Alien Nosejob – Paint It Clear

Nun… was soll man denn inzwischen noch nennenswertes hinzufügen anlässlich eines neuen Alien Nosejob Tonträgers? Die Dinger kommen in zwei Daseinsformen: Die sich durch alle Genres wildernde, gemischte Grabbelkiste von einer Platte auf der einen, die stur auf ein Genre hyperfokussierte Monokultur auf der anderen Seite, wie etwa seine Hardcore-Siebenzöller oder diese Synth Pop-/Eurotrash 12″ Maxi vor ’ner Weile. Hier haben wir es mal wieder mit einer seiner gemischten Wundertüten zu tun und ansonsten ist das alles nur die gleiche alte Göttlichkeit, die wir inzwischen gewohnt sind von diesem Typen der eine gruselige Unfähigkeit dazu an den Tag legt, einen langweiligen Song zu schreiben.

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Aborted Tortoise – A Album

Ich hab diese Band aus Perth erst ziemlich spät wahrgenommen, aber seitdem steigern die sich mit jeder Veröffentlichung ganz beachtlich und ihr neuester Langspieler ist schlicht und ergreifend eine hochkalibrige Spaßattacke für anspruchsvolle Garagenkinder und insbesondere für Bewunderer von so Zeug wie Uranium Club, Pinch Points, Dumb oder Vintage Crop.

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Disli – Disciplina Limitar

Garage Punk aus Spanien, der bei mir genau die richtigen Nerven anzapft und exakt diese explosive Triebkraft einer hungrigen Band transportiert, die in letzter Zeit aufgrund der offensichtlichen Umstände auch auf Tonkonserven etwas dünn gesät war. Das hat mal was von Dadar, Sauna Youth, Ex-Cult, Constant Mongrel, Jackson Reid Briggs or Pedigree auf der einen Seite, zeigt öfter mal aber auch einen starken Post Punk Vibe – etwa wie eine Kreuzung aus Berliner Bands á la Pigeon, Diät, Pretty Hurts mit der melancholischen Stimmung von Red Dons, Telecult oder Nightwatchers.

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Print Head – Boringboring / IDKWTFimdoing

Juhu! Neuer Scheiß von der Person oder Band, die vielleicht aus Hicksville, New York kommt oder auch nicht und deren 2020er Garage-/Post-/Eggpunk-beinahe-Meisterwerk Happyhappy mich in genau den erwähnten Zustand versetzte. Da ist jetzt also erst mal ein neues, kurzspielendes Hi-Fi-Erlebnis am Start und darüberhinaus noch so ein anderes, etwas weniger kurzes, minimal weniger Hi-Fi-mäßiges Dings. Beim erstgenannten suggeriert wenn überhaupt nur der Titel Langeweile und was das andere Dings angeht… ich glaube ich hab eine recht brauchbare Idee davon, was Print Head nicht glauben zu wissen, dass sie es (the fuck) machen und sie machen es genau richtig und es ist ganz wundervoll und ich lecke freiwillig noch die Reste vom Boden auf!

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Silicone Values – Streaming TV / Nothing Wrong With Me

Eine weitere EP von Bristol’s herausragender Powerpop/Post Punk-Manufaktur verkantet sich erneut mit zwei unwiderstehlich melancholischen Süßsauerwaren böse im Gehörgang. Macht es hier noch Sinn, Television Personalities zu namedroppen oder ist das schon geradezu, wie man zu sagen pflegt… beatlesque?

Refedex – The Top Of Off

Die Debüt-EP von Refedex aus Brisbane ist eine wuchtige Walze aus düsterem Noise Rock, Sludge und Post Punk der häufig recht getragenen und atmosphärischen, jedoch niemals öden oder schwerfälligen Machart. Obwohl der allgemeine Vibe für mich absolut klassisch klingt, fällt es mir schwer zu lokalisieren, wo ich so etwas in der älteren Genre-Vergangenheit schon mal gehört hab – das Zeug lässt sich schwer in die üblichen Genre-Eckpunkte einordnen. Unter anderem hat das alles diesen gewissen tiefschwarzen Americana-Vibe wie man ihn z.B. auf alten 80er Scientists Platten vorfinden mag oder in der Gegenwart etwa bei den US Postpunkern Bambara, während man im etwas klassischeren Noise Rock-Spektrum Vergleiche zu so unterschiedlichen Bands wie Alpha Strategy, Luggage, Tropical Trash oder Heads ziehen mag. Außerdem steckt da vielleicht auch noch ein bisschen Cows, U-Men oder Scratch Acid drin, allerdings jeweils halber Geschwindigkeit abgespielt. Egal wie man’s nennen möchte, es ist erstklassiger Scheiß!

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Cotton Crown – Wretched Lie

Power Pop-Aficinados wird Owen Williams vielleicht schion als der Sänger von The Tubs vertraut sein, welche in diesem Jahr schon mal mit der ausgezeichneten Names 7″ aufgefallen sind. Cotton Crown ist jedenfalls der Name seines Soloprojekts, dessen Debüt-Cassingle viele der gleichen Qualitäten mitbringt, ihre zwei Pop-Ohrwürmer aber mit einem deutlichen Goth- und New Wave-Vibe versetzt und einer allgemeinen Klangästhetik, die genau die richtige Menge an Käsigkeit einbringt um die Songs aufzuwerten, ohne sie zu verwässern.

Jackson Reid Briggs – Fear​/​Move

Ich hatte so meine Probleme, mich mit den letzten paar Veröffentlichungen von Jackson Reid Briggs und ihrem etwas schwerfälligen, überladenen Klangkostüm anzufreunden. Seine neueste EP – während einer kurzen Verschnaufpause zwischen Australiens derben Covid-Lockdowns in einer von seinen üblichen „Heaters“ abweichenden Konstellation aufgenommen – sprüht hingegen wieder vor Energie und Spielfreude in vier durchweg starken Songs, denen der deutlich entschlackte Sound ganz ausgezeichnet steht.

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Tunic – Quitter

Eine neue Tunic Platte, ein weiterer Tritt in die Weichteile. Nachdem zuletzt die Compilation Exhaling noch mal ihre bisherigen Singles und EPs aufgewärmt hat, nimmt die Band auf ihrem zweiten „richtigen“ Album die Fäden einfach genau da wieder auf wo sie zuletzt liegen geblieben sind und erweitern ihre Klangpalette nur sehr zaghaft. Auf Albumlänge kann das schon mal etwas repetitiv wirken, so dass man sich ab und an mal wundert: „Hab ich diesen Song nicht gerade schon mal gehört?“ Ist aber reine Korinthenscheißerei. So lange die Typen ihr Lärmwerkzeug weiterhin mit so einer Überzeugung und überwältigenden (un-)Wucht zur Anwendung bringen, bin ich schon mehr als glücklich.

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Shove – Shove

Eine Band aus Melbourne zeichnet auf ihrer Debüt-EP für fünf abwechslungsreiche Einschläge irgendwo im Spektrum von Hard-/Post-/Noisecore verantwortlich, die mir mit ihrer gleichermaßen derben wie auch ausgeklügelten Wucht so Kapellen wie etwa Dollhouse, Cement Shoes oder Vexx ins Gedächtnis rufen.

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