Diese Band treibt jetzt schon einige Jahre ihr Unwesen in der australischen Szene und ich bin irgendwie schon überrascht jetzt festzustellen, dass es sich hier erst um ihren ersten Langspieler handelt. Das Intro lockt erstmal auf eine falsche Fähre mit einem leicht Progressive-angehauchten Vibe, aber daraufhin fügt sich dann alles recht schnell wieder zu einer angenehm vertrauten Klangästhetik zusammen, einem Sound, der irgendwie durchweg die gegenwärtige Szene wiederspiegelt aber doch einzigartig innerhalb dieser bleibt mit seiner verwinkelten, filigranen und eleganten Mischung aus Post und Garage Punk, der perfekt die Balance aus Intelligenz und Spaß hält, jederzeit absolut entspannt klingt und dennoch einwandfrei nach vorne geht, bemerkenswert in seinen vielschichtigen Texturen und einer scheinbar mühelosen Darbietung. Gleichzeitig ist es dann noch ihe kompakteste, eingängigste Platte bisher geworden. Stellenweise kann man das mit mehr oder weniger gegenwärtigen Post Punk-Acts wie aktuellen Institute, Exit Group und Mononegatives vergleichen, in anderen Momenten mit der psychedelisch-abgespacten Variante davon á la Marbled Eye, Waste Man, Bruised oder Public Eye und nicht zuletzt noch mit verspielten, cleveren Garage Punk-Bands vom Schlage Erik Nervous, Clarko, Tee Vee Repairman, Mononegatives, Pinch Points, Dumb, Uranium Club, Reality Group… ich kann so gar nicht aufhören mit dem hochkarätigen Namedropping. Die Scheiße regelt!
Eine weitere konstante Präsenz der US-Garagenszene, irgendwie schon fast seit beginn dieses Blogs immer zugange, kommt hier mit einer neuen LP daher und es handelt sich mal wieder so ein verdammtes Prachtstück! So erfinderisch und vielseitig wie eh und je, führt er darauf seine immer angenehm schräge, Devo-fizierte Auffassung von Garage Punk fort, die dem Hörer immer um zwei Schritte voraus und jederzeit mit dem Schalk im Nacken für eine Überraschung gut ist - eine Vision, die sich erstmals mit der 2019er Beta Blockers LP richtig zusammenfügte. Songs wie Hemgeeh und Projector haben so einen leicht spacig-psychedelischen Mononegatives-Vibe an Bord während die zweite Hälfte von ein paar stark Synth-getriebenen Popsmashern und einer fluffigen They Might Be Giants-Coverversion aufgelockert wird. Als besonderes Highlight auf einer eh schon durchweg geilen Platte wäre da noch Alligator Facing East zu erwähnen, eine sowas von perfekte epische Abfahrt zu kompakten vier Minuten verpresst! Andere plausible Orientierungspunkte für den Sound dieser Platte wären dann noch so übliche Verdächtige wie Andy Human and the Reptoids, Freak Genes, Isotope Soap and New Vogue. Geht alles runter wie Bier!
Verdammt, ganz offensichtlich habe ich es anlässlich aller vergangener Releases dieser Band aus unerfindlichen Gründen immer verpeilt darüber zu posten, was jetzt mal echt die Frage aufwirft, was zum Ficker da mit mir los war! Während ich dazu meinen Therapeuten konsultiere, kann ich zumindest schon mal sagen dass die neueste LP der Citric Dummies ein einziger KO-Schlag aus ganz viel oldschool früh-80er Punkenergie plus ein paar gegenwärtigen Garagen-Vibes darstellt, mit ordentlichem extra-Punch ausgestattet durch die produzierende Hand vom Garagen-Wunderkind Erik Nervous, von dem wir diese Woche auch noch etwas hören werden. Die Hüsker Dü-Referenzen in Titel und Artwork wirken erst mal recht albern, aber auch nicht komplett fehl am Platz, ist hier doch eine durchaus ähnliche furiose Energie mit am Start wie zu der Dü's stärkster Phase, aber auch etwas von Naked Raygun und Adolescents hat das, eine Spur von Bad Brains in den derberen Momenten und von Dickies in den melodischeren Songs. Und überhaupt, jeder Song hier ist ein präziser, sorgfältig geplanter Schlag in die Magengrube und der starke Songzauber dieser Platte bleibt gleichermaßen unnachgiebig.
Der vierte Langspieler dieser Band aus Portland verfeinert weiter ihre explosive Formel für stark Noise- und leicht Garage-infizierten Postcore zu ihrem bislang ausgefeiltesten Werk, in dem ihre hyperaktive Vision des strukturierten Chaos' konstant neue Formen annimmt und neue Hindernisse in den Weg wirft, die ihrerseits wieder zu spannenden Manövern führen. Auch wenn sich hier keine zwei Songs allzu sehr gleichen, kommen mir doch so Bands wie die diversen Inkarnationen der New Yorker Kaleidoscope, frühe Bad Breeding und Acrylics besonders häufig in den Kopf, aber auch so Zeug á la Crisis Man, frühe Video und Ascot Stabber taugt an manchen Stellen als nicht zu weit her geholter Vergleich.
R.M.F.C. Human State Alien Nosejob Split Personality Violent Change Fabio's Playhaus Dadgad Hire Me Max Mucus Time is Scary White Knuckle Split Tongue Slip Nylon PC Violence Adhesive Hyperlink Plumbob Plumbing Song For Gel to Sing Pack Rat Parasite City Rifle Marked Man Lovebite Bumming Top Dollar No Exit Necron 9 8 Ball
Yobs Fortune Teller The Bad Plug I Know My Chickens The X’d Go Away Rudix Ni Pensar Waldo Faldo Año 2033 Combat Tribes Undertaker Ghost Beef Moleman Invasion Why Bother? What's Wrong With Me? Les Aranyes Llefiscositat Power Pants New World The Wind Ups Nothing But Time Death Party Dead To Me Citric Dummies Drugs in the Snow Erik Nervous Alligator Facing East
Blues Lawyer Have Nots Glas Nost Narcissist Anytime Cowboy Counting Feathers Private Life Keep It Movin' Genre Rewired Luggage Nowhere Arse Kaputt. Daydream Patron Saint
Pedigree Runaway Pyrex Struck Down TV Cult Empty Quarter Gyrate Collision Drunk Meat Pic à glace Home Front Nation The Serfs The Dice Man Will Become The Vacant Lots Scars
Die zweite LP dieser Band aus Chico, Kalifornien um Jake Sprecher - auch als Teil etwa von Smokeskreens, Beehive und Terry Malts bekannt - nimmt die Fäden genau da wieder auf, wo ihr späktakuläres 2021er Debütalbum Try Not To Thinkaufgehört hat. Will sagen: Mehr von dieser unwiderstehlichen Mischung aus Noise- und Power Pop, Garage- und Fuzz Punk und erneut ein einziges neonfarbenes Bubblegum Pop-Feuerwerk, dessen unfehlbare Songwriting-Qualitäten hier nicht ein einziges mal ins Straucheln kommen.