine Randagio Fen Fen Dumb Baghed LKWO Grand Final Boomtown Yobs Shitty Eye Googon Electrodildonics The Cut-Ups Chenango County Fair Solvent No Recourse Norms Struktúra Kultúra Rouge Paint It Red Total Sham Keep It Rollin‘ Coyote Annoying Dickhead Purgatorio Una Broma Personal Damage Cull the Herd Future of Despair Remnants
Jimsobbins Tv Society Tiffany Junkfood So Cow Summer Is Icumen In Again Cindy7 Wall The Dogs We Are The Dogs Billiam I Was A Teenage RNG Freak Shawnis and The Shimmers Queer Planet Goblin Daycare Liar, Liar D.I.M La conduite Egg Idiot Barf Life Kapow! KAPOW! Music For Microwaves Piracy Tommy Cossack & The Degenerators Bed Sores Trashdog neUtron danS ShoT-gun wee Nervous Tick and The Zipper Lips Realign my Mind Videoflip Pas de mon monde
Elektrokohle I Wanna Cry Nag Insert A Thought Monda Hot Tag Síntesis Vacaciones en Tel Aviv Whiphouse Lie Cheat Steal Repeat Girls In Synthesis Picking Things Out Of The Air DBR Faulty Dead Finks Baton S:Bahn You Could Be Mine Machiavellian Art Fear of The Outside World / Crisis
Paulo Vicious Eu Fico Eu Morro Thyroids Fake Estate Nick Normal Mixed Lettuces 1&2 Hyperdog Hole Powerband Death Machine Cherry Cheeks Cruel Bore Vacation Psychic Gasoline Silicone Values Stuck on Repeat Ultra Lights Nostalgia Bluff City Vice Big City Livin Night Court 1000000th Song The Dumpies Bisexual Hedgefund Manager The Wesleys Make It My Way
Die Band aus Walsall, UK konfrontiert uns hier mit einem absichtlich überwältigenden, kompromisslosen und maximal versifften Klumpen aus dissonantem und zeitweise monotonem Lärm, angesiedelt irgendwo an den streitlustigeren Tellerrändern von Post Punk, Noise Rock und Postcore. Interessanterweise sind die meisten Vergleiche, die mir dazu einfallen, schon etwas angestaubt und erinnern mich daran, was für eine unerwartet produktive Dekade die 2010er Jahre für rauen Noise Rock waren, ein Genre in dem ich aktuell eher wenig aufregendes finden kann nach dieser zweiten goldenen Ära mit Bands wie den frühen Metz, USA Nails, Keepers, Overtime, Death Panels, Greys oder – zum Ende der Dekade hin – Vangas, Tunic und John (timestwo). Einige davon haben sich bis heute gehalten. Andererseits erinnert mich der konstante, dichte Nebel aus dissonanten Noise-Texturen stark an die kurzlebige US Post Punk-Sensation Dasher und der Saxophoneinsatz wiederum hat etwas von Nearly Dead, der relativ obskuren australischen Post Punk-Gruppe Fungus Brains oder, wenn ein paar untypisch melodische Obertöne dazu kommen wie in Crime, fühle ich mich an das ebenfalls australische Post Punk / Proto-Noise Rock-Bollwerk X erinnert.
Die neueste in einem, um es mal ganz platt zu sagen, absolut undurchdringbaren Dickicht an Veröffentlichungen, die sich über die letzten paar Jahre auf der Bandcamp-Seite dieser Band akkumuliert haben, liefert ein farbenfrohes Spektakel kurzer und eingängiger Tunes mit einer maximalen Spielzeit von genau einer Minute. Vierzig Songs werden hier in deutlich unter einer halben Stunde abgefeuert irgendwo zwischen den Koordinaten von Garage Punk, Power Pop, oldschooligem Indie Rock und Fuzz Punk. Ziemlich eindeutig weht hier die Fahne alter DIY Punk- und Indie Rock-Helden wie den frühen Guided By Voices, Fastbacks und M.O.T.O, gleichermaßen bietet sich aber auch ein bunter Strauß jüngerer Bands als Vergleiche an, etwa Booji Boys, Print Head, Vaguess und Datenight.
Das Berliner Post Punk-Soloprojekt DBR ist jetzt schon eine ganze Weile unterwegs und hat bislang eine Langspielkassette und ein ganzes Bündel an EPs veröffentlicht, zuerst unter dem Namen Dee Bee Rich, auf späteren Releases dann zu DBR abgekürzt. Die neueste, auf Turbo Discos erschienene Kassette ist dabei mal ganz locker Dee Bees ansprechendstes und vielfältigstes Werk seit einer ganzen Weile, auf dem er die minimalistisch-kleinlaute Ästhetik, in die sich sein Sound graduell hineinentwickelt hat, mit einem ausgeprägten Sinn für Melodie und Eleganz ausstattet, dabei aber weiterhin durchweg verspielt bis verspult rüberkommt.
Fünf ausgezeichnete neue Einschläge aus simpel-eingängig-minimalistischem Synth Punk setzt uns die neueste EP dieser Band aus Dallas vor. Wenngleich der Titel des Openers Q: Where? A: The Square klar auf Devo anspielt, würde ich aber sagen dass der Krempel viel stärkere Anklänge an so Underground-Acts der ’70er und ’80er á la Minimal Man, Nervous Gender, Screamers, Units, Primitive Calculators oder Visitors aufweist, während in der aktuellen Szene auch Vergleiche zu so Bands wie Victor, O-D-EX, Lost Packages und Freak Genes nicht komplett von der Hand zu weisen sind.
Atlantas Postpunk-Szene schlägt mal wieder zu. Unter anderem ist bei dieser Band wohl mindestens ein (ex-?) Mitglied von Predator mit an Bord. Tatsächlich hat ihr Sound eine gewisse Ähnlichkeit zu jenen, sowie auch zu der anderen einschlägigen lokalen Hausnummer, Nag. Whiphouse bezeichnen sich selbst als Death Rock-Band und in der Tat differenziert sich ihr Sound vor allem durch einen geringfügig prominenteren klassischen Goth Rock-Vibe und eine deutlich simplere herangehensweise an Arrangements und Songwriting. Da gibt’s nicht viel dran zu meckern, der Scheiß funktioniert!